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Windows wird degradiert

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger 04.04.2018 Rafael Zeier
Windows wird degradiert © Bereitgestellt von Tagesanzeiger Windows wird degradiert

Microsoft plant eine interne Reorganisation. Diese zeigt, wie es mit dem Konzern und seinen Produkten weitergeht.

Während sich Apple und Facebook in den Haaren liegen und Amazon von Donald Trump ins Visier genommen wird, wagt der vierte amerikanische Techgigant, Microsoft, eine Reorganisation.

Reoganisationen und Umstrukturierungen haben beim Techkonzern aus Redmond Tradition. Alle paar Jahre baut die Firma ihr Organigramm um, es gibt neue Teams, und ein paar Produkte und Manager werden aussortiert.

Im Kern getroffen

Was auf den ersten Blick wie eine Beschäftigungstherapie für Firmenbosse aussieht, hat reale Konsequenzen für Nutzerinnen und Nutzer von Microsoft-Produkten und zeigt, wie die Firma sich die Zukunft vorstellt.

Das prominenteste Opfer der aktuellen Reorganisation ist ausgerechnet der einstige Kern von Microsoft: die sogenannte Windows- und Geräte-Gruppe. Die gesamte Abteilung wird filetiert und anderen Abteilungen zugeteilt. Der langjährige Windows-Chef Terry Myerson verlässt das Unternehmen. Ob freiwillig oder unfreiwillig, ist unklar.

Cloud statt Windows

Die neuen Teams heissen «Erfahrungen und Geräte» und «Cloud und Künstliche Intelligenz». Mit dieser Reorganisation sendet der Microsoft-Chef Satya Nadella ein klares Signal. Die Hoffnungsträger im Unternehmen sind inzwischen andere. Die Azure-Cloud-Plattform floriert, und selbst Office-Abos verkaufen sich gut. Beides sind plattformunabhängige Angebote. Windows braucht es dazu nicht mehr zwingend.

Das heisst freilich nicht, dass das einst dominierende Betriebssystem fallen gelassen wird. Microsoft hat lediglich seine Position innerhalb des Unternehmens zurechtgestutzt. Windows soll künftig noch enger mit dem Abodienst «Microsoft 365», dem auch Office angehört, verknüpft werden.

Diese Degradierung kommt nicht überraschend. Bereits an der letzten Entwicklerkonferenz im Mai 2017spielte Windows nur noch eine Nebenrolle und wurde erst am zweiten Konferenztag zum Thema.

Sorgen, dass Microsofts Hardware-Ambitionen – namentlich die Surface-Tablets und -Laptops – der Reorganisation zum Opfer fallen, braucht man sich übrigens keine zu machen. Der Surface-Chef Panos Panay wurde zum «Chief Product Officer» befördert. Und der Firmenchef verspricht in einem internen E-Mailbereits neue Gerätekategorien und Möglichkeiten.

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