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«Das war wie ein Schlag ins Gesicht»

BZ Berner Zeitung-Logo BZ Berner Zeitung 14.09.2017 Interview: Philipp Rindlisbacher
«Das war wie ein Schlag ins Gesicht» © Bereitgestellt von Berner Zeitung «Das war wie ein Schlag ins Gesicht»

Dem Blumensteiner Nico Müller läuft es in den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) nicht wunschgemäss. Der 25-jährige Audi-Pilot sagt: «Ich weiss, dass ich schneller bin, als die Resultate vermuten lassen.»

Am vergangenen Wochenende blieben Sie auf dem Nürburgring in beiden DTM-Rennen punktelos. Was lief schief?Nico Müller:Im ersten Rennen lief es im Regen hervorragend. Dann wurde es trocken, und ich wechselte die Reifen, doch kurz darauf war es wieder nass, weshalb ich nochmals an die Boxen musste und 30 Sekunden verlor. Das war wie ein Schlag ins Gesicht. Dass ich die schnellste ­Runde absolviert hatte, war ein schwacher Trost. Im zweiten Rennen drosch mir Timo Glock (ehemaliger Formel-1-Pilot; die Red.) ins Heck. Er bekam eine Verwarnung – aber davon kann ich mir nichts kaufen.

Vier Rennen vor Schluss belegen Sie bei achtzehn Fahrern den 14. Gesamtrang – das kann nicht Ihr Anspruch sein.Definitiv nicht. Mein Ziel war gewesen, regelmässig Podestplätze herauszufahren. Aber häufig lief an den Rennen einfach etwas schief, vor allem zu Beginn der Saison. Deshalb war ich rasch ein wenig weg vom Fenster.

Worauf gründen die Probleme?Vor dem ersten Rennen hatte sich mein Chefmechaniker verletzt, wir fanden danach eine Zeit lang keinen Ersatz. Im Team kam Unruhe auf, das war etwas mühsam. Auch technische Probleme warfen mich zurück. Das ist sehr bitter, doch ich muss damit leben. Ich weiss: Ich bin schneller, als es die Resultate vermuten lassen.

Wo stufen Sie sich in derHierarchie unter den sechs Audi-Piloten ein?Ich war in der ersten Saisonphase der Zweitschnellste des gesamten Feldes in den Qualifyings. Aber am Ende entscheiden die Punkte – also bin ich in der Hierarchie nicht vorne. Ob man dann die Nummer 3 oder Nummer 5 ist, spielt an und für sich keine Rolle. Nun müssen wir dafür sorgen, dass ein Audi-Pilot die Meisterschaft gewinnt. Da gilt es, Eigeninteressen auch mal zurückzustellen.

Gehen Sie davon aus, dass Ihr Vertrag verlängert wird?So offensiv würde ich das nicht ausdrücken, es gab noch keine Gespräche. Aber ich höre oft, dass ich einen guten Job machen würde, viele Zwischenfälle und Negativergebnisse nicht auf mich zurückzuführen seien. Aber klar, ich kann und muss mich verbessern.

Gibt es andere Optionen?Ich fahre für Audi auch Langstrecken- und Rallycross-Rennen. Diese Vielseitigkeit ist ein Vorteil, zumal ich in diesen Autos auf Anhieb mithalten konnte. Aber die Garantie, einen Werksvertrag zu erhalten, hat fast keiner. Das Geschäft ist extrem schnelllebig.

Mercedes verlässt die DTM Ende 2018, der Sender ARD verzeichnet schlechte Quoten. Steht die Traditionsserie vor dem Ende?Das ist schwierig zu beurteilen. Das Mercedes-Aus ist unschön, aber immerhin wurde es so früh kommuniziert, dass die Chance besteht, Lösungen zu finden. Es braucht Ideen zur Attraktivitätssteigerung. Aber die DTM sind und bleiben eine starke Marke.

Immer grösser wird dagegen das Interesse an der Formel E . . .. . . diese Geschichte boomt. Die Serie ist interessant, es wird in den grossen Städten eine spektakuläre Show geboten. Bekannte Fahrer, bekannte Marken sind mittlerweile dabei; Audi steigt in der Saison 2017/2018 ebenfalls ein. Käme ein Angebot, würde ich das sicher nicht ablehnen.

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