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Pogba: "2016 dachten wir, wir hätten den Titel schon sicher"

+++ bitte beachten Sie folgende Rechteeinschränkungen: SOURCE: FFF; NO RESALE +++O-Ton 1, Paul Pogba, Nationalspieler Frankreich„2016 nach dem EM-Halbfinale dachten wir, dass wir den Titel schon in der Tasche haben. Unsere Mentalität war nicht dieselbe wie heute. Das meine ich ernst. Nachdem wir Deutschland besiegt hatten, fühlte sich das schon wie das Finale an. Vor dem Finale gegen Portugal waren wir uns sicher, dass wir gewinnen. Das war unser Fehler. Jetzt ist es anders, das ist uns bewusst und wir sind hochkonzentriert. Wir wollen da rausgehen, uns konzentrieren, alles geben und diesen Pokal nach Hause holen.“O-Ton 2, Samuel Umtiti, Nationalspieler Frankreich„Mbappé ist großartig. Eine WM in seinem Alter, bei der er so viele Tore erzielt... Und er hat sich noch immer nicht verändert. Falls er abheben sollte, gibt es genügend Spieler in unserem Team, die ihn zurück auf den Boden bringen. Er sollte besser so bleiben, großartige Dinge für uns tun und das für eine sehr lange Zeit.“SID xam tkWeitere Informationen:Istra/St. Petersburg (SID) Kylian Mbappe hat Wurzeln in Kamerun und Algerien, die Eltern von Paul Pogba stammen aus Guinea, Corentin Tolissos Vater aus Togo: Mehr als zwei Drittel des französischen Nationalteams haben einen Migrationshintergrund. Diese Multikulti-Mannschaft hat die Herzen der Grande Nation erobert, die Jubelstürme in der Heimat nahmen schon nach dem Einzug ins WM-Finale am Sonntag weltmeisterliche Ausmaße an.In einer Zeit, da nach dem WM-Debakel des Weltmeisters in Deutschland eine Debatte um den angeblichen Sündenbock Mesut Özil ausgebrochen ist, erscheinen Frankreichs Helden in kurzen Hosen mit ihren unterschiedlichen ethnischen Wurzeln wie ein Symbol. Eines, das Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit die Frage entgegenstellt: Begreift ihr denn nicht, dass wir gemeinsam am stärksten sind?Doch die Geschichte lehrt: So einfach ist es dann doch nicht. Schon 1998 sollte das Weltmeister-Team mit Zinedine Zidane und Co. eine französische Gesellschaft zusammenschweißen, die in ihre multikulturellen Einzelteile zu zerfallen drohte. Die Vorstellung von "black-blanc-beur", so der Begriff für einen harmonischen Mix aus Schwarzen, Weißen und Arabern, blieb eine Illusion.Der Fußball konnte in Frankreich nicht überall dort die Bruchstellen kitten, wo die Politik über Jahrzehnte versagt hatte. Auch wenn es märchenhafte Geschichten wie den Aufstieg des 19 Jahre alten Mbappe aus dem Pariser Vorort Bondy zum 180-Millionen-Euro-Wunderknaben gibt - Rassismus, soziale Ungleichheit und Krawalle in den Banlieues, den ärmlichen, tristen Vorstädten der französischen Metropolen, all das ist geblieben.Von ihren gefeierten Helden im Trikot der Les Bleus entfremdeten sich die Franzosen nach den erfolgreichen Tagen mit dem WM- und dem EM-Titel zwei Jahre darauf wieder. Als Tiefpunkt ging die WM 2010 in Südafrika in die Geschichte ein, als die Nationalmannschaft nach dem Rauswurf des dunkelhäutigen Nicolas Anelka das Training boykottierte. Skandale und Rassismusdebatten waren beinahe an der Tagesordnung.Doch in den letzten Jahren, erklärt der auf Fußballfans spezialisierte Soziologe Nicolas Hourcade aus Lyon, habe sich das Blatt gewendet. "Nach und nach hat das Nationalteam von 2014 bis heute sein Image um global anerkannte Spieler neu aufgebaut", sagte der Wissenschaftler der Nachrichtenagentur AFP. Der Schlüssel: Persönlichkeiten, die Frankreich in seiner Diversität repräsentieren. "So erhält die Auswahl mehr öffentlichen Rückhalt."Hourcade warnte indes davor, die Euphorie für das Team, diesen verbindenden Sport-Moment, wie vor 20 Jahren mit gesellschaftlichen und politischen Erwartungen zu überfrachten. "All das bedeutet nicht, dass Frankreich wieder vereint ist, die Wirtschaft gut läuft und es weniger Gefahr von Anschlägen gibt."Der wiedererstarkte Rückenwind soll die Equipe nun aber am Sonntag (17.00 Uhr MESZ/ZDF), just einen Tag nach dem Nationalfeiertag, in Moskau zum Sieg gegen Kroatien und zum zweiten Stern tragen. Staatspräsident Emmanuel Macron, der die soziale Schieflage in seiner Republik zumindest offen eingesteht, wird im Luschniki-Stadion zuschauen. Danach ist er am Ball.SID jl th
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