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Die Aaretemperatur macht einen grossen Sprung

BZ BERNER ZEITUNG-Logo BZ BERNER ZEITUNG 25.06.2019 Silvan Baumann

Heisses Wetter trifft auf kühles Wasser. Das Knacken der 20-Grad-Marke steht in Bern kurz bevor.

Der Sprung in die Aare verschaffte am Dienstag vielen Bernerinnen und Bernern eine willkommene Abkühlung. © Peter Schneider/Keystone Der Sprung in die Aare verschaffte am Dienstag vielen Bernerinnen und Bernern eine willkommene Abkühlung.

Seit wenigen Tagen stürzen sich die mutigeren Bernerinnen und Berner in die Aare. Die Abkühlung ist bei dem heissen Wetter wieder gefragt. Die etwas anspruchsvolleren Aareschwimmer fanden bisher noch keinen Gefallen. Der Fluss blieb stets unter 18 Grad Celsius – bis jetzt. Den bisherigen Jahreshöchstwert in Bern hat die Aare locker gebrochen. 19 Grad zeigte das Thermometer am späten Dienstagnachmittag an.

Die 20-Grad-Marke scheint greifbar. Doch genügt die Hitze der nächsten Tage, um diesen Wert zu erreichen? Oder ruiniert das Schmelzwasser aus dem Oberland den Traum von einer Aare, die so warm ist wie das Mittelmeer?

Wind bestimmt Temperatur

Mit langer Sonneneinstrahlung und hoher Lufttemperatur sind die beiden wichtigsten Faktoren für eine warme Aare bereits gegeben. Edith Oosenbrug vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) bestätigt dies: «Diese Woche wird die Wassertemperatur sicher deutlich ansteigen.» Allerdings berechne das Bafu keine Prognosen zur Wassertemperatur und könne somit keine genauen Zahlen voraussagen.

Über den Anstieg auf 20 Grad entscheidet zudem ein weiterer Faktor: der Wind auf dem Thunersee. «Je nach Windrichtung gelangt warmes Oberflächenwasser vom See in die Aare, oder es wird nach Interlaken gedrückt», sagt Oosenbrug. Im zweiten Fall fliesse schliesslich kühleres Wasser die Aare hinunter.

Für die nächsten Tage ist auf dem Thunersee zwar Wind in Richtung Interlaken gemeldet, doch dieser ist ziemlich schwach. Dass die aktuelle Hitzewelle eine 20-grädige Aare nach Bern bringt, ist also sehr wahrscheinlich. Doch auch ein baldiger Temperatursturz kann nicht ausgeschlossen werden. Bei der aktuell sehr hohen Nullgradgrenze gelangt viel Schmelzwasser in die Gewässer. «Daher sind die alpinen Flüsse auch noch relativ kühl», erklärt Edith Oosenbrug. Die beiden Oberländer Seen bremsen diesen Einfluss auf die Aare jedoch aus.

Die Abflussmenge in Bern bleibt in den kommenden Tagen hoch und die Strömung stark. «Beim Aareschwumm ist deshalb zurzeit grosse Vorsicht geboten», warnt Oosenbrug.

Sustenpass öffnet wieder

Das grosse Schmelzen in den Bergen hat aber auch seine Vorteile. Am vergangenen Wochenende berichtete diese Zeitung noch von zugeschneiten SAC-Hütten und der Tour de Suisse, die umgeleitet werden musste. Am Mittwochmorgen wird die Wintersperre am Sustenpass aufgehoben, und in den Bergen wird es von Tag zu Tag grüner.

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