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Von London bis Leiden – acht außergewöhnliche Gärten

WELT-Logo WELT 13.08.2019 Daniela David

An der Universität Hohenheim bei Stuttgart kann jetzt eine vertikale Grünfläche bestaunt werden. Dahinter steckt die Idee, die Luft in den Städten zu verbessern. In Mexiko wurden schon 700 Betonpfeiler von Hochstraßen begrünt. Quelle: WELT/Peter Haentjes © WELT/Peter Haentjes An der Universität Hohenheim bei Stuttgart kann jetzt eine vertikale Grünfläche bestaunt werden. Dahinter steckt die Idee, die Luft in den Städten zu verbessern. In Mexiko wurden schon 700 Betonpfeiler von Hochstraßen begrünt. Quelle: WELT/Peter Haentjes

Mohnblumenfelder in Paris, riesige Magnolien im Tessin, Grapefruits in London: Botanische Parks sind Orte der Überraschungen, der Ruhe und der Ästhetik. Und sie kämpfen auch gegen das Aussterben bedrohter Arten.

Botanische Gärten sind Zufluchtsorte in den Städten. Als Reisezeit bietet sich der Sommer an – dann blüht besonders viel. Es warten wunderbare Ausblicke, echte Exoten und manchmal geradezu malerische Impressionen. Für Gartenarchitekt Luis Barragán verbinden sie „das Poetische und das Rätselhafte mit einem Gefühl von Gelassenheit und Freude“. Wir stellen einige von Europas außergewöhnlichen Gärten vor.

Der Jardim Botânico da Madeira liegt auf einem Felsplateau oberhalb der Inselhauptstadt Funchal © dpa-tmn Der Jardim Botânico da Madeira liegt auf einem Felsplateau oberhalb der Inselhauptstadt Funchal

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Royal: Kew Gardens in London

Ein Muss, nicht nur für Pflanzenliebhaber: Der Kew Garden im Londoner Stadtteil Richmond ist mit seinen weitläufigen 80 Hektar Fläche einer der bedeutendsten botanischen Gärten überhaupt – mit Pflanzenarten aus der ganzen Welt.

In der Forschung haben die royalen botanischen Gärten mit ihrer riesigen Pflanzensamenbank Weltruhm erlangt. „Viele unserer Pflanzen sind bereits vom Aussterben bedroht“, sagt Scott Taylor, Leiter des Gartenbaus. „Deshalb versuchen wir, die Samen von so vielen Arten wie möglich zu sichern“ (kew.org/kew-gardens).

Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Die Londoner Kew Gardens sind berühmt für ihre Pflanzensamenbank Quelle: dpa-tmn

Winzig: Chelsea Physic Garden

Neben Kew mutet der Chelsea Physic Garden, Londons ältester botanischer Garten, winzig an. Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt er im feinen Stadtteil Chelsea. Wegen seiner Nähe zur Themse und der schützenden Mauern herrscht hier mildes Mikroklima.

Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Chelsea Physic Garden in London. Hier herrscht ein mildes Mikroklima, in dem etwa Grapefruits gut gedeihen Quelle: dpa-tmn

Eine gute Voraussetzung für Zitrusgewächse wie Grapefruit, Zitrone und Bergamotte, die hier problemlos gedeihen – und Früchte tragen. Idyllischer Garten mit mediterranem Touch mitten in London (chelseaphysicgarden.co.uk).

Sonnig: der Eisenhut-Park im Tessin

Der Botanische Garten Eisenhut am Monte Gambarogno mit Blick auf den Lago Maggiore ist vor allem für eine Pflanze bekannt: die Magnolie. „Mit 600 Arten gilt unsere Magnoliensammlung als größte der Welt“, sagt Eigentümer Rito Eisenhut.

Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Rito Eisenhut ist Eigentümer des gleichnamigen botanischen Gartens im Tessin Quelle: dpa-tmn

Im sonnenverwöhnten Kanton Tessin auf der Südseite der Schweizer Alpen ist es warm genug für diese Ziergehölze mit den beeindruckenden Blütenblättern. Einige der Magnolien messen mehr als zehn Meter Höhe (eisenhut.ch).

Exotisch: der Jardim Botânico auf Madeira

Eine Seilbahn führt von der Altstadt Funchals zu dem 300 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Jardim Botânico da Madeira. Beim Anblick der Parterre zücken die meisten Besucher die Kamera. Dort bilden auf einem Plateau Pflanzen in kontrastreichen Farben geometrische Muster – mit dem Atlantik als Hintergrund.

Der Jardim Botânico da Madeira liegt auf einem Felsplateau oberhalb der Inselhauptstadt Funchal Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Der Jardim Botânico da Madeira liegt auf einem Felsplateau oberhalb der Inselhauptstadt Funchal Quelle: dpa-tmn

„Bei uns gedeihen exotische Pflanzen“, sagt die Fremdenführerin Amélia Carvalho und zeigt auf riesige Strelitzien, einen markanten Drachenbaum und tropische Palmfarne (Cycadales). Diese Urzeitpflanzen sehen aus wie Palmen mit Farnblättern. Es gibt aber auch einheimische Gewächse zu sehen, etwa den Madeira-Lorbeer, der ursprünglich die ganze portugiesische Insel bedeckte (ifcn.madeira.gov.pt).

Waldig: Jardins de Coursiana in Frankreich

In La Romieu, im Südwesten Frankreichs, liegen die Jardins de Coursiana. „Wir betonen es gar nicht, dass wir ein botanischer Garten sind“, erzählt die Besitzerin des Parks, Véronique Delannoy. „Sonst denken die Leute vielleicht, bei uns sei es langweilig.“

Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Die Jardins de Coursiana in La Romieu in Frankreichs Südwesten warten mit einer Fülle blühender Pflanzen auf Quelle: dpa-tmn

700 seltene Bäume und Gehölze aus fünf Kontinenten stehen hier, darunter 60 verschiedene Arten von Linden (jardinsdecoursiana.com).

Malerisch: der Jardin des Plantes in Paris

In einer schier unendlich langen Rabatte wogt im Jardin des Plantes im Herzen von Paris eine Welle aus bunten Mohnblumen. Die zarten Blütenblätter erinnern an Tupfen auf impressionistischen Gemälden.

Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde wirken im Frühjahr die Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Wie Tupfen auf einem impressionistischen Gemälde wirken im Frühjahr die Mohnblumenbeete im Jardin des Plantes von Paris Quelle: dpa-tmn

Touristen fotografieren sich unter den rosa blühenden, japanischen Kirschbäumen. Und das Seine-Ufer ist in diesem botanischen Garten, der zum Museum für Naturgeschichte gehört, ganz nah (jardindesplantesdeparis.fr/fr).

Stachlig: der Real Jardin Botanico in Madrid

Ein schmiedeeiserner Zaun umfasst den Real Jardin Botanico, den Königlichen Botanischen Garten, in Madrid. Er liegt gleich neben dem berühmten Prado-Museum. Und auch zwischen dem Blätterwerk ist Kunst zu sehen, hier ragen mannshohe Statuen spanischer Botaniker heraus.

Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker Quelle: dpa-tmn © dpa-tmn Zwischen all dem Grün stehen im Real Jardin Botanico von Madrid mehrere Statuen spanischer Botaniker Quelle: dpa-tmn

Rot wie Feuer leuchten die Blüten des Granatapfels aus Asien und die weichen zylinderförmigen Quasten des Pfeifenputzerstrauchs. Stachlig wirkt die Cardo de Huerta, eine Art spanischer Artischocke (www.rjb.csic.es).

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Asiatisch: Hortus Botanicus in Leiden

Seit mehr als 400 Jahren gibt es den botanischen Garten in Leiden, zwischen Den Haag und Amsterdam gelegen. „Er ist der älteste in den Niederlanden“, sagt Paul Keßler, der deutsche Direktor des Hortus Botanicus. „Er wurde bereits im Jahr 1590 als akademischer Garten der Universität angelegt.“

Die holländische Ostindien-Kompanie brachte seltene Pflanzen aus den Tropen mit nach Hause – der Anfang einer großen Sammlung von südostasiatischer Flora in Leiden (wp.eghn.org/de).

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