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Boxen: Wladimir Klitschko gegen seine junge Kopie

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 17.02.2017 ksta
Zwei Männer, ein Gedanke: Ich hau’ Dich demnächst um – Joshua (l.) und Klitschko © Dahmen Zwei Männer, ein Gedanke: Ich hau’ Dich demnächst um – Joshua (l.) und Klitschko

Die Diktion ist eine ganz andere dieses Mal. Kein Gestänker, kein Gepöbel, es geht ganz gesittet zu. Vor seinem 69. Kampf als Profiboxer sagt Wladimir Klitschko über seinen Gegner Anthony Joshua: „Er ist eine Kopie von mir.“ Das klingt gefährlich. „Sehr gefährlich“, bestätigt Klitschko am Donnerstag bei einem Besuch in der Zentrale seines Haussenders RTL in Köln, „das macht den Kampf ja so spannend“.

Stattfinden wird das Duell zwischen dem britischen IBF-Champion und dem Ex-Weltmeister aus der Ukraine am 29. April im Londoner Wembley-Stadion. Die 90 000 Tickets sind ausverkauft und für die Vip-Karten werden auf dem Schwarzmarkt bereits Fabelpreise verlangt. Die Rede ist von 50000 Pfund für Tickets, die 2000 Pfund gekostet haben.

Eddie Hearn, Joshuas Promoter, ist überzeugt, dass das Duell zwischen seinem „neuen Löwen“ Joshua und der „Legende“ Klitschko der größte Schwergewichts-Kampf werde seit dem Duell Lennox Lewis gegen Mike Tyson 2002 in Memphis. Klitschko wird dann 41 Jahre alt sein und 17 Monate nicht geboxt haben. Seinen letzten Kampf gegen den Briten Tyson Fury hatte er überraschend verloren. Auf der Habenseite für ihn: Olympiasieg 1996, bis zur seiner Niederlage der dominierende Schwergewichtler der Szene, über zehn Jahre lang Weltmeister.

Der Schlüssel zum Sieg?

Anthony Joshua ist erst 27 Jahre alt und seit nicht einmal vier Jahren Profiboxer. Im April 2016 holte er sich den WM-Gürtel der IBF, den Tyson Fury Klitschko abgenommen und dann niedergelegt hatte, weil er statt des geplanten Rückkampfes gegen Klitschko (der nie stattfand, inzwischen hat der unter Dopingverdacht stehende Fury Depressionen eingeräumt und alle Gürtel niedergelegt) sonst eine IBF-Pflichtverteidigung hätte machen müssen. Seinen WM-Gürtel hat Joshua zweimal gegen weniger namhafte Gegner verteidigt. Und nun also gleich das große Duell gegen den großen, erfahrenen, ausgefuchsten Klitschko.

Der Schlüssel zum Sieg? „Wenn es Erfahrung ist, habe ich schon verloren“, sagt Joshua und lacht. Er wirkt dabei nicht wie einer, der glaubt zu verlieren. Auch er hat einiges auf der Habenseite: Er ist jung, er ist stark, er ist schnell. Und er sprudelt über vor Begeisterung für die Sache. Ja, Klitschko und er selbst seien sich sehr ähnlich. Gleich groß (1,98 Meter), als Amateure gleich erfolgreich (Olympiasieger 1996/2012), technisch ähnlich geschult. Joshua nimmt die Fäuste vor das Gesicht und macht vor wie er und Klitschko boxen. Eher aufrecht, aus der Distanz, mit langen Jabs. Klitschko noch ein bisschen mehr nach hinten gelehnt. Er selbst ein bisschen kompakter aus der Doppeldeckung heraus.

Der Schlüssel zum Sieg? „Das wird mein Trainingscamp sein“, sagt Joshua. Nur was er dort einübe und automatisiere, werde er im Kampf abrufen können. Wie so ein Trainingslager auszusehen hat, hat Joshua vom Besten gelernt, von Wladimir Klitschko. 2014, als Neuling im Profiboxen, hatte ihn der damalige Weltmeister als Sparringspartner verpflichtet und hinter die Kulissen gucken lassen. Joshua hat genau hingesehen und die eine oder andere Idee geklaut, die ihm geholfen haben könnte, eine bessere Kopie des Ukrainers geworden zu sein.

Klitschko gibt sich eine Chance von 50:50 auf den Sieg. Seine Motivation: „Ich will noch mal beweisen, dass ich nicht umsonst so viele Jahre so erfolgreich war.“ All die Freundlichkeiten vor dem Duell bezeichnet er als „Ruhe vor dem Sturm“. Und Joshua sagt: „Wenn dir erst Schläge an den Kopf fliegen, dann weißt du: Es ist Zeit, zu kämpfen.“

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