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Trumps Spenderin wird UNO-Botschafterin

20 Minuten-Logo 20 Minuten 11.09.2019

Acht Monate liess sich der US-Präsident mit der Neubesetzung des Postens Zeit. Nun hat Kelly Craft, die ihm Millionen gespendet haben soll, ihren Job angetreten.

Kurz vor der UNO-Vollversammlung haben die USA nun offiziell eine neue Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Die neue Chefdiplomatin der Amerikaner bei den UNO, Kelly Craft, wurde am Dienstagabend in einer nicht-öffentlichen Zeremonie im Weissen Haus vereidigt. Dies teilte ein Sprecher mit. Der US-Senat hatte Craft Ende Juli für den Posten bestätigt.

Im Senat, der von den Republikanern von US-Präsident Donald Trump dominiert wird, hatten die Demokraten bei Crafts Nominierungsanhörung beklagt, sie bringe nicht genug Erfahrung für den wichtigen UNO-Posten mit. Craft war zuvor, seit 2017, US-Botschafterin in Kanada, hat ansonsten aber wenig diplomatische Erfahrung. Ihre erste Bewährungsprobe steht in zwei Wochen an, wenn sich die UNO-Mitgliedsstaaten zur jährlichen Generaldebatte in New York treffen.

Craft folgt auf Nikki Haley, die das Amt Ende vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen abgegeben hatte. Seitdem war der Posten unbesetzt.

Wenig Wertschätzung für die UNO

Vor ihrer Zeit als US-Botschafterin in Kanada war Craft Unternehmerin im US-Bundesstaat Kentucky. Sie ist mit Joe Craft verheiratet, einem milliardenschweren Geschäftsmann aus der Kohleindustrie. Für Trump spendeten laut «New York Times» mehr als zwei Millionen Dollar. Der «Washington Post» zufolge hatte das Paar zumindest zwischenzeitlich auch eine Gold-Mitgliedschaft in Hotels der Trump-Gruppe.

Dass Trump die Stelle nach dem Ausscheiden von Crafts Vorgängerin Nikki Haley acht Monate lang unbesetzt liess, wird in New York als deutliches Zeichen für die mangelnde Wertschätzung Trumps für die UNO gewertet. Das zeigt sich auch darin, dass der 57-jährigen Craft aus Kentucky anders als Haley kein Posten in Trumps Kabinett zukommt, was sie deutlich abhängiger von der Linie von Aussenminister Mike Pompeo macht. Experten sehen das auch als Schwächung der USA im oft blockierten UNO-Sicherheitsrat. (roy/sda)

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