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Scholz fordert Schröder zur Niederlegung weiterer Posten auf

WELT-Logo WELT 21.05.2022 Katja Mitic
Weiterhin versuchen Privatpersonen mit eigenen Spendenaktionen, den Menschen in der Ukraine zu helfen. Einer von ihnen ist Björn Feder aus der Nähe von Passau. Inspiriert durch einen WELT-Bericht von Steffen Schwarzkopf wurde er aufmerksam auf eine Hilfsorganisation und packt nun selbst mit an. Quelle: WELT / Perdita Heise © WELT / Perdita Heise Weiterhin versuchen Privatpersonen mit eigenen Spendenaktionen, den Menschen in der Ukraine zu helfen. Einer von ihnen ist Björn Feder aus der Nähe von Passau. Inspiriert durch einen WELT-Bericht von Steffen Schwarzkopf wurde er aufmerksam auf eine Hilfsorganisation und packt nun selbst mit an. Quelle: WELT / Perdita Heise

Nach der Niederlegung des Aufsichtsratsposten beim russischen Energiekonzern Rosneft fordert Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Altkanzler Gerhard Schröder auf, weitere Tätigkeiten für Unternehmen aus dem Land einzustellen. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass es jetzt bei einem passiert und die anderen müssen auch noch folgen“, sagte Scholz am Rande einer SPD-Landesdelegiertenkonferenz in Hildesheim. Der Bundeskanzler betonte, Schröder stehe mit seiner Haltung allein für sich.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte den Schritt von Schröder, dieser komme allerdings zu spät. Es gebe seit drei Monaten Krieg in der Ukraine.

Rosneft hatte am Freitag mitgeteilt, dass Schröder seine Amtszeit als Aufsichtsratschef nicht verlängern werde. Schröder ist auch noch für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom nominiert und für die Gazprom-Tochtergesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 als führender Lobbyist tätig. Die Gazprom-Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant. In seinem einzigen Interview seit Beginn des Ukraine-Kriegs mit der „New York Times“ hatte Schröder offen gelassen, ob er die Nominierung für den Aufsichtsratsposten annehmen wird.

Alle Entwicklungen im Liveticker:

15:44 Uhr – Türkei fordert von Schweden Schritte gegen Terrorismus

Die Türkei fordert Präsident Recep Tayyip Erdogan zufolge im Streit mit Schweden über eine Nato-Mitgliedschaft von dem nordischen Land konkrete Schritte gegen den Terrorismus. Auch müsse ein Waffenembargo gegen die Türkei nach dem Einfall in Syrien 2019 aufgehoben worden, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Erdogan nach einem Telefonat mit der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson. Finnlands Präsident Sauli Niinisto erklärt seinerseits auf Twitter, er habe „offene und direkte“ Gespräche mit Erdogan über den Beitrittsantrag seines Landes geführt. Die Türkei stellt sich bislang gegen eine Mitgliedschaft beider Staaten.

15:09 Uhr – Russland verhängt Einreiseverbote

Russland hat nach eigenen Angaben bislang Einreiseverbote gegen 963 US-Bürger verhängt. Das Außenministerium veröffentlichte erstmals die nach seinen Angaben vollständige Liste, auf der auch Präsident Joe Biden, Außenminister Antony Blinken und der Chef des Geheimdienstes CIA, William Burns, aufgeführt sind. Die Maßnahmen seien nötig, um „das amerikanische Regime“ zur Änderung seines Verhaltens und zur Anerkennung „neuer geopolitischer Realitäten“ zu zwingen.

13:45 Uhr – Kühnert kritisiert Schröder-Rückzug – Kam leider „viel zu spät“

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat Gerhard Schröders Niederlegung seines Aufsichtsratspostens beim russischen Energiekonzern Rosneft als zu späten Schritt kritisiert. Die Entscheidung des SPD-Altkanzlers sei „wohl nicht ganz zufällig“ gefallen, sagte Kühnert der Düsseldorfer „Rheinischen Post“, offensichtlich mit Blick auf den Druck von Bundesregierung, Bundestag und EU-Parlament auf Schröder. „Leider viel zu spät.“

Zur konkreten Forderung des EU-Parlaments nach Sanktionen gegen Schröder hielt sich Kühnert aber bedeckt. „Ich habe keinen Anlass, eine schützende Hand über ihn zu halten. Wenn es klare, objektive Kriterien für Sanktionslisten gibt, dann gelten die natürlich für alle. Ob das hier der Fall ist, müssen andere bewerten.“

13:30 Uhr – Biden unterzeichnet Milliarden-Hilfe für die Ukraine

US-Präsident Joe Biden hat ein neues 40 Milliarden Dollar (38 Milliarden Euro) schweres Hilfspaket für die Ukraine unterzeichnet. Nach der Zustimmung des US-Kongresses fehlte nur noch die Unterschrift des Präsidenten. Diese leistete er nach Angaben des Weißen Hauses nun während seines Besuches in Südkorea. Mit dem Geld soll die Unterstützung der USA für die Ukraine für die kommenden fünf Monate finanziert werden.

Das Paket sieht unter anderem sechs Milliarden Dollar für gepanzerte Fahrzeuge und Luftabwehrsysteme für die ukrainischen Streitkräfte vor. Außerdem sind neun Milliarden Dollar für Waffen für die US-Streitkräfte geplant, nachdem diese zahlreiche Rüstungsgüter in die Ukraine geschickt haben. Neun Milliarden Dollar sind für die Aufrechterhaltung der Regierungsfunktionen in der Ukraine vorgesehen. Daneben stellen die USA auch weitere Mittel für humanitäre Hilfe bereit.

11:38 Uhr – Krieg kann nur mithilfe der Diplomatie enden

Der Krieg in der Ukraine kann nach Ansicht von Präsident Wolodymyr Selenskyj letztlich nur durch Diplomatie beendet werden. Der Krieg werde „blutig sein, es wird heftige Kämpfe geben, aber endgültig enden wird er nur durch Diplomatie“, sagte der Staatschef dem ukrainischen Fernsehsender ICTV. „Es gibt Dinge, die wir nur am Verhandlungstisch erreichen können.“ Die Ergebnisse der Verhandlungen müssten „gerecht“ für die Ukraine sein.

Selenskyj zufolge sollte es ein Dokument über Sicherheitsgarantien für die Ukraine geben, das „von den Freunden und Partnern der Ukraine, ohne Russland“ unterzeichnet wird. Parallel solle es „eine bilaterale Diskussion mit Russland“ geben.

Ukrainische und russische Unterhändler hatten sich seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar zunächst regelmäßig zu Verhandlungen getroffen oder per Videokonferenz über eine Beilegung des Konflikts beraten. Das letzte Treffen der Chefunterhändler beider Länder fand nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen allerdings am 22. April statt – und ist damit einen Monat her.

Russland macht die Ukraine für den Stillstand verantwortlich. „Die Gespräche kommen in der Tat nicht voran, und wir stellen fest, dass es den ukrainischen Unterhändlern völlig am Willen mangelt, diesen Prozess fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Zuvor hatte die Ukraine erklärt, die Gespräche seien wegen der Haltung Russlands ausgesetzt worden. Moskau mangele es am Verständnis für „das, was derzeit in der Welt geschieht, und für seine extrem negative Rolle“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak.

11:06 Uhr – RWE-Chef geht von sinkenden Gaslieferungen aus

Der Vorstandschef des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, geht davon aus, dass Russland die Gaslieferungen nach Europa allmählich verringert. „Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg, und die Russen nutzen jede Möglichkeit, es für uns schwerer zu machen, indem sie die Liefermengen reduzieren, was zu höheren Preisen führt“, sagte Krebber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „Ich rechne mit einer weiteren Verknappung der Gaslieferungen und nicht damit, dass jemand den Gashahn komplett zudreht.“

Deutschland könne bis Frühjahr 2025 von russischem Gas unabhängig sein, wenn die nötige Infrastruktur zügig ausgebaut werde, fügte Krebber hinzu. „Einigermaßen handhabbar wären die Versorgungsprobleme vielleicht schon ein Jahr vorher.“

Für den Fall eines Gasmangels plädierte Krebber dafür, die Verteilung des Gases weitgehend dem Markt zu überlassen. „Wir brauchen ein dreistufiges Verfahren: Es gibt bestimmte Kunden, die absolut schützenswert sind, etwa im Gesundheitssektor. Zweitens sind Preissignale auch in Mangelsituationen das beste Mittel, um ein knappes Angebot effizient zu verteilen“, meinte der Topmanager. „Drittens brauchen wir Anreize zur Substitution und zum Sparen.“ Privathaushalte könnten nicht zu Einsparungen gezwungen werden.

RWE selbst sei inzwischen weitgehend unabhängig von russischem Gas, sagte der Konzernchef der Zeitung. „Wir haben noch einen Vertrag für eine Restmenge aus Russland, der Ende nächsten Jahres ausläuft. Aber die Größenordnung ist nicht wirklich relevant für uns. Für uns ist die Lage handhabbar.“

10:07 Uhr – Britische Außenministerin Truss fordert Nato-Waffen für Moldau

Die britische Außenministerin Liz Truss hat die Nato zu einer Aufrüstung des ukrainischen Nachbarlands Moldau aufgefordert. „Ich würde mir wünschen, dass Moldau nach Nato-Standards ausgestattet ist“, sagte Truss der Zeitung „Telegraph“ (Samstag). „Das ist eine Debatte, die wir mit unseren Verbündeten führen.“ Der russische Präsident Wladimir Putin wolle ein Großrussland schaffen, sagte Truss. „Nur weil seine Versuche, Kiew einzunehmen, nicht erfolgreich waren, bedeutet es nicht, dass er seine Pläne aufgegeben hat.“

Truss betonte, die Ukraine müsse dauerhaft fähig sein, sich zu verteidigen. „Das trifft auch auf andere verwundbare Staaten wie Moldau zu“, sagte sie. „Da die Bedrohung wiederum von Russland ausgeht, müssen wir auch sicherstellen, dass (diese Staaten) nach Nato-Standards ausgerüstet sind.“ Ein Mitarbeiter der Ministerin sagte dem „Telegraph“, gemeint sei, dass Nato-Mitglieder moderne Waffen lieferten, um die alten noch aus Sowjetzeiten stammenden Bestände zu ersetzen, sowie Ausbildung ermöglichten.

„Wir arbeiten derzeit an einer gemeinsamen Kommission mit der Ukraine und Polen zur Aufrüstung der ukrainischen Verteidigung auf Nato-Standard“, sagte Truss. „Wir werden also ausloten, wie der Stand ist, was die Ukrainer brauchen. Die Frage ist dann, wie hält man das über die Zeit aufrecht?“

Die Ex-Sowjetrepublik Moldau gilt als ärmstes Land Europas. Die prowestliche Führung hatte kurz nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt. In der seit Jahrzehnten abtrünnigen Konfliktregion Transnistrien, die an die Ukraine grenzt, kam es zuletzt immer wieder zu Gewalt. In dem Gebiet sind etwa 1500 russische Soldaten stationiert.

09:43 Uhr – Barley will Öl-Embargo ohne Ungarn beschießen

Die Vize-Präsidentin des Europaparlaments, Katarina Barley (SPD), hat gefordert, das geplante EU-Ölembargo gegen Russland ohne Ungarn zu beschließen. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wolle die EU „am Nasenring durch die Manege führen“, sagte Barley im Deutschlandfunk. Sie sehe nicht, dass Orban dem neuen EU-Sanktionspaket, welches auch das geplante Ölembargo umfasst, ohne Gegenleistung zustimmen würde.

Barley warf Orban vor, den Streit um das Ölembargo für seine „politischen Spiele“ zu nutzen, um zusätzliches Geld in sein Land zu leiten. Dabei gehe es dem rechtspopulistischen Ministerpräsidenten vor allem darum, Geld in die Kanäle seiner „Familie und Clans“ fließen zu lassen. In Ungarn existiere ein „offen korruptes System“.

Ungarn hatte im Gegenzug für eine Zustimmung zu dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Ölembargo milliardenschwere Hilfen von der EU gefordert. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sprach in dieser Woche in einer auf Facebook veröffentlichten Videobotschaft von Investitionen in Höhe von 15 bis 18 Milliarden Euro, die für die Abkehr seines Landes vom russischen Öl nötig seien.

08:50 Uhr – Russland stoppt Gaslieferung an Finnland

Russland hat am Samstagmorgen wie angekündigt seine Gaslieferungen nach Finnland gestoppt. „Die Erdgaslieferungen nach Finnland im Rahmen des Gasum-Liefervertrags wurden ausgesetzt“, teilte der staatliche finnische Energiekonzern Gasum mit. Der russische Energieriese Gazprom bestätigte den Lieferstopp. Hintergrund ist ein Streit um Rubel-Zahlungen.

Gazprom erklärte, die Gas-Lieferungen nach Finnland seien „komplett gestoppt“ worden. Zur Begründung erklärte das Unternehmen, Gasum habe die Rechnungen für die April-Lieferungen bis zur Frist am Freitag nicht in Rubel bezahlt.

Den Lieferstopp ab Samstagmorgen hatte Gazprom nach Angaben des finnischen Netzbetreibers am Freitag angekündigt. Zuvor hatte Gasum erklärt, die russische Forderung, Rechnungen für Gas-Lieferungen in Rubel zu begleichen, nicht zu akzeptieren.

05:28 Uhr – Ex-Nato-Chef Rasmussen: „Wir brauchen deutsche Führung“

Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat den zurückhaltenden Kurs der Bundesregierung angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine kritisiert. Deutschland sei „zu zögerlich bei der Lieferung schwerer Waffen und bei der Verhängung von Sanktionen“, sagte Rasmussen dem „Handelsblatt“. „Natürlich ist Deutschland in hohem Maße von russischen Gasimporten abhängig, doch ich denke, eine klare Haltung der Bundesregierung würde die gesamte Dynamik in der Ukraine verändern. Wir brauchen deutsche Führung.“

Der Däne, der von 2001 bis 2009 Ministerpräsident seines Landes und von 2009 bis 2014 Generalsekretär des transatlantischen Militärbündnisses war, forderte die Europäer auf, den Import von Öl und Gas aus Russland sofort zu stoppen. „Sicherlich wird ein Energieembargo einen Preis haben. Aber im Vergleich zu den Kosten eines langwierigen Kriegs wäre dieser Preis gering“, argumentierte Rasmussen.

Das größte Risiko sei ein Abnutzungskrieg. „Die Russen sind Experten darin, mit ungelösten Konflikten zu spielen. Wir sehen das in Georgien, in Moldau und in der ukrainischen Donbass-Region, in die sie schon 2014 einmarschiert sind. Wir sollten tun, was nötig ist, um diesen Konflikt schnell zu beenden.“ Das wirksamste Mittel sei, die Finanzierung von Putins Kriegsmaschinerie zu stoppen – und genau dafür brauche es einen Stopp aller Öl- und Gasimporte.

04.05 Uhr – Bund intensiviert Zusammenarbeit mit ukrainischem Bildungsministerium

Deutschland verstärkt seine Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Bildungsministerium um Kriegsflüchtlingskindern so einfach wie möglich einen in ihrer Heimat anerkannten Schulabschluss zu ermöglichen. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen, die zu uns kommen, nicht nur Schutz geben, sondern auch eine Perspektive“, sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger der „Augsburger Allgemeinen“ einem Vorabbericht zufolge. „Das ist vor allem für die Schülerinnen und Schüler wichtig, die kurz vor ihrem Abschluss stehen“, betonte die FDP-Politikerin. „Am besten ist, wenn sie neben dem deutschen Schulunterricht ergänzend auch digitalen Unterricht aus der Ukraine haben.“

02:05 Uhr – Nüchterner Scholz ist „eine Marke“

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hat den Kommunikationsstil von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verteidigt. „Er ist mit seiner hanseatischen Nüchternheit eine Marke. Ich kann Heino nicht die Sonnenbrille wegnehmen und Udo Lindenberg nicht den Hut.“ Und: „Wenn Olaf Scholz anfangen würde, wie (Bundeswirtschaftsminister) Robert Habeck zu reden, würden alle denken, es sei Karneval.“ Die Geschichte werde Scholz recht geben, dass seine abwägende Art die richtige sei, um seriöse Politik in ernsten Zeiten zu vermitteln.

01:36 Uhr – Moody‘s senkt Kreditwürdigkeit der Ukraine um eine weitere Stufe auf Caa3

Die US-Ratingagentur Moody‘s hat die Kreditwürdigkeit der Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs gegen das Land erneut herabgestuft. Das Herabsenken um eine Stufe auf Caa3 versah Moody‘s am Freitag (Ortszeit) mit einem negativen Ausblick – weitere Abstufungen könnten also folgen. Anfang März hatte Moody‘s die Kreditwürdigkeit der Ukraine bereits um zwei Stufen von B3 auf Caa2 gesenkt.

Grund für die erneute Herabstufung sei „ein länger währender militärischen Konflikt, als Moody‘s anfänglich erwartet hatte“. Dies erhöhe das Risiko einer Restrukturierung der ukrainischen Schulden und von Verlusten für Gläubiger in der Privatwirtschaft. Trotz umfangreicher finanzieller Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft bestehe die Gefahr, dass sich der deutliche Anstieg der ukrainischen Staatsverschuldung „als mittelfristig untragbar“ erweise, erklärte Moody‘s.

Die G7-Finanzminister unter dem Vorsitz Deutschlands hatten der Ukraine am Freitag bei ihrem Treffen in Königswinter bei Bonn zusätzliche Milliardenhilfen zugesagt. Der gemeinsamen Abschlusserklärung zufolge umfassen diese nun für das laufende Jahr 19,8 Milliarden US-Dollar (etwa 18,7 Milliarden Euro), davon wurden 9,8 Milliarden Dollar bei dem Treffen neu zugesagt.

01:05 Uhr – Militärhistoriker: Scholz zeigt Putin Angst – Krieg wird dauern

Der Militärhistoriker Sönke Neitzel hat die Warnungen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) vor einer Eskalation des russischen Kriegs in der Ukraine als „außenpolitisch unklug, ja riskant“ kritisiert. „Scholz zeigt Putin seine Angst“, sagte der Potsdamer Professor für Militärgeschichte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Das fördert das Bild eines schwachen Westens. Genau das hat dazu beigetragen, dass Putin den Krieg überhaupt gewagt hat.“

Das Überleben der Ukraine hänge von den USA ab. „Wenn sich die Ukraine auf Deutschland und die EU verlassen hätte, wäre sie jetzt russisch. Das muss man schonungslos so aussprechen“, sagte Neitzel. Nach seiner Einschätzung wird der Krieg „noch viele Jahre“ dauern. Scholz‘ Ruf nach einer Waffenruhe sei „verständlich, aber Wunschdenken“.

Keine Seite sei militärisch so geschwächt, dass sie verhandeln müsse, um eine totale Niederlage abzuwenden. Moskaus Truppen grüben sich gerade in der Südukraine entlang der Landbrücke zur Krim ein und setzten in der Ostukraine alles daran, die Donbass-Gebiete Donezk und Luhansk einzunehmen und dann zu halten.

01:03 Uhr – DGB und Union für größere und genauere Kostenentlastung

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzen sich für eine stärkere Kostenentlastung der Bürger ein. Die neue DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Rentnerinnen, Rentner und Studierende dürfen nicht leer ausgehen. Sie sollten die Energiepauschale von 300 Euro ebenfalls bekommen.“ Zudem verlangte sie „eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer für Energie sowie einen Gaspreisdeckel für alle Haushalte“.

Bei den Steuerentlastungen bemängelte Fahimi eine fehlende Zielgenauigkeit. Menschen mit geringem Einkommen hätten davon nicht genug. „Von den gesamten Kosten, die dem Staat durch das Steuerentlastungsgesetz entstehen, entfallen nur sieben Prozent auf die Erhöhung der Entfernungspauschale für Fernpendler“, sagte sie. „Der Rest wird eher mit der Gießkanne verteilt. Das gilt auch für die Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags von 1000 auf 1200 Euro.“

00:22 Uhr – Russland stuft Ex-Schachweltmeister Kasparow als „ausländischen Agenten“ ein

Die russische Regierung hat den früheren Schach-Weltmeister Garri Kasparow und den Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski auf ihre Liste der „ausländischen Agenten“ gesetzt. Der 59 Jahre alte Kasparow und der 58-jährige Ex-Tycoon Chodorkowski ließen sich ihre Aktivitäten auch durch „Quellen“ in der Ukraine finanzieren, begründete das russische Justizministerium den Schritt am Freitag in einer aktualisierten Fassung seiner Liste der „ausländischen Agenten“.

Für sie gelten zahlreiche Beschränkungen und Auflagen, unter anderem müssen sie ihren Status als „ausländische Agenten“ bei all ihren Veröffentlichungen angeben. Die Einstufung erinnert an die Diffamierung von Kritikern in der Sowjetunion als „Feinde des Volkes“ und wird in großem Ausmaß gegen Oppositionspolitiker sowie regierungskritische Journalisten und Menschenrechtsaktivisten eingesetzt. Der Kreml wirft ihnen vor, ihre Aktivitäten aus dem Ausland finanzieren zu lassen.

Der bekannte frühere Schach-Weltmeister Kasparow ist seit Langem ein Kritiker von Russlands Staatschef Wladimir Putin. Er lebt seit fast einem Jahrzehnt in den USA. Chodorkowski war in den 90er-Jahren einer der mächtigsten Geschäftsleute in Russland, bevor er nach Putins Amtsübernahme im Jahr 2000 mit dem Kreml in Konflikt geriet und zehn Jahre in russischer Haft saß.

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