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Einfach mal selber machen

16.05.2017 Stephan Scharf

Egal ob im Radio oder im TV, überall wird einem mittlerweile zugerufen, es doch mal selbst zu machen. Es gibt bekanntlich immer ein Projekt und es winken Ruhm und Anerkennung, wenn man es selbst macht.

Ski selbst bauen

Dass man nicht nur in seinen eigenen vier Wänden Projekte realisieren kann, sondern auch seine eigenen, professionellen Ski bauen kann würden dann schon nicht mehr ganz so viele vermuten. Wir haben es ausprobiert und können sagen: Es funktioniert und macht ordentlich stolz.

Die Firma Build2Ride bietet seit einigen Jahren Skibau Workshops in der Nähe von Garmisch-Patenkirchen an. Dort kann man an einem Wochenende in zwei Tagen seine eigenen, individuell auf einen selbst abgestimmten Ski bauen.

Wie muss man sich das vorstellen?

Als wir gefragt wurden, ob wir unsere eigenen Ski bauen möchten, stellten sich sofort viele Fragen. In diesem Artikel wollen wir versuchen einige davon zu beantworten.

Als erstes stellte sich die Frage, ist das kompliziert und reicht das eigene handwerkliche Geschick aus? Die Antwort darauf ist zweigeteilt: Ja, es ist kompliziert aber in einer Gruppe von Maximal 10 Teilnehmern stehen einem zwei sehr erfahrene Coaches zur Seite.

Diese erklären alles sehr gut und so sind alle Teilnehmer in der Lage Schritt für Schritt einen eigenen und professionellen Ski zu bauen. Einige Arbeitsschritte (zum Beispiel das Schleifen) werden sogar komplett durch die Coaches übernommen, damit sichergestellt ist, dass das bis dahin erreichte Arbeitsergebnis nicht gefährdet wird.

Was bedeutet denn individuell abgestimmt?

Auf der Webseite www.build2ride.com kann man aus verschiedenen Modellen (Carver, All-Mountain, Touring usw.) auswählen. Diese Auswahl trifft man auch bereits ca. zwei Wochen vor dem Workshop. So kann Build2Ride sicherstellen, dass auch alle benötigten Bauteile vorrätig sind.

Nach Modell werden noch Fahrprofil und Körpermaße erfragt und in das Setup eingearbeitet.

Basierend auf diesen Werten baut später jeder Workshop Teilnehmer seinen eigenen Ski.

Wieviele Schritte sind es bis zu eigenen Ski?

Wir haben sie ehrlich gesagt nicht alle gezählt. Das ist im Grunde genommen auch unwichtig, denn man bewegt sich als Gruppe durch den kompletten Prozess.

Bevor jeder seinen nummerierten Werkzeugkasten zugeteilt bekommt geben die Coaches noch einen schnellen Einblick in Skiaufbau, verbautes Material und zeigen auch, wie die Industrie arbeitet.

Man erfährt welche Unterschiede zwischen Metall und Holz beim Fahren eines Skis auftreten. Das manche Ski mit 500 Grad heißem Schaum befüllt werden alles in allem spannende Einblicke - eine kleine Ski-Warenkunde sozusagen.

Dann noch eine Übersicht über die Tagesabläufe und die Mittagspause, die alle gemeinsam in der Werkstatt verbringen werden. Jene, die im Ort Übernachten verabreden sich auch gleich noch zum gemeinsamen Abendessen.

Dann geht es endlich los

An Tag 1 bekommen alle eine Basis-Platte und fixieren an dieser Kunstoffplatte die Stahlkanten mit Sekundenkleber. Hier hat man schnelle Erfolgserlebnisse. Lernt aber auch schnell, dass millimetergenaues Biegen von Stahl einfacher aussieht als es dann ist, wenn man es selbst machen muss.

Da man zu zweit an einer Werkbank arbeitet bietet sich die erste Gelegenheit andere Workshopteilnehmer kennenzulernen und natürlich auch sich gegenseitig zu helfen. Teamwork ist wichtiger Bestandteil des Workshops. Viele Schritte kann man alleine nicht bewerkstelligen.

Sicher auch ein Grund, weshalb auch Firmen mit Team-Building Workshops zu den Kunden bei Build2Ride zählen.

Die Zeit verstreicht und es folgen Arbeitsschritte wie Holzkern, Vorspannung, Harzen, Design Aufbringen und das „Backen“ der vakuumierten Ski für 14 Stunden bei über 70 Grad.

Glück und Stolz

Spätestens am Ende von Tag 1 strahlen alle Teilnehmer glücklich über das Erreichte und Geleistete. Denn die Ski sind nun bereits gut erkennbar und was mit einer Kunststoffplatte vor einigen Stunden begann ist nun bereits ein mehrschichtiges Produkt.

Die Werkstatt wird noch aufgeräumt und für Tag 2 vorbereitet. Dann freuen sich alle auf den Feierabend.

Tag 2

Der Sonntag beginnt früh um 08.30 Uhr in der Werkstatt.

Mit Vorsicht und Spannung auf das Ergebnis des Backens werden die einzelnen Ski-Pakete aus Metallständern genommen.

Vakuumsäcke werden aufgeschnitten und glückliche Ohs und Ahs sind zu vernehmen. Die Coaches sind ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnissen und loben die Gruppe.

Der zweite Tag wird kürzer sein. Geplant ist ein Ende zur Mittagszeit, denn dann müssen die Ski noch zur Montage der Bindungen und zum Feinschliff der Kanten in die benachbarte Ski-Schule - diese Arbeitsschritte werden nicht in der Build2Ride Werkstatt ausgeführt.

Doch bis es soweit ist, sind die Workshop Teilnehmer noch mit Sägen und Schleifen beschäftigt. Alles unterstützt und unter den wachsamen Augen der Workshop Leiter.

Alle sind konzentriert und mit Eifer dabei ihren Ski zu formen und zu glätten. Dies war auch für uns der Moment, wo wir unsere eigenen Ski haptisch sehr gut kennengelernt haben.

Jede Faser des Holzes wird erfasst und auf Glätte bewertet. Schließlich wird der Ski lackiert und ist für die finalen Arbeitsschritte (Bindung, Kantenschliff) bereit.

Stolz und zufrieden machen alle Teilnehmer Fotos von ihren Ski oder besser gesagt ihren Werkstücken.

Dann gehen alle Ski per Pick-Up Truck zur Ski-Schule und die Gruppe ins Restaurant zum Mittagessen.

Nach zwei Stunden in Garmisch betrachten alle das finale Ergebnis im Build2Ride Store. Jeder lobt die gute Zusammenarbeit und bestaunt die verschiedenen Ski (und ein Snowboard).

Fazit: In zwei Tagen Workshop einen eigenen Ski zu bauen macht definitiv glücklich und stolz. Es ist eine empfehlenswerte Erfahrung und man hat neben der Arbeit genügend Gelegenheit die anderen Teilnehmer kennenzulernen.

Wer also Lust hat einen individuellen Ski zu bauen und zu fahren, sollte sich die Webseite von Build2Ride definitiv mal ansehen.

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