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Der Himmel bleibt blau

Neue Züricher Zeitung-Logo Neue Züricher Zeitung 14.09.2017 Walter Bernet
© Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung
Der berühmte blaue Himmel mit Wolken und Regenbogen am Kreuzplatz ist verschwunden. Jetzt entsteht am andern Ende der Stadt ein Wolkenhimmel mit Schiff. Die Idee stammt vom Zürcher Künstler Redl.

Das «Himmelhaus» am Kreuzplatz war einst Stadtgespräch. Aus Amerika hatte die Idee der Gebäudemalerei den Weg in die Schweiz gefunden. Eher zufällig fand der Entwurf einer jungen Grafikerin schliesslich einen Platz auf der Wand des Gebäudes Kreuzplatz 16. Der hellblaue Himmel mit dem Regenbogen und den Wolken wurde zum Markenzeichen der Drogerie in dem Haus und hielt sich über 40 Jahre. Im August ist das Haus und mit ihm die blaue Wand abgebrochen worden.

Bloss ein Muntermacher?

Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die ungewohnte Fassadengestaltung Stadtgespräch. Handelt es sich um Kunst am Bau oder geschmackloses Ärgernis? Die NZZ war damals nicht so streng. «Etwas frech», meinte sie, aber die Fassade versöhne sogleich durch ihre entwaffnende Liebenswürdigkeit und strahlende Laune. Seither sind Jahrzehnte vergangen, und die Graffitikunst hat den Erdball überzogen. Ist es noch der Rede wert, wenn in Zürich kurz nach dem Abbruch am Kreuzplatz eine neue Fassade mit einem riesigen Wandbild versehen wird? Und muss man erneut darüber diskutieren, ob es sich um einen blossen Gag oder um ernstzunehmende Kunst handelt? Das neue Bild steht unmittelbar vor der Vollendung und befindet sich an der Stirnfassade des Bürogebäudes Limmatstrasse 291 beim Schütze-Areal im Zürcher Kreis 5. Es zeigt eine junge, mit Feldstecher bewehrte Frau auf einem Segelschiff mit nach vorne und oben gerichtetem Blick. Ein Muntermacher, der sich in Zeiten der Ungewissheit an die junge, die KV Business School vis-à-vis bevölkernde Generation richtet? Oder der auf die zahlreichen Galerien in der Nachbarschaft verweist? Mit Sicherheit ist das Bild ein Blickfang!

Geprüft und für gut befunden

Das Gebäude befindet sich seit 2004 im Besitz des Immobilienunternehmens PSP Swiss Property. Mit der Idee einer Bemalung der leeren, fensterlosen Fassade ist der Graffitikünstler, Grafiker und Illustrator Patrick Redl Wehrli von sich aus an die Liegenschaftenbesitzerin gelangt. Der vielseitig aktive Redl hat zuletzt etwa durch seine Bilder auf den Abschrankungen der Quaibrücke-Baustelle von sich reden gemacht, die die Stadt Zürich vor zwei Jahren nach Abschluss der Arbeiten verkaufte. Redl hat sein künstlerisches Fundament in der Hip-Hop-Kultur der achtziger Jahre. 1983 sprayte er sein erstes Bild.

Man habe die Idee geprüft und für gut befunden, heisst es bei PSP Swiss Property. Die Malerei passe in die Umgebung und gebe der schmucklosen Liegenschaft etwas Besonderes. Das Motiv habe der Künstler vorgeschlagen, dem man dabei Freiheit gelassen habe. Ein generelles Konzept der Immobilienfirma zum gestalterischen Umgang mit ihren Liegenschaften stecke aber nicht dahinter. Das Gespräch mit den Galerien der Umgebung und unter den Mietern der Liegenschaft hat man im Vorfeld offenbar nicht gesucht. Sie hatten keinen Einfluss auf die Wahl, sondern wurden erst kürzlich informiert.

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