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Wirt will bei Gault-Millau nicht erwähnt werden

20 Minuten-Logo 20 Minuten vor 6 Tagen

Der Gasthof zur Linde in Wynigen BE hat es dieses Jahr erstmals in den Restaurantführer Gault Millau geschafft. Besitzer Stefan Gygax wehrte sich jedoch vehement gegen den Eintrag.

Rund 870 Restaurants haben es landesweit ins Gault-Millau-Ranking 2020 geschafft. Eines von ihnen ist der Landgasthof zur Linde in Wynigen BE. Für Besitzer und Koch Stefan Gygax ist es das erste Mal, dass er in den renommierten Restaurantführer aufgenommen wurde. Doch die 13 Gault-Millau-Punkte freuen ihn gar nicht, wie die «Berner Zeitung» berichtet.

«Ich bin sehr verärgert»

«Ich bin sehr verärgert, dass mein mehrfach telefonisch geäusserter Wunsch, nicht im Restaurantführer erwähnt zu werden, nicht respektiert wurde», sagt Gygax gegenüber der Zeitung. Von einem Eintrag im berühmten Essführer wolle er nichts wissen. Er überlege sich sogar, gegen die Herausgeber des Gault Millau rechtliche Schritte einzuleiten, um sich dagegen zu wehren.

Seit 1995 wird der Gasthof in vierter Generation von Stefan Gygax und seiner Frau geführt. Das Erfolgskonzept des Betriebs liege in der Treue der Stammgäste und der Mund-zu-Mund-Propaganda, sagt Gygax. Das Zielpublikum des Landgasthofes seien nicht jene, die den Essführer lesen. Ein Eintrag im Gault Millau stört den Besitzer deswegen. «Ich habe mich noch nie verkauft oder gebeugt – und daran werde ich nichts ändern», erklärt der Koch. «In diesem Zirkus habe ich nichts verloren.»

Kein Guide der Luxusadressen

Urs Heller, Chefredaktor Gault Millau Schweiz, ist erstaunt, dass sich Gygax über den Eintrag beschwert. «Eine Lobeshymne von der ersten bis zur letzten Zeile – in der Regel eigentlich ein Grund zur Freude», so Heller zu 20 Minuten. In den letzten 30 Jahren habe der Restaurantführer noch nie eine rechtliche Auseinandersetzung gehabt. Die meisten Betriebe würden die Arbeit von Gault Millau schätzen und einen Eintrag nicht verachten.

Man scoute explizit tolle Landgasthöfe, weil auch diese Gastronomie zur Gault-Millau-DNA gehöre, erklärt Heller. Der Gault Millau sei kein Guide der Luxusadressen, sondern habe etwas für alle. Zugleich sei er «kein Club, dem man nach Belieben beitreten oder nicht beitreten kann», so der Chefredaktor. Auf einen Eintrag verzichtet werde etwa bei familiären Probleme oder Sorgen mit der Nachfolgeregelung.

(km)

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