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«Macht was gegen die verdammte E-Trotti-Flut»: Nach Paris steigt auch in Zürich der Unmut

watson.ch-Logo watson.ch vor 4 Tagen Adrian Müller
Teaserbild © EPA/EPA Teaserbild Die wendigen Stadtflitzer haben sich in der Seine-Metropole zu einer Plage entwickelt. Nun greifen die Stadtbehörden rigoros durch. In Zürich häufen sich ebenfalls die Klagen.

Sie sind zu schnell, stehen überall herum und werden am falschen Ort geparkt: Die Pariser Behörden haben die Nase voll von den rund 15'000 per App ausleihbaren Tretrollern. Jetzt kommt ein tödlicher Unfall dazu. Am Montagabend ist ein E-Trotti-Fahrer in einen Lastwagen gekracht und verstorben. Nach Angaben des Senders Franceinfo handelt es sich um den ersten tödlichen Unfall mit einem E-Trotti in der französischen Hauptstadt.

Nun hat Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Notbremse gezogen und ein komplettes Fahrverbot auf Trottoirs verfügt. Wer darauf pfeift, zahlt 135 Euro Busse. Ebenso soll die Zahl der E-Trottis auf 20'000 begrenzt werden. Verschiedene Verleiher planten bis Ende Jahr total 40'000 E-Scooter aufzustellen.

1600 E-Scooter in Zürich

In der Schweiz sind die Flitzer in Basel und Zürich fast an jeder Ecke anzutreffen. Ob von Flash, Tier oder Bird: In der Limmatstadt sind inzwischen bereits 1600 Leih-Trottis registriert, wie Mathias Ninck vom Zürcher Sicherheitsdepartement auf Anfrage von watson erklärt. In Basel sind es 800. In Winterthur und Zug knapp 300.

Das sind stolze Zahlen in Anbetracht der kleinräumigen Schweizer Innenstädte. Denn viele Nutzer fahren auf Trottoirs, obschon dies verboten ist. Beim Fussgängerverein Zürich sorgt dies für rote Köpfe. «E-Scooter sind ein einziges Ärgernis», sagt Präsident Klaus Zweibrücken. Er erhalte jede Woche mehrere Reklamationen von enervierten Bürgern.

Und zitiert aus einem Mail:

«Können Sie bitte etwas gegen diese verdammten E-Trottis unternehmen.»

Das Problem sei, dass die E-Trottis überall auf den Trottoirs herumstünden und den Fussgängern den Weg versperrten, so Zweibrücken weiter. «Ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern haben Angst, von den geräuschlosen Dingern umgefahren zu werden. Das Trottoir gehört den Fussgängern», so der Präsident des Zürcher Fussgängervereins weiter. Die entsprechenden Forderungen habe man bei der Stadt deponiert.

Beim Stadtzürcher Sicherheitsdepartement sieht man keinen Handlungsbedarf. Für eine Bilanz sei es aber noch viel zu früh. «Wir zählen vereinzelte Beschwerden, weil Leute auf Gehwegen oder zu zweit auf den Trottis fahren», erklärt Ninck. Er habe das Gefühl, dass das im Frühling eingeführte Regime im Grossen und Ganzen funktioniere.

Genau wie Velofahrer müssen E-Trotti-Lenker mit einer Busse von 40 Franken rechnen, wenn sie unerlaubt auf einem Trottoir fahren. Ob und wie viele Bussen die Stadtpolizei an E-Trotti-Fahrer ausgesprochen hat, bleibt aber unklar. Die Polizei führt E-Trottis in keiner eigenen Statistik.

Bern sperrt E-Scooter (vorerst) weg

Auch Basel will nichts von einem Scooter-Chaos wissen: «Die E-Trottis verteilen sich mittlerweile gut über die Stadt. Die Trottis sind beliebt. Wir lassen den Markt spielen», sagt Nicole Ryf, Sprecherin des Basler Verkehrsdepartementes zu watson. Es sei nicht vorgesehen, die Anzahl der Anbieter zu beschränken. In Basel dürfen pro E-Trotti-Anbieter maximal 200 Flitzer in der Stadt verteilt werden.

Die Stadt Bern hingegen sperrt E-Trottis vorerst aus. Denn im Gegensatz zu Zürich oder Basel braucht es für die Nutzung des öffentlichen Raumes in Bern eine Bewilligung. Das entsprechende Bewilligungsverfahren für E-Scooter wird bis 2020 ausgearbeitet.

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