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Urlaub in Griechenland: Auf den Spuren der Götter und Sagen

Welt der Wunder-Logo Welt der Wunder 21.05.2017 Andrea Nussbaum

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riechenland hat auch abseits von Strand und Meer so einiges zu bieten: Ein Urlaub in der Helleneischen Republik eignet sich besonders, um die antike Mythologie zum Leben erwecken. Wir begeben uns auf die historischen Spuren der griechischen Götter- und Sagenwelt.

01_Griechenland © iStock-asiafoto 01_Griechenland

Die olympischen Spiele, die Demokratie oder auch das Theater – all diese Dinge haben wir den Griechen zu verdanken. Rund 500 Jahre vor Christus begann die kulturelle Blütezeit, in der die verschiedenen Grundlagen unserer heutigen abendländischen Gesellschaft entstanden sind. In Griechenland selbst werden die oft abstrakten Überlieferungen an den Originalschauplätzen sehr greifbar und anschaulich. Schnüren wir also unsere Flügelschuhe und machen uns auf die Reise in die Vergangenheit und Gegenwart zugleich. 

Olympia – Die Wiege des sportlichen Wettkampfs

Als eines der populärsten und weltweit bekanntesten Vermächtnisse der Griechen gelten die olympischen Spiele. Der Ort Olympia, an dem die ersten Wettkämpfe bereits in der Antike stattgefunden haben, existiert noch heute und sollte bei jedem Griechenland-Besucher in der Liste der Reiseziele ganz oben stehen. Er liegt im Westen der Halbinsel Peloponnes am Fuß des Kronoshügels. Das Dorf Archea Olymbia (Alt-Olypia) befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den historischen Ausgrabungsstätten. 

Seit 1896 finden – in Anlehnung an die traditionellen griechischen Wettkämpfe – regelmäßig die olympischen Spiele der Neuzeit statt. Pierre de Coubertin, ein französischer Historiker, hatte zwei Jahre zuvor dazu das Internationale Olympische Komitee (IOK) gegründet. Ziel war es, neben den Wettkämpfen auch die länderübergreifende Völkerverständigung zu fördern. Auch heute werden sie noch wie damals im Vierjahresrhythmus ausgetragen.

Die olympischen Spiele der Antike

Historische Befunde belegen, dass die ersten olympischen Spiele bereits im Jahr 776 vor Christus stattgefunden haben. Zentrum der Wettkämpfe war der Heilige Hain, um den sich die verschiedenen Wettkampfstätten gruppierten. Erst im 18. Jahrhundert wurde der Ort wiederentdeckt und nach und nach ausgegraben. Die Überbleibsel und Ruinen verschiedener Bauwerke sind heute zu besichtigen: 

  • Zeus-Tempel: Die historischen Spiele wurden alle vier Jahre zu Ehren des Gottes Zeus ausgetragen. Um die Dimensionen des imposanten Bauwerks deutlicher zu machen, stellten Archäologen 2004 alte Säulen wieder auf und ergänzten sie zum Teil durch Nachbildungen. 
  • Hera-Tempel: Auch davon sind heute nur noch Ruinen zu sehen. Zu Beginn jedes olympischen Jahres wird seit 1936 am Hera-Tempel das olympische Feuer entzündet und von Staffelläufern zum jeweiligen Austragungsort gebracht.  
  • Stadion: Hier wurden teilweise die verschiedenen Bauteile rekonstruiert. Auf erhöhten Hügeln neben den Wettkampfplätzen hatten damals bereits rund 45.000 Zuschauer Platz. 
  • Werkstatt des Phidias: In diesem Tempel hat Phidias die Zeus-Statue geschaffen, die zu den sieben Weltwundern der Antike zählt. Die zwölf Meter hohe Kunstwerk stand im Hauptraum des Zeus-Tempels. 

Spuren und Überbleibsel

Aus den olympischen Spielen zu Ehren des Gottes Zeus entstanden verschiedene Tugenden, die sich bis heute gehalten haben. Der olympische Gedanke, aber auch der faire Wettkampf oder ein friedlicher Ablauf gelten auch in der jetzigen Zeit als zentrale Punkte der internationalen Veranstaltung. Die Redewendung „Dabei sein ist alles“ gilt heute oftmals als Motto. Dabei war bereits in der Antike der Leistungsgedanke verbreitet: „Citius, altius, fortius“ (zu Deutsch: schneller, höher, stärker) – so die Devise für die Olympiade. 

Verschiedene Leitgedanken wurden in der sogenannten olympischen Charta festgelegt. Alle Teilnehmer verpflichten sich dazu, diese zu respektieren und einzuhalten. Dort wird der Olympismus beschrieben als „Lebensstil, (…) der auf der Freude an Leistung, auf dem erzieherischen Wert des guten Beispiels, der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit sowie auf der Achtung universell gültiger fundamentaler moralischer Prinzipien aufbaut.“ Ein weiterer Punkt war, während der Dauer der Wettkämpfe einen Waffenstillstand zu respektieren, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten. Obwohl vor allem auch die jüngsten Ausgaben des größten Sportfestes der Welt immer wieder von Boykotten oder kriegerischen Auseinandersetzungen begleitet waren, spielt der symbolische Gedanke der Völkerverständigung und des gemeinsamen friedlichen Miteinanders immer eine wichtige Rolle. 

Phantastische Götter und weltliche Freuden

02_Griechenland © iStock-miroslav110 02_Griechenland

Auch die vielen griechischen Helden und Gottgestalten spiegeln sich in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens wieder. Wie in jeder alten Kultur existieren unterschiedliche Götter vor allem im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln und deren Produktion oder auch der Jagd – so auch in der griechischen Mythologie. So ist unter den olympischen Göttern beispielsweise Demeter als Schwester des Zeus für die Fruchtbarkeit der Erde, den Ackerbau und die Jahreszeiten zuständig. In diesen Zusammenhang passt auch das Füllhorn – ein Symbol für Glück, Reichtum und Überfluss. Es ist mit verschiedenen Feldfrüchten gefüllt. Goldene Äpfel tauchen in der griechischen Mythologie im Garten der Hesperiden auf. Sie sollen ewige Jugend verleihen. Ein weiteres Beispiel ist Dionysos, der Gott der Freude und der Ekstase – oftmals auf Weinflaschen oder Speisekarten abgebildet: Er stellt verschiedene Charaktereigenschaften dar, die mit den weltlichen Genüssen verbunden werden. Auch der Rausch und die Ekstase sind in manchen Abbildungen zu sehen. In allen Kulturen, in denen der Wein als Getränk oder auch der Anbau verbreitet ist, taucht Dionysos oder sein römischer Vertreter Bacchus auf. Zahlreiche Künstler haben sich seiner Figur bedient um die Bedeutung des Weins als kulturelles Gut widerzuspiegeln. 

Das nächste Ziel sind die Ionischen Inseln: Sie liegen westlich des Festlandes. Korfu stellt mit der gleichnamigen Stadt das Verwaltungszentrum der Inselgruppe dar. Hier befand sich früher der historische Ort Faiakes. Von hier aus sollen Sirenen durch ihren verführerischen Gesang die Seemänner von ihrem Weg abgebracht haben. Ihrer Versuchung soll die Besatzung zahlreicher vorbeifahrender Schiffe erlegen sein. Wer vom Aussichtspunkt Bella Vista nahe des Ortes Paleokastritsa aus den Sonnenuntergang über den Buchten der Insel betrachtet, kann in den Abendstunden mit etwas Glück den Gesang der Sirenen hören können. Ebenfalls auf der Insel befindet sich der Palast der österreichischen Kaiserin Elisabeth. Sissi ließ ihn Ende des 18. Jahrhunderts dort erbauen. Der Palast mit dem Namen Achilleion beherbergt unter anderem Statuen der verschiedenen Musen. Neun unterschiedliche Charaktere gelten als Schutzgöttinnen der Künste. Sie sind mit speziellen Attributen versehen, welche sie den einzelnen Disziplinen zuordnen. Begriffe wie Museum oder Musik gingen aus ihrer Bezeichnung hervor.  

03_Griechenland © iStock-Cameris 03_Griechenland


Wahrsagen in der Antike

Zurück auf dem Festland bleiben wir zunächst im Norden Griechenlands. Die Region an der Küste zu Korfu nennt sich Epirus und beherbergt eine wichtige Orakelstätte. Tempel wurden in dieser Region für alle wichtigen Götter errichtet, deren Ruinen auch heute noch für Besucher geöffnet haben. Der historische Ort Dodona liegt etwas südlich der Stadt Ioannina und erlangte bereits rund 400 Jahre vor Christus eine gewisse Berühmtheit durch sein Orakel. Es soll die Zukunft aus dem Rauschen einer heiligen Eiche vorausgesagt haben. Auch Tauben und ihr Flugverhalten sollen eine Rolle bei der Weissagung gespielt haben. Archäologen fanden in dem Gebiet zahlreiche Orakeltäfelchen mit Inschriften, welche die Bedeutung des Ortes als Kultstätte deutlich machen. Das Orakel von Dodona gilt als das erste der griechischen Wahrsagestätten und hat die kulturelle Entwicklung des Weissagens auch in anderen Städten angestoßen und vorangetrieben. 


Es befindet sich in Delphi, einem weiteren historisch bedeutsamen Ort, der lange Zeit sogar als Mittelpunkt der Welt galt. Die heutige Gemeinde Delfi liegt nahe der nördlichen Küste, etwa in der Mitte der Meerenge zwischen dem Festland und der Halbinsel Peloponnes. Athen befindet sich noch rund 150 Kilometer weiter östlich. Das Orakel hat in großem Maße zur Bekanntheit und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region um Delphi beigetragen. Zahlreiche Schatzhäuserdienten dazu, Geschenkgaben an Apollon aufzubewahren. Der Reichtum sorgte für die Errichtung vieler prachtvoller Bauwerke. Erst mit Beginn des Einflusses der Römer verlor die Kultstätte an Bedeutung. Die Ausgrabungen rund um den Ort befinden sich inzwischen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. 


Bedeutung der Orakel

Die Zuhilfenahme eines Orakels war lange Zeit ein geachtetes Mittel um Hilfe bei einer Entscheidung zu helfen oder sie sich bestätigen zu lassen. Dabei wurden zwei verschiedene Arten unterschieden: 


  • Einfaches Binärorakel: Dabei konnte eine Frage stets nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. Beim Orakel von Delphi griff eine Priesterin in einen Sack mit schwarzen und weißen Bohnen, wobei eine Weiße „Ja“ und eine Schwarze „Nein“ bedeutete.  
  • Antworten auf komplexe Fragen: Betuchtere Leute konnten auch komplexere Fragestellungen stellen. Nach dem Schlachten einer Opferziege begab sich die Priesterin zu einer heiligen Quelle. Nach einem Bad ging es zurück in den Apollontempel wo die eigentliche Wahrsagung stattfand. Aufsteigende Dämpfe aus einer Erdspalte sollen die Priesterin dabei in Trance versetzt haben.

Die Bedeutung der Orakel spiegelt sich in zahlreichen Sagen der griechischen Mythologie und in der Literatur wider. Auch die Inschriften am Tempel von Delphi sind in alle Welt hinausgetragen und vielfach kopiert worden. „Erkenne dich selbst“ und „nichts im Übermaß“ soll dort am Eingang eingemeißelt gewesen sein. 

Sitz der Götter – Ausflug in die griechische Bergwelt

04_Griechenland © iStock-vbresan 04_Griechenland

Das nächste Reiseziel ist das Bergmassiv des Olymps – dem Sitz der Götter. Er liegt an der Ostküste Griechenlands etwa 100 Kilometer südöstlich von Thessaloniki. Das Bergmassiv ist das höchste des Landes, wobei verschiedene Gipfel gerade so an der 3.000 Meter Grenze kratzen: 


  • Mytikas: 2.918 Meter 
  • Skolio: 2.911 Meter 
  • Stefani: 2.909 Meter 


Wegen der ganz eigenständigen Flora und Fauna der Region zählt der Olymp als Biosphärenreservat und steht ebenfalls auf der Liste der UNESCO. Auf zahlreichen Wanderrouten können Urlauber die Gegend zu Fuß erkunden.  


Das Gebirge ist der griechischen Mythologie zufolge der Wohnort und Wiege der Götter. Mit schneebedeckten Gipfeln und häufig gutem Wetter erstrahlt der Olymp in gleißendem Licht, was dieses Bild noch verstärkt. Auf zahlreichen Wegen können Wanderer die einzelnen Berge erklimmen. Doch sie sollten sich nicht durch die Nähe zum Meer täuschen lassen – es sind viele Höhenmeter, die sie überwinden müssen. Auf dem Berg entlohnen viele tolle Panoramablicke die Mühen und vermitteln das Gefühl, den Göttern ganz nah zu sein. Auch die neun Musen sollen dort oben gelebt haben. Vom Plateau der Musen bietet sich bei gutem Wetter eine hervorragende Weitsicht auf die umliegenden Gipfel.  

Der Berg Stefani, dritthöchster Gipfel des Massivs, gilt zudem als Thron des Zeus. Hier herrschen oftmals widrige Wetterverhältnisse, die erklären, weshalb Zeus auch der Wolkenversammler oder Blitzeschleuderer genannt wurde. Auch im Juli liegt am wuchtigen Felsmassiv ganz oben oft noch Schnee. Die Gegend rund um den Olymp ist insgesamt touristisch nur wenig erschlossen, was vor allem Outdoor-Freunden ein tolles Erlebnis verspricht. Sie können hier die Natur ohne großen Rummel ganz puristisch genießen. 

Schauplätze der großen Denker

05_Griechenland © iStock-PanosKarapanagiotis 05_Griechenland
Nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der europäischen Kultur hatten zudem die verschiedenen Vertreter der griechischen Philosophie. Über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten wurden weit über die Landesgrenzen hinaus verschiedene Persönlichkeiten bekannt, deren Theorien bis heute bedeutsam sind. 


Einzelne Philosophen und Denker haben in der Zeit um 600 vor Christus bereits angefangen, sich umfassende Gedanken zu wichtigen Fragen der Menschheit zu stellen. Sie entwickelten die ersten Theorien in der Mathematik, Astronomie oder zur kalendarischen Zeitrechnung. Im gesamten Mittelmeerraum haben sich dabei verschiedene Zentren herausgebildet, wo sich auch weitere kluge Köpfe versammelt haben, um den Lehren der Philosophen zu lauschen oder selbst an Theorien zu arbeiten. Auch Alexander der Große zählte zu den Schülern Aristoteles (Bild). Vor allem das ägyptische Alexandria und das auf türkischen Boden liegende Milet galten lange Zeit als Hochburg der Gelehrten. In Griechenland war zur Zeit der Vorsokratiker und der klassischen Philosophen Athen das geistige Zentrum. 

Wichtigster Schauplatz ist die sogenannte Agora, ein Versammlungsplatz mit verschiedenen Gebäuden zu Füßen des Marshügels inmitten der Stadt. Neben Gerichtsverhandlungen und Zusammenkünften der Stadt- und Landesverwaltung diente die Agora auch als Treffpunkt für das normale Volk oder eben die Philosophen. Auf dem ähnlich einer Festung aufgebauten Gelände befinden sich zahlreiche Gebäude, die unterschiedlichen Zwecken gedient haben: 


  • Hephaistos-Tempel (Thiseion): Neben dem Parthenon ist dieser Tempel der besterhaltene in Griechenland. Das Bauwerk diente der Huldigung Hephaistos, dem Gott der Schmiedekunst und auch von Athene, der Göttin des Handwerks und der schönen Künste. 
  • Verschiedene Säulenhallen (Stoen): Mehrere Säulenhallen befinden sich vor allem an den äußeren Seiten der Agora. Sie dienten teils als Handels- oder Bankzentrum oder als Verkaufsräume. Zwei der Stoen wurden auch als Museum zum Ausstellen von Gemälden genutzt. Hier sollen sich die Philosophen getroffen und unter anderem ihre Anhänger und Schüler unterrichtet haben. 
  • Verwaltungsgebäude: Verschiedene Bauten dienten den Versammlungen von Gesetzesräten, Gerichtsverhandlungen oder als Bibliothek.
  • Odeion des Agrippa: Dieses halbkreisförmige Bauwerk mit einem freitragenden Dach von etwa 25 Metern Spannweite nutzten die Philosophen zuletzt als Vortragssaal. Er bot zwischen 500 und 1000 Menschen Platz. 
  • Brunnenhäuser: Zwei Brunnenhäuser konnten bei den Ausgrabungen gefunden werden. Sie wurden durch Leitungen mit Wasser aus der Umgebung versorgt und dienten in Dürrezeiten als zusätzliches Reservoir. 


Nachwirkungen in der heutigen Gesellschaft

Die Größe der Wirkungsstätten zeigen, wie wichtig und wegweisend ihre Lehren bereits damals gewesen sind. Das kritische Denken über die unterschiedlichsten Fragestellungen war eine ganz neue Herangehensweise und stand dem blinden Gottvertrauen entgegen. Dadurch wurde der Grundstein für die heutigen Wissenschaften und gesellschafts- und sozialpolitischen Denkweisen gelegt. Verschiedene Theorien und Geisteshaltungen haben auch heute noch Gültigkeit oder dienen als Anhaltspunkt für neue Überlegungen. In der Mathematik, der Physik, der Soziologie oder in der Politik begegnen uns immer wieder griechische Begriffe, die inzwischen tief in unserem Sprachgebrauch verwurzelt sind. 


Leben und Tod in der griechischen Mythologie

06_Griechenland © iStock-pavlemarjanovic 06_Griechenland

Die Götter und Sagen der griechischen Mythologie drehen sich nicht nur um weltliche Belange. Sie halfen dabei ein umfassendes Weltbild zu zeichnen, in dem auch die Zeit nach dem Tod eine Rolle spielte. Wie in vielen anderen Kulturen existierte auch in dieser Weltanschauung ein Totenreich, in das die Menschen nach dem Leben übertraten. Sowohl das Reich der Unterwelt als auch ihr Herrscher tragen hier den Namen Hades. Über einen Fluss, den Styx, ist das Totenreich von der übrigen Welt getrennt. Verstorbene bekamen eine Geldmünze unter die Zunge gelegt und ein Fährmann fuhr sie in einem Boot über den Grenzfluss. Die Münze diente dazu, den Wegzoll zu bezahlen. Ein Höllenhund bewacht den Eingang des Totenreiches. Er achtet darauf, dass kein Lebender hineinkommen kann und die Toten nicht hinausgelangen können. Ähnlich wie in der christlichen Glaubenswelt existieren verschiedene Reiche. Das Elysion mit der Insel der Seligen ist dabei mit dem Himmel vergleichbar. Sie wird vom Strom des Vergessens umflossen. Hier existieren die Toten als Schattenwesen weiter. Der Tartaros hingegen ähnelt der Hölle und verschiedene düstere Gestalten bevölkern ihn. 


Die Akropolis in Athen ist wohl die bekannteste Vertreterin der Stadtfestungen des antiken Griechenlands. Zu Füßen der Ruinen befindet sich ein Museum, das auf dem ursprünglichen Ausgrabungsfeld errichtet wurde. Im seinem Eingangsbereich können Besucher einen Blick auf die Unterwelt Athens richten. Zwischen den antiken Resten der Stadt befinden sich heute die Pfahlgründungen des Museums. Zum Schluss tauchen wir noch einmal etwas tiefer in die Unterwelt ein. Von Athen geht es zum südlichsten Punkt Griechenlands, ans Kap Tenaro auf dem Peloponnes – dem sprichwörtlichen Ende der Welt. Die Spartaner errichteten hier mehrere Tempel für verschiedene Götter. Etwas weiter nördlich befindet sich an der Küste die Diros Höhle, die sich mit einem kleinen Boot durchqueren lässt und als Eingang zum Hades und dem Totenreich gilt. Unweit des Küstenabschnittes befindet sich zudem der tiefste Punkt des Mittelmeeres, das Calypsotief (5.121 Meter). Ein imposanter Leuchtturm steht unterhalb eines zerfallenen Poseidontempels am Kap Tenaro. Er wurde 2009 renoviert und weist noch heute den Seeleuten den Weg. 

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