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TV-Experten zeigen schonungslos auf, warum PSG «keine Chance» auf die Champions League hat

watson.ch-Logo watson.ch 25.11.2021 Philipp Reich
Das PSG-Problem: Messi, Mbappé und Neymar arbeiten kaum nach hinten. Das PSG-Problem: Messi, Mbappé und Neymar arbeiten kaum nach hinten.

An guten Tagen spielen Neymar, Lionel Messi und Kylian Mbappé alles in Grund und Boden, an schlechten wird der famose Sturmdreizack für Paris St-Germain aber zur grossen Hypothek, wie der Champions-League-Auftritt bei Manchester City gestern Abend zeigte.

Neben dem Platz verfolgen Manchester City und Paris Saint-Germain ungefähr die gleiche Strategie. Mit den Öl-Milliarden ihrer steinreichen Besitzer wollen sich die beiden Scheichklubs den sportlichen Erfolg quasi erkaufen.

Auf dem Platz könnten die Ansätze aber unterschiedlicher kaum sein, wie gestern der zweite «Cashico» zwischen ManCity und PSG in der Champions-League-Gruppenphase eindrücklich offenbarte. Während Pep Guardiola bei den «Citizens» auf ein starkes Kollektiv mit viel Solidarität, ausgeprägtem Kombinationsspiel und taktischer Disziplin setzt, legt PSG sein Schicksal beinahe komplett in die Hände seiner überragenden Offensiv-Einzelkönner Neymar, Lionel Messi und Kylian Mbappé.

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Die Highlights der Partie ManCity gegen Paris Saint-Germain., Video: YouTube/SRF Sport

Doch das geht in dieser Saison vor allem gegen Gegner mit etwas mehr Format nur selten auf. Schon nach dem 0:0 gegen Olympique Marseille in der Ligue 1 Ende Oktober setzte es heftige Kritik für das Team von Trainer Mauricio Pochettino ab: Kein System, kein Matchplan, keine defensive Ordnung, so der Tenor damals.

Nach dem 1:2 gestern Abend in Manchester müssen sich die PSG-Superstars wieder einiges anhören. «Wenn du die Champions League gewinnen willst, kann du nicht nur mit sieben Mann verteidigen», erklärte TV-Experte Thierry Henry auf CBS und spielte damit natürlich auf Neymar, Messi und Mbappé an, die bei gegnerischem Ballbesitz oft gar nicht oder nur halbherzig nach hinten arbeiteten. Drei Szenen veranschaulichen das ziemlich eindrücklich.

Kurz vor der Pause schauen Neymar, Messi und Mbappé dem Spielaufbau von ManCity teilnahmslos zu.

Vor dem 1:1-Ausgleich durch Raheem Sterling fühlt sich Neymar nicht für Kyle Walker zuständig, der den Ball völlig unbedrängt in die Mitte legen kann.

Vor dem 1:2 durch Gabriel Jesus lässt Lionel Messi den überragenden Bernardo Silva einfach ziehen. Wenig später liegt der Ball im Tor.

Scharfe Experten-Kritik

«Teams, die Titel gewinnen wollen – vor allem die Champions League – brauchen Stürmer, die hinter dem Ball stehen. Egal, wer du bist», führt Henry in seiner Analyse aus. «Ansonsten sind die Aussenverteidiger komplett auf sich allein gestellt und mit einer 1-gegen-3- oder 2-gegen-3-Situation konfrontiert.» Gegen die meisten Klubs in der Ligue 1 spiele das vielleicht keine grosse Rolle, gegen eine Mannschaft vom Kaliber von ManCity dafür umso mehr.

Für Experten-Kollege Jamie Carragher ist der prominente Sturm-Dreizack für PSG längst zum Problem geworden. «Ich glaube nicht, dass es sich ein Team im modernen Fussball leisten kann, einen Spieler mittragen zu müssen», erklärt der frühere englische Nationalspieler. «ManCity, Liverpool, Chelsea und Bayern München müssen niemanden mittragen, PSG dagegen gleich drei Spieler – sie haben absolut keine Chance, die Champions League zu gewinnen.»

Vor allem von Mbappé ist Carragher enttäuscht: «Er ist 22, er sollte zurücksprinten und seine Teamkollegen gegen ein Top-Team wie ManCity unterstützen.» Salah und Mané würden das bei Liverpool tun, genauso wie Kevin De Bruyne, Riyad Mahrez und Raheem Sterling bei ManCity oder Thomas Müller und Robert Lewandowski bei den Bayern.

Bei Messi könne er die mangelnde Defensiv-Arbeit ja noch verstehen, erklärt Carragher. «Er ist 34 und muss sich für bestimmte Momente aufsparen.» Dennoch ist die Liverpool-Legende davon überzeugt, dass selbst ein Messi ohne Defensivarbeit im modernen Fussball nicht länger tragbar ist. «Vergessen wir nicht, dass Barcelona mit Messi schon lange nicht mehr die Champions League gewinnen konnte.»

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