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So wird Windows wieder schnell

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger 18.03.2018 Matthias Schüssler
So wird Windows wieder schnell © Bereitgestellt von Tagesanzeiger So wird Windows wieder schnell

Der klassische Frühjahrsputz fürs Microsoft-Betriebssystem: Was nötig ist, und was Sie sich getrost schenken können.

In der schnelllebigen Computerwelt hält sich ein Thema seit Jahrzehnten mit erstaunlicher Hartnäckigkeit: nämlich die Diskussionen, wie man sein Betriebssystem aufräumt und den Computer wieder schneller macht. Kein Wunder, denn der «Software-Erosion» (englisch auch Software rot, also Software-Verfaulung) ist eine Tatsache, die fast jeder PC-Nutzer schon beobachtet hat: Programme und Betriebssystem werden mit der Zeit immer träger und langsamer, was die Freude an der Arbeit deutlich schmälert.

Im Video gehen wir der Frage nach, was wirklich gegen die digitalen Zerfallserscheinungen hilft, und auf welche Massnahmen und vermeintlichen Wunderprodukte man getrost verzichten kann. Und die gute Nachricht gleich vorneweg: Windows hat in letzter Zeit gute Fortschritte gemacht.

Massnahmen gegen digitale Zerfallserscheinungen

Die wichtigsten Massnahmen sind simpel, und sie lassen sich mit Mitteln des Betriebssystems in Angriff nehmen. Und in Kombination mit etwas Vorbeugung ist die Software-Erosion auch nicht mehr so schlimm wie früher.

Das sind, zusammengefasst, die Empfehlungen:

Die wichtigste Methode ist bei Windows weiterhin die Bändigung der selbststartenden Programme: Geben Sie Eingabe «Auto» ins Windows-Suchfeld ein, und klicken Sie auf «Prozesse anzeigen, die beim Start von Windows automatisch gestartet werden». Es erscheint eine Liste mit allen Programmen, die automatisch ausgeführt werden. Doch viele der Selbststarter können manuell nach Bedarf ausgeführt werden und dürfen daher deaktiviert werden. Und wenn nicht, kann man ein wirklich wichtiges Programm an der gleichen Stelle auch wieder einschalten.

Der klassische Frühjahrsputz

Zum klassischen Windows-Frühjahrsputz gehört das Entsorgen temporärer Dateien. Diese werden von Programmen und dem Betriebssystem für manche Arbeitsschritte selbsttätig angelegt und dann nicht gelöscht. Das hat Datenmüll zur Folge, der unnötig Platz belegt. Windows bietet in den Einstellungen in der Rubrik «System» bei «Speicher» die Möglichkeit, diese Rückstände zu entfernen. Und neuerdings gibt es sogar die Option «Speicheroptimierung», mit der eine kontinuierliche, automatische Bereinigung erfolgt.

Windows räumt inzwischen von ganz allein auf.

Wir empfehlen, via «Freigeben von Speicherplatz ändern» kurz zu prüfen, welche Aufräumaktionen ausgeführt werden. Worauf es dabei ankommt, wird im Video erklärt. Übrigens: Wenn Sie Ihre Datenablage einer Intensivreinigung unterziehen möchten, finden Sie in einem früheren Video die Instruktionen dazu.

Aufräumaktion im Programmordner

Eine ebenfalls elementare Aufräumaktion ist, Programme auf den neusten Stand zu bringen und alle Softwareprodukte zu entfernen, die veraltet sind und nicht mehr benötigt werden. Dabei können Programme von Drittherstellern helfen: Secunia Personal Software Inspector wird seit Jahren von vielen Windows-Anwendern genutzt, um den Softwarebestand einer Aktualisierung zu unterziehen: Das Programm ist einfach in der Benutzung, effektiv und für Privatanwender obendrein kostenlos.

Leider hat der Hersteller entschieden, diese Software demnächst einzustellen, weswegen im Video eine Alternative vorgestellt wird. Der oft empfohlene FileHippo App Manager hat im Test nicht funktioniert, weswegen die Empfehlung nun auf Kaspersky Software Updater lautet. Diese Software funktioniert akzeptabel, ist aber auch ein Werbevehikel für die kostenpflichtigen Sicherheitsprodukte des russischen Herstellers. So behauptet sie beispielsweise, der in Windows eingebaute Virenschutz sei nicht ausreichend, was unserer Meinung nach nicht zutrifft.

Automatisch Altlasten im Programmordner aufspüren.

Kaspersky Software Updater bietet an, die alten Programmversionen auf den neusten Stand zu bringen. Das klappt nicht immer, und wenn man ein älteres Programm nicht mehr benötigt, dann sollte man es über die Windows-Einstellungen und «Apps» in der Rubrik «Apps & Features» deinstallieren. Detaillierte Informationen zur Softwaredeinstallation und Tipps zur Vorbeugung von Softwareproblemen finden Sie übrigens in diesem Beitrag hier.

Digitale Quacksalberei

Das Problem mit der Software-Erosion hat viele Hersteller dazu veranlasst, aus der Not eine Tugend (für sich selbst) zu machen: Es gibt eine fast unüberschaubare Zahl von Programmen, die kontrollieren, optimieren, defragmentieren, korrigieren und aktualisieren – und die vor allem den Mund in Sachen Eigenwerbung ziemlich voll nehmen: ein Klick, und der Computer ist wieder wie neu, wird unverhohlen behauptet.

Das ist in den meisten Fällen digitale Quacksalberei: Viele Programme nützen entweder nichts oder bringen einen nur marginalen Nutzen, der den Kaufpreis und den Aufwand nicht wert ist. Und manche Programme sind nicht komplett nutzlos, aber nicht für einen allgemeinen Frühjahrsputz oder zur Prävention geeignet.

Ein solches Beispiel ist CCleaner: Dieses Programm wird gern empfohlen und von vielen Anwendern routinemässig benutzt. Es bringt aber nur dann etwas, wenn erfahrene Anwender es für die gezielte Problemlösung einsetzen – zum Beispiel wie hier beschrieben.

Risiken und Nebenwirkungen

Wer sich nicht zu den Windows-Profis zählt, sollte auf den Einsatz verzichten, weil CCleaner auch Risiken und Nebenwirkungen hat: So will einem der Hersteller bei der Installation eine Antivirensoftware unterjubeln, die man wahrscheinlich gar nicht haben möchte. Und wie ein spektakulärer Hackerangriff im letzten Jahr gezeigt hat, lässt sich eine solche Wartungssoftware auch zweckentfremden.

CCleaner ist nicht das Wundermittel, für das es manche halten.

Fazit: Die normale Windows-Wartung lässt sich heute recht schnell und unkompliziert erledigen. Und wenn Probleme auftauchen, die sich nicht so ohne weiteres beseitigen lassen, hat Windows eingebaute Hilfsmittel parat. Es gibt in den Einstellungen unter «Update und Sicherheit» im Abschnitt «Problembehandlung» eine inzwischen recht lange Liste mit gängigen Ärgernissen, die sich im Idealfall automatisiert beheben lassen.

Und falls nicht, ist auch der letzte Ausweg nicht mehr so diffizil wie früher: Bei älteren Windows-Versionen musste man eine Reparatur- bzw. Neuinstallation durchführen, wenn sich die Software-Erosion nicht hat aufhalten lassen. Heute kommt man mit der Wiederherstellung ans Ziel. Diese findet sich in den Einstellungen bei «Update und Sicherheit» im gleichnamigen Abschnitt. Es gibt zwei Varianten: Bei der ersten bleiben Daten und Dokumente erhalten, bei der zweiten wird das System auf den Fabrikzustand zurückgesetzt. Mit welchem Verfahren Sie ans Ziel kommen, müssen Sie ggf. ausprobieren. In beiden Fällen ist es wichtig, vorab eine Datensicherung anzulegen.

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