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News aktuell

Rätsel um Steinschlag am Walensee

20 Minuten-Logo 20 Minuten vor 6 Tagen
© Arno Balzarini

Im Juni 1997 lösten sich im Gebiet Lochezen mehrere hundert Kubikmeter Steingeröll und stürzten in den Walensee. Menschen kamen bei jenem Ereignis keine zu Schaden.

Der Steinbruch Lochezen ist mittlerweile stillgelegt. Stattdessen testet eine Firma dort neue Steinschlagschutzsysteme. Dies scheint auch bitter nötig. Denn gemäss dem «Sarganserländer» wurde ein Wassersportler Anfang September von der Seepolizei aus dem Gebiet weggewiesen. Dort kämen Steine «wie noch nie» herunter, so die Warnung. Wie das «Regionaljournal Ostschweiz» von SRF berichtete, gingen in der Folge mehrere Meldungen wegen Steinschlags ein.

In den kommenden Wochen soll es nun eine Begehung geben. Mit dabei sind Vertreter der Seepolizei und der Gemeinde. «Aufgrund der Steinschlagmeldungen besteht sicherlich Handlungsbedarf», so Angelo Umberg, Gemeindepräsident von Walenstadt, gegenüber dem «Regionaljournal».

Tsunami im Walensee?

Wie sähen die Folgen für die Walensee-Region aus, wenn sich plötzlich eine grosse Felspartie lösen und in den See donnern würde? Einer ähnlichen Frage gehen derzeit Geologen am Vierwaldstättersee nach. Das Schlagwort hier: Tsunami-Gefahr. Ein vier Meter hoher Tsunami ereignete sich nämlich am 23. September 1687, weil das Delta der Muota in Brunnen abrutschte. Die Folge war, dass die bis zu vier Meter hohe Welle weite Küstenteile des Vierwaldstättersees verwüsteten.

Die Gefahr eines «Steinschlag-Tsunami» am Walensee besteht laut Geologe Hans Mohr von der BTG Büro für Technische Geologie AG in Sargans nicht. Die Lage hält er für nicht gefährlicher als sonst – es sei denn, es würden keine Massnahmen ergriffen. «Regelmässige Felsreinigungen sind von grosser Bedeutung. Sie gewähren einen ständigen Blick auf die Felspartien und garantieren damit für Sicherheit», sagt Mohr. Ständig angepasste Sicherheitsmassnahmen wie Stahlseile seien ebenfalls von grosser Bedeutung.

Wanderin am Kopf verletzt

Geologe David Imper von der Impergeologie AG in Mels gibt an, dass ein Felssturz am Walensee zwar unwahrscheinlich, aber theoretisch möglich sei. Ein solches Ereignis würde sich jedoch anbahnen. «Das passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Man würde die Risse messen und Sicherheitsvorkehrungen treffen», so Imper.

Gefährlicher stellt sich die Lage zwischen Weesen und Betlis dar. Dort wurde im Februar dieses Jahres eine Wanderin von Steinschlag am Kopf getroffen. «Sie lag in einer grösseren Blutlache», berichtete damals eine Augenzeugin. Die Frau musste mit schweren Verletzung ins Spital geflogen werden.

(jeh)

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