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Eklat im Finale - Außenseiter verhöhnt Doppel-Weltmeister

WELT-Logo WELT 19.11.2018
© Bereitgestellt von WeltN24 GmbH

Denkwürdiges Finale beim Grand Slam of Darts: Gerwyn Price provoziert Gary Anderson in einer Tour und hat damit Erfolg. Der Schotte verweigert den Handschlag. Unter lauten Buhrufen setzt Price zu einem Pöbel-Interview an.

Dreieinhalb Wochen vor Beginn der Darts-WM in London (13. Dezember 2018 bis 1. Januar 2019) hat der Waliser Gerwyn Price seinen ersten Major-Titel bei einem Turnier der Professional Darts Corporation (PDC) gewonnen. Der frühere Rugby-Profi gewann das Finale des Grand Slam of Darts im englischen Wolverhampton gegen den zweimaligen Weltmeister Gary Anderson (Schottland) mit 16:13 und erhält ein Preisgeld in Höhe von umgerechnet 124.000 Euro (110.000 Pfund).

Es war ein hochdramatisches und emotionales Finale, das in einem Eklat endete, als Anderson seinem Gegner den Handschlag verweigerte. Der Schotte fühlte sich vom emotionalen Price mehrfach provoziert, während des Matches kam es zu mehreren Auseinandersetzungen. Anderson war einer bewussten Strategie seines Gegenübers auf den Leim gegangen.

Der Psychokrieg begann spätestens beim Stand von 7:7, als Price mit seinen Pfeilen in der Hand an Anderson vorbeiging und diesem offenbar ein paar Worte zuwarf. Zumindest unterbrach Anderson seine Vorbereitung und stellte Price zur Rede. Trotz des Zwischenfalls ging der Favorit mit 11:8 in Führung, der Sieg schien eher Formsache.

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Nun startete Price aber eine Aufholjagd und feierte seine guten Aufnahmen immer wieder mit demonstrativem Jubel in Richtung seines Kontrahenten. Anfangs lächelte Anderson über das Verhalten noch abschätzig, doch seine Blicke wurden von Minute zu Minute grimmiger, der Tour-Veteran ließ sich tatsächlich aus dem Takt bringen. Beim Stand von 14:13 gönnte sich der Waliser das nächste No-Go, als er nach seinem Wurf nicht umgehend die Pfeile aus dem Board holte, sondern sich jubelnd vor Anderson aufbaute und diesen auch noch berührte. Zornig wies Anderson ihn an, zu verschwinden.

"Buht mich ruhig noch lauter aus!"

Auch dass sich die von Prices Verhalten genervten Zuschauer längst auf Andersons Seite geschlagen hatten, half ihm nichts. Price forderte das Publikum sogar auf, ihn noch lauter zu beschimpfen. Mit Erfolg: Er gewann das Match und nahm unter lauten Buhrufen den Pokal entgegen. Sein Benehmen wurde auch danach nicht besser, Price verteidigte seine Strategie im Sieger-Interview sehr offensiv.

"Wenn ich der Erste sein muss, der auf diesem Weg gewinnt, dann ist das so", sagte er lächelnd und verhöhnte Anderson nun auch verbal: "Ich werfe meine Darts, dann muss er warten, bis ich fertig bin. Er mag das nicht? Pech für ihn. Er kommt mit Typen wie mir nicht zurecht und jammert immer. Er soll sich lieber auf sein eigenes Spiel konzentrieren."

Der Unmut der Zuschauer sei für ihn sogar hilfreich. "Wenn das Publikum gegen mich ist, spiele ich noch besser", sagte Price über das Hallenmikro und wandte sich dann direkt an die Menge: "Buht mich nächstes Mal ruhig noch lauter aus!" Sein Fazit: "Vor fünf, sechs Jahren war ich noch Rugbyspieler, nun ziehe ich den Dartsprofis das Geld aus der Tasche. Eine glücklicher Tag für mich."

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