Durch Nutzung dieses Diensts und der damit zusammenhängenden Inhalte stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu.
Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

«Die Situation ist für die Polizei nicht angenehm»

20 Minuten-Logo 20 Minuten vor 6 Tagen
Der Kommandant der Luzerner Polizei Adi Achermann anlaesslich der Jahresmedienkonferenz der Luzerner Polizei, am Mittwoch, 29. Maerz 2017, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler) © urs Flueeler Der Kommandant der Luzerner Polizei Adi Achermann anlaesslich der Jahresmedienkonferenz der Luzerner Polizei, am Mittwoch, 29. Maerz 2017, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

505 Mal konnte die Luzerner Polizei zwischen dem 1. Juli und dem 8. September mangels Ressourcen nicht reagieren, wie gestern bekannt wurde. Unter den 20-Minuten-Lesern sorgte dies für Diskussionen: Rund 380 Kommentare gingen zum Thema ein.

«Wir haben ein Recht auf Sicherheit»

Viele Leser haben wenig Verständnis für die Situation: «Frage mich, ob ich in einen anderen Kanton ziehen soll», schreibt Linalu. «Wir (Bürger) zahlen immer mehr und wo geht das Geld hin? Scheinbar nicht dahin, wo es gebraucht wird», meint Martin. Noch kritischer sieht es Leser Aaron: «Wir haben ein Recht auf Sicherheit. Ich überlege mir, die Regierung in Luzern zu verklagen, da sie die Sicherheit nicht mehr gewährleisten kann.»

Einige zeigen auch Verständnis – etwa Leser Dani beim Thema Ruhestörungen: «Da ist auch meist nichts los, das ist wirklich Geldverschwendung, da hinzufahren. In diesem Punkt: alles richtig gemacht!» Auch Tommy findet, dass die Polizei sich nicht um alles kümmern soll: «Es waren nur Bagatellen. Dinge, die man früher problemlos ohne Polizei regeln konnte.» Und Vanessa schreibt: «Luzern hat genügend Geld, man muss es nur sinnvoll einsetzen. Das Volk hat schon richtig entschieden, den Geldhahn zuzudrehen.»

20 Minuten bat Adi Achermann, Kommandant der Luzerner Polizei, zum Interview.

Herr Achermann, wie geht die Luzerner Polizei mit der Abbau der Überstunden um?

Die Luzerner Polizei setzt den Auftrag der Regierung um. Dieser hat unweigerlich eine Leistungsreduktion gegenüber gewissen Anspruchsgruppen zur Folge. Diese Situation ist für die Mitarbeitenden der Polizei nicht angenehm, aber aufgrund der Vorgaben unumgänglich.



In 505 Fällen konnte mangels Ressourcen nicht reagiert werden. Wie reagieren die Bürger in solchen Fällen? Haben Sie Verständnis?

Das ist ganz unterschiedlich. Die einen reagieren mit Verständnis, andere wiederum sind nicht sehr erfreut und äussern sich auch dementsprechend. Im Grossen und Ganzen aber wird aber eher mit Verständnis für die schwierige Situation der Polizei reagiert. Allerdings konnte die Polizei schon früher nicht alle gemeldeten Begehren oder Meldungen bearbeiten und musste notwendigerweise eine Triage vornehmen.



Wie wird diese Triage vorgenommen?

Die Anrufe werden bei der Einsatzleitzentrale entgegengenommen und dort priorisiert. Handelt es sich um einen dringlichen Tatbestand, der vor Ort entgegengenommen werden muss, wird eine Einsatzpatrouille vor Ort beordert. Ähnlich ist es auch bei Unfällen mit verletzten Personen. Anders hingegen ist es beispielsweise, wenn jemand eine nicht dringliche Anzeige aufgeben will: Diesen Personen raten wir, auf dem Polizeiposten vorbeizukommen. Das ist beispielsweise auch der Fall, wenn ein Parkschaden gemeldet wird, dessen Verursacher unbekannt ist.

Was sagt die Luzerner Polizei jenen Anrufern, auf deren Anliegen nicht reagiert werden kann?

Wir klären die Anrufer auf, dass wir den Auftrag der Regierung und des Volkes umsetzen. Dass diese Massnahmen unweigerlich eine Leistungsreduktion für gewisse Anspruchsgruppen bedeutet, sind wir uns bewusst. (gwa)

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von 20 Minuten

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon