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Tausende demonstrieren in Berlin gegen Corona-Massnahmen – Polizei beendet Kundgebung

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Kundgebung ;gegen Corona-Massnahmen in Berlin. Fabrizio Bensch / Reuters © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung Kundgebung ;gegen Corona-Massnahmen in Berlin. Fabrizio Bensch / Reuters

(asl./dpa) Ohne Mund-Nase-Schutz und ohne die Abstandsregeln zu beachten haben am Samstag Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Massnahmen der Bundesregierung und die Maskenpflicht demonstriert. Die Polizei ging von bis zu 17 000 Teilnehmern beim Demonstrationszug und 20 000 bei einer anschliessenden Kundgebung aus. Der Protestzug wurde nach drei Stunden vom Veranstalter beendet, offenbar weil gegen den Versammlungsleiter wegen Missachtung der Hygieneregeln Strafanzeige gestellt worden war.

Die anschliessende Kundgebung beendete die Polizei dann ebenfalls wegen zu wenig Abstands und fehlender Masken. Die Veranstalter seien nicht in der Lage, die Hygienemassnahmen einzuhalten, sagte ein Polizeisprecher. Von der Bühne aus verkündete ein Polizist den Teilnehmern das Ende der Veranstaltung. Dabei wurde er mehrfach von lautem Buh-Geschrei unterbrochen. «Bitte gehen Sie nach Hause», forderte der Polizeisprecher die Teilnehmer auf.

An mehreren Stellen wurden Protestzug und Gegendemonstranten von Polizeieinheiten abgeschirmt, an einer Stelle demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Protestmarsch. Gegendemonstranten unter dem Motto «Omas gegen rechts» riefen dem Zug «Nazis raus» entgegen, der Spruch schallte als Echo zurück.

Bei den Demonstranten waren Ortsschilder und Fahnen verschiedener Bundesländer zu sehen. Ihrem Unmut über die Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus machten die Menschen mit Trillerpfeifen und Rufen nach «Freiheit» oder «Widerstand» Luft. Auch Parolen wie «Die grösste Verschwörungstheorie ist die Corona-Pandemie» waren zu hören. Der «Tagesspiegel» berichtet zudem über Neonazi-Symbolik und antisemitische Parolen. Zur Demonstration aufgerufen hatte unter anderem die Initiative «Querdenken 711», die bereits in Stuttgart wiederholt demonstriert hat. Auch verschiedene rechtsextreme Gruppen riefen zur Teilnahme auf. Das Motto der Demonstration lautete «Das Ende der Pandemie – Tag der Freiheit». Den Titel «Tag der Freiheit» trägt auch ein Propagandafilm der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935. Für die Kundgebung waren laut Polizei rund 10 000 Teilnehmer angemeldet.

Unverständnis für den Protest gab es von politischer Seite. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: «Tausende #Covidioten feiern sich in #Berlin als «die zweite Welle», ohne Abstand, ohne Maske. Sie gefährden damit nicht nur unsere Gesundheit, sie gefährden unsere Erfolge gegen die Pandemie und für die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft. Unverantwortlich!» Brandenburgs CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann schrieb auf Twitter: «Wieder 1000 Neuinfektionen/Tag und in Berlin wird gegen Coronaauflagen demonstriert? Diesen gefährlichen Blödsinn können wir uns nicht mehr leisten.»

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