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Haushaltsenergiepreise Österreichs im Juni deutlich unter Vorjahr, Microsoft bestätigt Interesse an Videoplattform Tiktok - und weitere Wirtschaftsmeldungen

Neue Zürcher Zeitung-Logo Neue Zürcher Zeitung vor 1 Tag

Haushaltsenergiepreise Österreichs im Juni deutlich unter Vorjahr

(apa) Die Preise für Haushaltsenergie waren im Juni um 8,2 Prozent niedriger als im Jahr davor. Im Monatsvergleich war Haushaltsenergie wegen leicht anziehender Sprit- und Heizölpreise mit einem Preisanstieg um 0,3 Prozent erstmals seit vier Monaten wieder teurer.

Dies geht aus dem von der österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor, der am Montag publiziert wurde. Der Verbraucherpreisindex ist im Juni demnach gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen, im Jahresvergleich um 1,1 Prozent.

«Die letzten Monate waren durch sinkende Energiepreise geprägt, dieser Trend ist im Juni 2020 vorerst beendet», so Energieagentur-Geschäftsführer Peter Traupmann.

Die Rohölpreise zogen durch die im Mai begonnenen Nachfragesteigerungen im Juni wieder an, so die Energieagentur. Dies spiegle sich gemeinsam mit dem in Österreich steigenden Treibstoffbedarf in den Spritpreisen wider. «Das Verkehrsaufkommen rund um die Ballungsräume in Österreich ist mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau», sagte Traupmann. Für die Klima- und Luftqualität seien das schlechte Nachrichten. «Der erdölbasierte Individualverkehr bleibt damit das grosse Sorgenkind für den Klimaschutz.» Es seien aber bereits wichtige Schritte zur Reduktion der CO2-Emissionen im Verkehr gesetzt worden wie etwa die Erhöhung der Förderungen für E-Mobilität.

Steigender Strompreis

Superbenzin war im Juni um 19,7 Prozent billiger als im Juni 2019; Diesel um 17,3 Prozent. Heizöl kostete fast ein Viertel (24,3 Prozent) weniger. Im Vergleich zum Vormonat Mai verteuerte sich Superbenzin aber um 0,9 Prozent, Diesel und Heizöl um je 0,7 Prozent.

Gas war im Juni 2020 um 1 Prozent billiger als vor einem Jahr. Am stärksten verteuerte sich Strom mit einem Preisanstieg um 5,4 Prozent. Fernwärme kostete um 0,7 Prozent mehr. Der Preis für Holzpellets stieg um 1,2 Prozent, jener für Brennholz um 0,6 Prozent.

Im Monatsvergleich war Brennholz um 0,3 Prozent billiger. Holzpellets kosteten um 0,7 Prozent weniger. Unverändert waren die Preise für Strom, Gas und Fernwärme.

Microsoft bestätigt Interesse an Videoplattform Tiktok

Das Microsoft Unternehmen bestätigte am Sonntag, dass es bis zum 15. September einen Deal mit ByteDance machen will um das Tiktok Geschäft in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu übernehmen. Florence Lo / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Das Microsoft Unternehmen bestätigte am Sonntag, dass es bis zum 15. September einen Deal mit ByteDance machen will um das Tiktok Geschäft in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland zu übernehmen. Florence Lo / Reuters

(dpa) Der Softwareriese Microsoft strebt eine Übernahme des US-Geschäfts und weiterer Aktivitäten der internationalen Videoplattform Tiktok an. Der Konzern teilte am Sonntag (2. 8. Ortszeit) mit, trotz Bedenken von US-Präsident Donald Trump weiter Gespräche mit Tiktoks chinesischem Eigentümer ByteDance führen zu wollen.

Microsoft will nach eigenen Angaben bis zum 15. September einen Deal erzielen. ByteDance steht unter hohem Druck, Tiktoks US-Geschäft zu verkaufen, da die Trump-Regierung wegen Sicherheitsbedenken ein Verbot der beliebten App in den Vereinigten Staaten angekündigt hat.

US-Medien hatten bereits über ein Interesse von Microsoft berichtet, danach äusserte sich Trump jedoch ablehnend dazu. Nun erklärte das Unternehmen, sich darüber im Klaren zu sein, wie wichtig Trumps Einwände seien und versprach, sich damit weiter auseinanderzusetzen.

Microsoft will der Mitteilung nach nicht nur das US-Geschäft von Tiktok übernehmen, sondern auch das in Kanada, Australien und Neuseeland. Dabei sei der Konzern auch offen gegenüber anderen Investoren, die sich als Minderheitspartner beteiligen. Microsoft betonte, dass die Verhandlungen in einem vorläufigen Stadium seien und es keine Sicherheit gebe, ob eine Einigung erzielt werde.

Tiktok ist eine international erfolgreiche Videoplattform, die in 65 Sprachen auf 175 Märkten angeboten wird. Nutzer können dort selbsterstellte Clips hochladen oder die von anderen ansehen. In Festland-China gibt es nur die zensierte Version Douyin. Die US-Regierung fürchtet, dass über Tiktok Daten von US-Bürgern in die Hände der chinesischen Kommunistischen Partei geraten.

Siemens Healthineers will Varian Medical Systems kaufen

Siemens Healthineers will laut Agenturberichten Varian Medical Systems übernehmen. ; Michaela Rehle /Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Siemens Healthineers will laut Agenturberichten Varian Medical Systems übernehmen. ; Michaela Rehle /Reuters

(reu) Die Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns, Siemens Healthineers, ist in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Übernahme des auf Krebsbekämpfung spezialisierten Medizingeräteherstellers Varian Medical Systems. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht auf Sonntag. Das Geschäft habe ein Volumen von 15 Milliarden Dollar. Der Abschluss könne in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. Das Vorhaben könne aber auch noch scheitern, hiess es weiter.

Europäische Rüstungskonzerne wollen auf US-Technik verzichten

(reu) Europäische Rüstungskonzerne streben nach einem Medienbericht den Verzicht auf die Verwendung von US-Technik an. Damit wollten die Unternehmen amerikanische Auflagen umgehen, berichtete die «Welt am Sonntag». Betroffen sei unter anderem der Bau von Helikoptern, das neue Sturmgewehr der deutschen Bundeswehr wie auch der geplante neue europäische Kampfjet. Hintergrund sei, dass die USA sich bisher über die sogenannten ITAR-Vorschriften (International Traffic in Arms Regulations) die Möglichkeit sicherten, bei Produkten mit US-Technik die Kontrolle zu behalten und gegebenenfalls Exporte einzuschränken.

«Mit ITAR free und ohne Auflagen anderer amerikanischer Regulierungssysteme bekommt Europa mehr Freiheit, an wen Rüstungsprodukte geliefert werden», sagte Florent Chauvancy, Verkaufschef der Helikoptertriebwerkssparte des französischen Herstellers Safran, dem Blatt. «Zu den Vorteilen von hundert Prozent europäischen Produkten gehört auch, dass die Daten aus dem Betrieb in Europa bleiben und nicht in Hände von aussereuropäischen Ländern wandern.»

Flugzeug-Zulieferer Spirit Aerosystems baut 1100 Arbeitsplätze ab

(reu) Der US-Flugzeugzulieferer Spirit Aerosystems will 1100 Arbeitsplätze abbauen. Dies teilte der Konzern in der Nacht auf Samstag mit. Die Hauptgründe für die Massnahmen sein die Flugverbote für Boeing-Maschinen des Typs 737 MAX sowie wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie, hiess es. Vor einem Monat hatte das Unternehmen bereits bekannt gegeben, es strebe Hilfen von seinen Gläubigern an.

Morphosys: US-Behörde FDA hat Krebsmittel Monjuvi zugelassen

(reu) Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat nach Angaben des Biotech-Unternehmens Morphosys aus Planegg bei München das Krebsmittel Monjuvi zur Behandlung zugelassen. Die Vermarktung in den USA werde gemeinsam mit dem US-Biopharma-Konzern Incyte erfolgen, hiess es in der Nacht auf Samstag. Ausserhalb der USA habe Incyte die exklusiven Vermarktungsrechte. Am Montag wollen beide Unternehmen nähere Einzelheiten bekannt geben, hiess es weiter.

Fitch senkt Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA auf negativ

(sda/dpa/reu) Die US-Ratingagentur Fitch betrachtet die Bonität der weltgrössten Volkswirtschaft USA angesichts der steigenden Staatsverschuldung etwas kritischer. Die Kreditwächter bestätigten am Freitag (Ortszeit) zwar das Top-Rating «AAA».Sie senkten aber den Ausblick für die Kreditwürdigkeit von «stabil» auf «negativ», so dass eine Abstufung drohen könnte. Fitch begründete die Entscheidung mit der anhaltenden Verschlechterung der US-Staatsfinanzen und einem fehlenden fiskalpolitischen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits und Schuldenstands. «Es gibt ein wachsendes Risiko, dass die US-Entscheidungsträger die öffentlichen Finanzen nicht ausreichend konsolidieren, um nach dem Pandemie-Schock die Staatsverschuldung zu stabilisieren.» Da bei der Wahl im November vermutlich keine Partei eine klare Mehrheit im Senat erreichen werde, drohe zudem eine Fortsetzung der politischen Blockade. Fitch hatte bereits im März gewarnt, dass das Risiko einer baldigen Abstufung der Kreditwürdigkeit gestiegen sei.

EU-Wettbewerbshüter billigen Fusion der Zugsparten von Alstom und Bombardier

Alstom darf die Bahnsparte von Bombardier übernehmen. Denis Balibouse / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Alstom darf die Bahnsparte von Bombardier übernehmen. Denis Balibouse / Reuters

(awp/sda/dpa) Das Nein der EU-Kommission zur Bahn-Fusion von Siemens und dem französischen Konkurrenten Alstom löste im vergangenen Jahr Empörung aus. Nun können zumindest die Franzosen etwas aufatmen.

Der französische Bahntechnik-Konzern Alstom hat von den EU-Wettbewerbshütern die Erlaubnis zur Übernahme der Zugsparte des kanadischen Unternehmens Bombardier erhalten. Eine Auflage ist aber, dass Alstom eingegangene Verpflichtungen uneingeschränkt erfüllt, wie die Europäische Kommission am Freitag mitteilte.

Um Bedenken der EU-Kommission gegen die Übernahme auszuräumen, hatten Alstom und Bombardier vor drei Wochen angekündigt, die Bombardier-Produktionsanlagen am Standort Hennigsdorf bei Berlin zu verkaufen. Zudem will Bombardier Transportation unter anderem seinen Projektanteil an der Kooperation für den Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben.

Die beiden Unternehmen gehören zu den Weltmarktführern im Schienenverkehr. Alstom ist vor allem durch den Bau der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge bekannt, stellt aber auch Schienenfahrzeuge für den Nah- und Regionalverkehr sowie Signaltechnik und andere Bahntechnik her.

Gewerkschaften befürchten Abbau

Gewerkschaften befürchteten zuletzt, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der Übernahme in Gefahr sein können. Bombardier Transportation hat in Deutschland mehrere Werke, Alstom betreibt sein grösstes Werk in Deutschland. Beide beschäftigen nach früheren Angaben hierzulande zusammen mehr als 9000 Mitarbeiter.

Brisant ist der Deal, weil Alstom im vergangenen Jahr wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter mit dem Versuch gescheitert war, mit der Zugsparte von Siemens zu fusionieren. Damals hatten sich sowohl die Bundesregierung als auch die französische Regierung enttäuscht über die Entscheidung der EU-Kommission gezeigt.

Jetzt hiess es aus Berlin nur: «Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nimmt die heutige Entscheidung der Europäischen Kommission zur Kenntnis. Die Zuständigkeit für die wettbewerbsrechtliche Prüfung des Zusammenschlusses lag allein bei der Europäischen Kommission.»

Der Alstom-Konzern hatte das geplante Geschäft mit Bombardier im Februar angekündigt. Nach damaligen Angaben wird es die Franzosen etwa 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro kosten. Wenn alles glatt läuft, soll das Geschäft im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden.

Conforama Schweiz kommt in Schweizer Hände

(awp/sda) Das Einrichtungshaus Conforama Schweiz kommt in Schweizer Hände. Die südafrikanische Gruppe Steinhoff International, seit 2011 Besitzer von Conforama Schweiz, hat das Unternehmen an eine Schweizer Investorengruppe verkauft.

Damit könnte Conforama die Präsenz in der Schweiz im Einrichtungs- und Elektronikmarkt noch stärker verankern und die Nähe zu den Kunden verbessern, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Wer hinter den Schweizer Investoren steht, wird nicht bekanntgegeben.

«Die Transaktion scheint von aussen vielleicht überraschend, für Insider ist sie es aber nicht», sagte der Chef von Conforama Schweiz, Patrice Dupasquier, gegenüber AWP. Er betonte, dass dieser Schritt für das Unternehmen eine Rückkehr zu den Wurzeln sei. Das Interesse der neuen Investoren honoriere 44 Jahre erfolgreicher Geschäftstätigkeit in der Schweiz, so Dupasquier weiter.

«Der neue Aktionär bietet Conforama eine einmalige Gelegenheit und wir gewinnen unsere Unabhängigkeit zurück, wie wir sie ganz am Anfang vor über 40 Jahren kannten», fügte er an.

Die Corona-Krise bezeichnete er als Chance, um die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells von Conforama zu beweisen. So sei der Grossteil der Umsatzverluste wegen des Lockdowns bereits wieder aufgeholt. Dazu beigetragen habe der Online-Verkauf einerseits und andererseits der Umstand, dass nach dem Lockdown wegen der noch immer geschlossenen Grenzen der Einkaufstourismus ins Ausland unterbunden gewesen sei.

Conforama Schweiz ist seit 1976 in der Schweiz vertreten und betreibt heute 22 Geschäfte in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin. Zurzeit beschäftigt Conforama Schweiz über 1'200 Mitarbeiter.

Amerikanischer Ölriese Chevron schreibt 8,3 Milliarden Dollar Quartalsverlust

(awp/sda/dpa)

Chevron, der zweitgrösste Ölkonzern der USA, hat in der Corona-Krise den grössten Quartalsverlust seit Jahrzehnten erlitten. In den drei Monaten bis Ende Juni geriet der Konzern unter dem Strich mit 8,3 Mrd. $ in die roten Zahlen, wie er am Freitag im kalifornischen San Ramon mitteilte.

Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Chevron noch 4,3 Mrd. $ verdient. Die Aktie reagierte vorbörslich mit weiteren Kursabschlägen.

Die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie hätten die Nachfrage und die Preise an den Rohstoffmärkten stark gedrückt, sagte Chevron-Chef Michael Wirth. Der Umsatz brach um rund 65 % auf 13,5 Mrd. $ ein. Zudem fielen nach einer Kündigungswelle hohe Kosten für Abfindungen und milliardenschwere Abschreibungen auf Öl- und Gasanlagen an. Das Geschäft im krisengeschüttelten Venezuela wurde komplett abgeschrieben.

Milliardenverlust bei Fiat Chrysler

(dpa) Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler (FCA) ist in der Corona-Krise tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Verlust von 1,05 Mrd. €, wie das Unternehmen am Freitag in London mitteilte. Vor einem Jahr hatte FCA noch einen Gewinn von 4,65 Mrd. € gemacht.

Insgesamt verkaufte der Konzern in den Monaten von April bis Juni 63% weniger Fahrzeuge. Der Umsatz brach um 56% auf 11,7 Mrd. € ein. Hohe Verluste fielen vor allem in Europa an. Auf dem US-Markt erzielte FCA noch einen kleinen operativen Gewinn. Dort verdient Chrysler mit seinen wuchtigen Trucks und SUVs seit jeher den Grossteil der Gewinne im Konzern, in Europa verkauft Fiat dagegen eher kleine und mittlere Kompaktwagen.

Insgesamt stand im laufenden Tagesgeschäft vor Sonderposten ein Verlust von 928 Mio. €, Analytiker hatten deutlich mehr befürchtet. Die Aktie lag in Mailand bei 8,89 €, was einem Plus von 1% entspricht.

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