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Langnau lässt nicht locker

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 10.02.2019 Marco Spycher

Die SCL Tigers gewinnen zu Hause gegen den HC Davos 5:4 nach Verlängerung und rücken auf den 3. Platz vor.

Die SCL Tigers führen ihre Fans in diesen Tagen von einem Hochgefühl zum nächsten. Die erste Playoffteilnahme für die Langnauer seit 2011 ist sehr realistisch. In Sachen Choreografien haben die Emmentaler Anhänger bereits Playoffniveau, das beweisen sie beim Spiel gegen den HC Davos.

Umgeben von einem gelb-roten Fahnenmeer, halten sie in der Fankurve ein grosses Bild von Heinz Ehlers in die Höhe, der Coach zeigt mit dem Finger auf einen Stern mit der Aufschrift «Playoff». Komplettiert wird das Ganze vom Schriftzug: «Thanks Heinz, that’s the way we like it.»

Wie die Fans sorgen am Samstag auch die Spieler für Spektakel. Die SCL Tigers bezwingen Davos 5:4 nach Verlängerung, obschon sie dreimal in Rückstand liegen, und verbannen die Bündner damit definitiv in die Platzierungsrunde.

«Wir hatten einen schweren Start. Die Davoser erzeugten viel Druck, machten das Spiel schnell und gewannen die Zweikämpfe. Wir kämpften uns aber zurück und sind froh, zwei Punkte mitnehmen zu können», analysiert Tigers-Captain Pascal Berger.

Ein Auf und Ab

Bereits in der dritten Minute gehen die Davoser durch Anton Rödin in Führung. Kurz darauf gelingt Alexei Dostoinov der Ausgleich, wobei dieser Spielstand lediglich 55 Sekunden hält: Dominic Buchli erzielt mit seinem ersten Tor in der National League das 2:1 für die Bündner. «Ich glaube, mit diesem Resultat waren wir noch gut bedient», meint Berger.

Die SCL Tigers können sich allerdings wieder steigern, und Eero Elo gelingt in der 36. Minute im Powerplay der neuerliche Ausgleichstreffer. Doch erneut wiederholt sich das Szenario aus dem Startdrittel, knapp drei Minuten später legen die Davoser wieder vor. Aber die Langnauer lassen nicht locker, und Raphael Kuonen stellt kurz vor der zweiten Pause zum dritten Mal auf Gleichstand.

Nun hat das Team von Heinz Ehlers definitiv Lunte gerochen. Im Schlussdrittel spediert Chris DiDomenico im Powerplay die Scheibe mustergültig auf den Stock Harri Pesonens, der zur erstmaligen Langnauer Führung trifft.

Für DiDomenico ist es der 31. Assist – es handelt sich um den Ligabestwert. Jetzt bebt die ausverkaufte Ilfishalle, doch die Fans feiern ihre Mannschaft zu früh. Denn Perttu Lindgren egalisiert das Skore, also muss die Entscheidung in der Overtime fallen.

Und hier ist es nochmals Dostoinov, der für die Differenz sorgt und nach sehenswerter Einzelleistung den SCL Tigers nach lediglich 24 Sekunden den zweiten Punkt sichert.

Auf Rekordkurs

Viermal in Serie haben die Langnauer nun gewonnen. «Nach diesem schwierigen Spiel sind es sicher zwei gewonnene Punkte. Dieses Spiel unterstrich unseren Charakter. Wir kamen immer wieder zurück, und jeder will noch diesen einen Schritt mehr machen, den es braucht», sagt Dostoinov.

Weil Biel gegen Leader Bern verlor, stehen die SCL Tigers nun auf dem 3. Platz. Ihr Polster zum neuntklassierten HC Lugano beträgt bereits neun Punkte – die Tessiner haben allerdings eine Begegnung weniger absolviert.

71 Punkte benötigte es 2014 für die Playoffteilnahme. Das ist der Rekordwert, seit die Qualifikation über 50 Runden führt. Und vieles deutet darauf hin, dass dieser Rekord in dieser Saison gebrochen wird.

Die Langnauer stehen vor den letzten acht Runden bei 70 Zählern. «Aber es ist egal, wie viele Punkte es am Ende brauchen wird, wir wollen einfach mindestens genau so viele holen. Wir spüren nun alle, wie nahe wir unserem Ziel sind», sagt Dostoinov. Der Playoffstern jedenfalls, er ist am Wochenende für Heinz Ehlers und sein Team wieder ein Stück nähergerückt.

SCL Tigers - Davos 5:4 (1:2, 2:1, 1:1, 1:0) n.V.

6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Eichmann/Fonselius, Kaderli/Schlegel. - Tore: 3. Rödin (Lindgren) 0:1. 10. (9:15) Dostoinow (Elo, Gagnon) 1:1. 11. (10:10) Buchli (Egli, Kessler) 1:2. 34. Elo (DiDomenico, Huguenin/Ausschluss Marc Wieser) 2:2. 37. Marc Wieser (Meyer/Ausschluss Glauser) 2:3. 39. Kuonen (Diem, Neukom) 3:3. 46. Pesonen (DiDomenico, Huguenin/Ausschluss Kessler) 4:3. 57. Lindgren (Pestoni, Rödin) 4:4. 61. (60:24) Dostoinow 5:4. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen SCL Tigers, 7mal 2 plus 10 Minuten (Egli) gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: DiDomenico; Pestoni.

SCL Tigers: Ciaccio; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Gerber; Elo, Gagnon, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Kuonen, Diem, Neukom; Rüegsegger, Randegger, Nils Berger.

Davos: Lindbäck; Buchli, Du Bois; Barandun, Nygren; Heldner, Jung; Rödin, Lindgren, Ambühl; Marc Wieser, Corvi, Pestoni; Hischier, Aeschlimann, Meyer; Frehner, Egli, Kessler; Portmann.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Gustafsson, Blaser, Punnenovs, Johansson (alle verletzt) und Giliati (überzähliger Ausländer), Davos ohne Payr, Sandell, Dino Wieser, Stoop (alle verletzt), Bader (krank), Kundratek, Heinen und Baumgartner (alle Nationalmannschaft).

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