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Was in deinem Leben als Fussballprofi abgeht, wenn pro Woche zwei Topspiele anstehen

watson.ch-Logo watson.ch vor 3 Tagen Manuel Akanji
Wie ich es als Fussballprofi schaffe, Woche für Woche mental und körperlich für Topspiele bereit zu sein und welche Aufgabe Jadon Sancho und ich uns in der Kabine teilen.

Am Dienstag hiess der Gegner noch Inter Mailand, morgen steht das Duell der Superlative gegen Bayern München an. Seit einigen Wochen habe ich mit EM-Qualifikation, Champions League, dem DFB-Pokal und der Bundesliga jeweils zwei Partien pro Woche.

Während solch intensiven Phasen gibt es drei für den Erfolg massgebliche Komponenten. Das Mentale, die Regeneration sowie die Spielvorbereitung.

Das Mentale

Mental ist es vor allem dann anspruchsvoll, wenn du mal eine schwere Phase durchmachst, wie das bei uns der Fall war. Immerhin hat man während der englischen Wochen schon wenige Tage später die Chance, sich erneut zu beweisen. Und schwierige Phasen gibt's einfach, das wird von aussen dann auch gerne aufgebauscht. Denn mannschaftsintern sind wir immer ruhig geblieben. Wir wussten, dass wir da als Team wieder rauskommen. Das spürten wir eigentlich in jedem Spiel. Ein Beispiel: Ein gutes Tackling eines Mitspielers hat jeweils die ganze Mannschaft mitgerissen und aufgeputscht. Da merkst du, dass die Mannschaft intakt ist.

«Ich selber habe einen sehr selbstkritischen Ansatz.»

Wichtig ist – nicht nur in schwierigen Phasen übrigens – die eigene Leistung gründlich zu reflektieren. Ich selber habe einen sehr selbstkritischen Ansatz. Wenn ich im Spiel eine schlechte Aktion habe, analysiere ich im Nachhinein ausführlich, weshalb ich die falsche Entscheidung getroffen habe. Nur das bringt mich weiter und macht mich schlussendlich besser. Nach Abendspielen liege ich auch oft – wohl wegen des Adrenalins – noch lange wach im Bett und gehe zahlreiche Aktionen noch einmal durch.

Die Regeneration

Das Wichtigste bei hoher sportlicher Belastung ist aber natürlich die Regeneration. Direkt nach der Partie gehen wir für 10 bis 15 Minuten aufs Velo. Am nächsten Tag steht dann jeweils ein Regenerationstraining auf dem Plan, das unter anderem aus vielen Stabilisations-Übungen besteht.

Mir helfen zusätzlich die Wärme- und Kältebecken sowie die Kältekammer. Diese hat die angenehme Temperatur von minus 109 Grad ... zum Glück muss ich nur zwei Minuten rein, das überstehe ich gerade noch – mit Handschuhen, Kappe und Schuhen versteht sich.

«Mit Beine Hochlagern ist es heute definitiv nicht mehr getan.»

Damit ich auch zuhause optimal regenerieren kann, habe ich mir einige spezielle Geräte gekauft: Eines, welches mit Eis und Wasser gefüllt wird und durch Kompression und Kälte bei Schwellungen hilft, eine Massagepistole und ein Gerät zur elektronischen Muskelstimulation. Mit Beine Hochlagern ist es heute definitiv nicht mehr getan.

Die Spielvorbereitung

Die Vorbereitung auf die Spiele ist dann immer gleich – egal ob der Gegner Paderborn oder Bayern München heisst. Wir wollen Meister werden und müssen alle Spiele gewinnen, da liegt es nicht drin, bei der Vorbereitung schlampig zu sein. Gegen keinen Gegner.

Ein wichtiger Teil der Spiel- und Taktikanalyse wird beim Abschlusstraining einen Tag vor der Partie besprochen. Standards sind da immer ein Thema, die werden jeweils mittels Video analysiert.

«Wenn du das bei Messi machst, stehst du im Schilf.»

Und dann geht es oft auch um die Analyse meiner Gegenspieler. Ein Romelu Lukaku beispielsweise hat einfach andere Qualitäten als ein Lionel Messi. Bei einem Spieler, der stark von seiner Physis lebt, bei dem kann man schon mal auf einen technischen Fehler spekulieren. Wenn du das bei Messi machst, stehst du im Schilf. Wobei Messi sowieso ein Spezialfall ist. Gegen ihn mussten wir meist zu zweit oder zu dritt agieren.

Duell mit dem Weltfussballer: Akanji gegen Barcelona-Ikone Messi. © AP Duell mit dem Weltfussballer: Akanji gegen Barcelona-Ikone Messi.

Am Tag des Spiels gibt es am Morgen dann eher ein «Footing», ein «richtiges» Training findet nicht statt. Und direkt vor dem Match geht's auch weniger um taktische Aspekte, sondern vor allem um die nötige Motivation. 

«Ich mach regelmässig den Kabinen-DJ.»

Ich persönlich habe am Spieltag meinen immer gleichen Ablauf. Nach dem gemeinsamen Essen mit der Mannschaft trinke ich einen Espresso. Dann gehe ich aufs Zimmer, lege mich erst nochmals hin, dusche anschliessend und höre Musik.

In der Kabine kommt mir dann oft noch eine andere Aufgabe zu. Ich mach regelmässig den Kabinen-DJ. Jadon Sancho und ich wechseln uns diesbezüglich ab. Meist hören wir Hip Hop, das eignet sich bei uns am besten, um alle heiss zu machen.

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