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«Dass ich mit 15 auszog, hat mich reifer gemacht»

20 Minuten-Logo 20 Minuten 19.06.2017 Marcel Allemann
© Twitter

Nico Hischier, am Mittwoch fliegen Sie gemeinsam mit Ihren Eltern nach Chicago, am Freitag steigt der Draft. Steigt allmählich die Nervosität?

Ja, das kann man so sagen. Allerdings würde ich nicht von Nervosität sprechen, sondern von einer grossen Vorfreude. Ich freue mich einfach riesig auf diesen Tag.

Wie muss man sich diese Vorfreude vorstellen? Ist es, als stände ein wichtiges Turnier unmittelbar bevor?

Es ist schon ein wenig anders, denn im Vergleich zu einem Turnier kann ich ja nichts beeinflussen. Ich freue mich einfach darauf, diesen Tag geniessen zu können.

Sie werden als Nummer-1-Draft gehandelt. Was würde es Ihnen bedeuten, wenn Sie tatsächlich als Erster von den New Jersey Devils gezogen würden?

Dann wäre ich sehr, sehr glücklich. Aber das bin ich auch, wenn ich als Zweiter, Dritter oder Vierter gezogen werde.

So oder so werden Sie Nino Niederreiter (wurde 2010 von den New York Islanders als Nummer 5 gezogen; die Red.) als Schweizer Rekord-Draft ablösen. Wie klingt das in Ihren Ohren?

Ja, wenn nichts schiefgeht, werde ich Nino übertreffen, und das wäre dann eine grosse Ehre für mich.

Während der letzten Saison entstand in Nordamerika ein Riesenwirbel um Sie. Alle überschlugen sich vor Lobeshymnen. Wie schafft man es da als 18-Jähriger, dass man den Kopf nicht verliert?

So schwierig war das eigentlich gar nicht. Ich habe einfach versucht, mich auf das Eishockey und somit das Wesentliche zu konzentrieren und nicht zu viel über das Drumherum zu studieren oder Sachen über mich nachzulesen. Aber klar, das eine oder andere habe ich natürlich trotzdem mitgekriegt. Das lässt sich heutzutage mit Social Media eigentlich gar nicht verhindern.

Für wie viele Selfies mussten Sie im letzten Jahr eigentlich herhalten?

In Halifax waren es schon einige. Dort gab es Fans, die nach den Partien vor dem Spielerausgang warteten. Gelegentlich wurde ich auch im Einkaufszentrum angesprochen.

Wie war das für Sie?

Speziell. Aber man hat mich darauf vorbereitet, dass es so sein wird und dies zum Sport dazugehört. Und es ist ja nichts Schlechtes daran, wenn man anderen eine Freude machen kann.

Und wie ist es bei Ihnen zu Hause in Naters? Können Sie da überhaupt noch unbehelligt auf die Strasse oder ist das ebenfalls schwierig geworden?

In Naters ist das ist überhaupt kein Problem. Ich werde zwar etwas häufiger als früher angesprochen, aber ich kann mich auf der Strasse weiterhin frei bewegen.

Sie wirken für Ihr Alter ungewöhnlich reif. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Eventuell hat dies damit zu tun, dass ich schon früh mit älteren Spielern gespielt habe. Zudem bin ich mit 15 Jahren bereits von der Familie weg nach Bern gezogen und später weiter nach Halifax. So macht man auch immer menschlich einige Schritte.

Allgemein wird immer wieder beklagt, dass die Schweizer Stürmer vor dem Tor zu wenig abgebrüht seien. Bei Ihnen ist das Gegenteil der Fall. Was machen Sie anders?

Das kann man noch gar nicht vergleichen. Ich habe noch nie in der A-Nationalmannschaft gespielt. Je höher das Niveau ist, desto schwieriger wird auch das Toreschiessen. Aber für mich gibt es viele gute Schweizer Stürmer, und dass diese ein Problem damit haben, Tore zu schiessen, ist für mich bloss ein Gerücht.

Sie haben bereits viele Fans. Von wem sind Sie eigentlich selbst Fan?

Von Pawel Dazjuk, dem langjährigen NHL-Spieler, der inzwischen in der KHL spielt. Ihn verfolge ich seit Jahren.

Was gefällt Ihnen an ihm?

Seine Spielweise, sowohl was die Offensive als auch die Defensive angeht. So will ich auch auftreten, bei ihm habe ich mir schon einige Sachen abgeguckt.

Wie stehen Sie als Walliser zum FC Sion?

Ich bin zwar jetzt nicht unbedingt ein Fan, aber im Fussball unterstütze ich schon den FC Sion. Ich war zuletzt auch beim Cupfinal dabei. Schade, haben sie verloren, aber es war trotzdem ein schönes Erlebnis.

Und was hört Nico Hischier für Musik?

Das ist völlig unterschiedlich und der jeweiligen Situation angepasst.

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