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Baustelle ist schuld an Trinkwasser-Verschmutzung

Basler Zeitung-Logo Basler Zeitung vor 5 Tagen Lisa Groelly

Seit Donnerstag darf die Bevölkerung in und um Liestal ihr Leitungswasser wieder trinken.

Entwarnung: Keine Fäkalbakterien mehr im Wasser. Foto: Dominik Plüss © Bereitgestellt von Tamedia AG Entwarnung: Keine Fäkalbakterien mehr im Wasser. Foto: Dominik Plüss

Das Trinkwasser in den Gemeinden Liestal, Arisdorf, Lausen, Seltisberg, Lupsingen und Nuglar-St. Pantaleon ist wieder sauber und darf seit gestern Nachmittag wieder ohne Einschränkungen getrunken werden.

Die Auswertung der Proben, die das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am Mittwochabend in den betroffenen Gemeinden genommen hat, zeigte gestern, dass sich im Wasser keinerlei Kolibakterien mehr befinden. «Hier herrscht absolute Nulltoleranz», betont Rolf Wirz, Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion und Mitglied des Informationsdienstes des Krisenstabs.

Die Bevölkerung kann das Wasser wieder wie gewohnt verwenden, ohne es vorher abkochen zu müssen. Leuten, die in der vergangenen Woche in den Ferien waren oder gewisse Leitungen nicht benutzt haben, empfiehlt der Kanton, das Wasser vor Gebrauch zwei bis drei Minuten laufen zu lassen. Dasselbe gilt für warmes Wasser, wenn der Boiler längere Zeit nicht in Betrieb war.

Verdacht erhärtet

Der schon am Montag geäusserte Verdacht, dass die Verschmutzung womöglich auf die rege Bautätigkeit in Liestal zurückzuführen ist, hat sich erhärtet. Laut Rolf Wirz sei Wasser aus einer Abwasserleitung in eine Baugrube gelaufen. In derselben Grube habe sich auch eine stillgelegte Trinkwasserleitung befunden. Als diese wieder ans Netz genommen wurde, muss das verschmutzte Wasser ins Leitungssystem gelangt sein.

Von welcher Baustelle das verschmutzte Wasser stammt, ist zwar klar, wird aber noch nicht kommuniziert. «Die Stadt Liestal sucht nun zuerst nach dem Verursacher und klärt die genauen Umstände ab, bevor sie wieder informiert», sagt Wirz. Der Leitungsabschnitt sei aber isoliert worden und es gehe keine Gefahr mehr von ihm aus.

Bereits am vergangenen Freitag begann der Kantonschemiker Peter Brodmann damit, das verschmutzte Wasser mit Chlor zu behandeln. Proben vom Montag zeigten dann, dass keine Kolibakterien mehr in den Trinkwasserleitungen waren. Daraufhin wurden die Chlorungen eingestellt, um zu überprüfen, ob die Keime auch ohne Chlor nicht zurückkehren. Da eine Messung24 Stunden benötigt, konnte das Wasser erst gestern wieder für sauber erklärt werden.

Glimpflich abgelaufen

Die Beprobung geht nun im Tagesrhythmus weiter, wie Rolf Wirz sagt. Ab kommender Woche sind dann wieder die gewohnten Intervalle vorgesehen.

Die Hotline, die der kantonale Krisenstab für die Bevölkerung eingerichtet hat (0800 800 112), ist nach wie vor in Betrieb. Sie läuft auch das Wochenende über zwischen 8 und 24 Uhr. Ab Montag können sich die Leute an ihre Gemeindeverwaltung respektive die Stadtverwaltung Liestal wenden. Ausserdem ist auf der Website des Krisenstabs unter www.kks.bl.ch ein Dokument mit oft gestellten Fragen zur Freigabe des Trinkwassers und deren Antworten aufgeschaltet.

Nach wie vor gibt es keine bestätigten Fälle von Personen, die aufgrund der Trinkwasserverschmutzung Beschwerden aufwiesen. Auch im Kantonsspital Baselland in Liestal gab es in den vergangenen Tagen keine Häufung von Patienten. Rolf Wirz möchte das Geschehene nicht verharmlosen, doch er betont: «Wir waren noch sehr weit weg von giftigem Wasser.»

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