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Mehrheit befürwortet Lockerungen bei Corona-Maßnahmen

WELT-Logo WELT 26.02.2021
Wenn es nicht zu einer dritten Welle kommt, befürwortet die Mehrheit der Deutschen Lockerungen der geltenden Maßnahmen Quelle: dpa/Kira Hofmann © dpa/Kira Hofmann Wenn es nicht zu einer dritten Welle kommt, befürwortet die Mehrheit der Deutschen Lockerungen der geltenden Maßnahmen Quelle: dpa/Kira Hofmann

Eine Mehrheit der Deutschen findet laut ZDF-„Politbarometer“, dass es Zeit für Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen ist. Der am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge sind 56 Prozent der Ansicht, dass es jetzt zu Lockerungen kommen sollte, 41 Prozent lehnen das ab.

Zwar halten weiterhin die meisten Befragten die geltenden Corona-Regelungen für gerade richtig (55 Prozent). Der Anteil derer, die diese übertrieben finden, ist mit 23 Prozent jedoch deutlich gestiegen. Im Januar waren es noch 14 Prozent. Nur noch 18 Prozent sind für strengere Maßnahmen. Im Januar waren es 28 Prozent.

Eine Einschränkung machen die Befragten jedoch: Sollte es zu einer dritten Welle, also zu deutlich höheren Infektionszahlen kommen, befürworten nur noch 21 Prozent eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Wenn es darum geht, für welche Bereiche es als nächstes Lockerungen geben soll, haben für 40 Prozent die Geschäfte oberste Priorität. 22 Prozent wollen als erstes Erleichterungen bei den geltenden Kontaktbeschränkungen, 20 Prozent bei Sport, Kultur und Freizeit und 15 Prozent bei den Restaurants.

Die Öffnung der Grundschulen und Kitas unterstützen 44 Prozent der Befragten, 26 Prozent hätten sich sogar die Öffnung aller Schulen gewünscht. Nur für 26 Prozent hätten die Schulen noch länger geschlossen bleiben sollen. Auch dass Lehrkräfte in Grundschulen und Beschäftigte in Kindertagesstätten früher als bisher geplant geimpft werden sollen, findet mit 88 Prozent breite Zustimmung.

Mit dem Krisenmanagement von Bund und Ländern zeigen sich 52 Prozent der Befragten zufrieden, 43 Prozent stellen den politischen Entscheidungsträgern in Sachen Corona ein schlechtes Zeugnis aus.

SPD, AfD und FDP legen minimal zu

Union und Grüne sind der Umfrage zufolge in der Wählergunst leicht abgesackt. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU im Vergleich zur vorherigen Befragung zwei Prozentpunkte verlieren und auf 35 Prozent kommen, wie der Sender mitteilte. Die Grünen büßen demnach einen Punkt ein, bleiben aber mit 19 Prozent zweitstärkste Kraft. 

SPD, AfD und FDP konnten in der Umfrage jeweils um einen Prozentpunkt zulegen: Die SPD kommt damit auf 16 Prozent, die AfD auf zehn Prozent und die FDP auf sieben Prozent. Die Linkspartei liegt unverändert bei sieben Prozent. Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen ebenso eine Mehrheit wie eine Koalition aus CDU/CSU und SPD. Dagegen würde es für ein grün-rot-rotes Bündnis nicht reichen.

In der Frage des Kanzlerkandidaten der Union liegt CSU-Chef Markus Söder in der Wählergunst deutlich vor dem CDU-Vorsitzenden Armin Laschet. Für 53 Prozent der Befragten hat Bayerns Ministerpräsident Söder das Zeug zum Kanzler, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Laschet trauen dies dagegen nur 28 Prozent zu. Unter den Anhängern von CDU und CSU halten sogar 74 Prozent Söder für kanzlertauglich, aber nur 36 Prozent Laschet.

Für das ZDF-„Politbarometer“ befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1202 Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich beträgt den Angaben zufolge bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund drei Prozentpunkte, bei einem Wert von zehn Prozent sind es zwei Punkte.

Söder will K-Frage der Union „eher später als früher“ klären

Söder geht davon aus, dass die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union für die Bundestagswahl erst im Mai fällt. „Wir haben vereinbart, dass wir womöglich erst Pfingsten und nicht schon Ostern darüber entscheiden“, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Freitag. Die Entscheidung falle „wahrscheinlich eher später als früher“.

Armin Laschet hatte in der vergangenen Woche gesagt, er gehe von einer Klärung „zwischen Ostern und Pfingsten“ aus. Ostermontag ist in diesem Jahr am 5. April, Pfingstsonntag am 23. Mai.

Söder sagte zu der geplanten Absprache mit Laschet: „Hauptsache noch vor der Bundestagswahl und hoffentlich einmütig.“ Die CDU habe als größere Partei „eine andere Stellung als wir“, aber entschieden werde gemeinsam.

Zunächst müsse der Ausgang der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 14. März abgewartet werden, sagte Söder. „Danach muss man die strategische Situation analysieren und gemeinsam abwägen. Das hat aber noch Zeit.“

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