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Uno-Bericht: Nordkorea hat «wahrscheinlich» kleine Atomwaffen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung 04.08.2020

Ein Expertengremium der Vereinten Nationen geht davon aus, dass Nordkorea wahrscheinlich nukleare Vorrichtungen für Sprengköpfe ballistischer Raketen entwickelt hat.

(dpa)

Nordkorea macht einem Bericht zufolge Fortschritte bei der Entwicklung von Atomwaffen. Mehrere Länder gehen davon aus, dass die Autokratie «wahrscheinlich kleine nukleare Vorrichtungen entwickelt» hat, die in die Sprengköpfe ballistischer Raketen passen. Dies geht aus einem vertraulichen Uno-Bericht hervor, deren Inhalte der Deutschen Presse-Agentur am Montag (Ortszeit) aus Diplomatenkreisen bestätigt wurden.

Auf einer Parade werden im April 2017 Interkontinentalraketen durch die Strassen von Pongyang gefahren. Damir Sagolj / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Auf einer Parade werden im April 2017 Interkontinentalraketen durch die Strassen von Pongyang gefahren. Damir Sagolj / Reuters

Das Dokument des Expertengremiums der Vereinten Nationen zur Einhaltung der Sanktionen gegen Nordkorea betonte dabei, dass die Einschätzungen auf Informationen eines Mitgliedslandes zurückgingen. «Die Demokratische Volksrepublik Korea setzt ihr Atomprogramm fort, einschliesslich der Produktion von hochangereichertem Uran und dem Bau eines experimentellen Leichtwasserreaktors», heisst es in dem Bericht weiter.

Dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nach Atomwaffen strebt, ist kein Geheimnis. Erst vor wenigen Tagen machte er bei einer Rede deutlich, dass er im Atomwaffenarsenal seines Landes eine Garantie für die Sicherheit sieht. «Dank unserer zuverlässigen und wirksamen nuklearen Abschreckung zur Selbstverteidigung wird es ein Wort wie Krieg in diesem Land nicht mehr geben», hatten ihn die Staatsmedien Ende Juli zitiert.

Frühere Verdachtsmomente

Es ist nicht das erste Mal, dass Experten vor einsatzfähigen nuklearen Sprengköpfen in den Händen von Nordkorea warnen. Bereits im Jahr 2017 hatte der amerikanische Geheimdienst den Verdacht geäussert, dass das Regime mit nuklearen Interkontinentalraketen gar das amerikanische Festland treffen könnte. Ein Jahr später wiederholte die japanische Regierung diese Befürchtung und sprach von einer «ernsthaften und unmittelbaren Bedrohung».

Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel war denn auch der zentrale Streitpunkt bei mehreren Verhandlungsrunden zwischen Washington und Pjongjang. Die bilateralen Atomgespräche stecken seit dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Trump mit Kim im Februar 2019 in Vietnam fest. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas und die Gegenleistungen Washingtons einigen.

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