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Murray spricht unter Tränen vom Rücktritt

Tages-Anzeiger-Logo Tages-Anzeiger vor 6 Tagen René Stauffer, Melbourne

Schon das Australian Open könnte für den zweifachen Olympiasieger zum letzten Turnier werden. Die Hüftschmerzen sind zu stark.

«Habe alles getan, was ich tun konnte»: Andy Murray spricht an einer Medienkonferenz vor dem Australian Open über den aussichtslosen Kampf, in dem er sich befindet. AFP/William West © Bereitgestellt von Tamedia AG «Habe alles getan, was ich tun konnte»: Andy Murray spricht an einer Medienkonferenz vor dem Australian Open über den aussichtslosen Kampf, in dem er sich befindet. AFP/William West

Was eine normale Medienkonferenz vor dem Australian Open hätte werden sollen, entwickelte sich am Freitagmorgen zum Drama. Schon auf die Eingangsfrage, wie es ihm gehe, versteckte sich der Schotte Andy Murray in Melbourne unter seinem Hut, begann zu beben und verliess mit dem Hinweis, «ich fühle mich nicht gut», den Interviewraum. Fünf Minuten später kam der zweifache Wimbledon- und Olympiasieger zurück und sprach, so schwer es ihm auch fiel, vom aussichtslosen Kampf, in dem er sich befindet.

Keinen hätte es überrascht, hätte der 31-jährige Brite jetzt schon den Rücktritt angekündigt. Dieses Turnier will er noch spielen, doch auf die Frage, ob es sein letztes sein könnte, sagte er: «Ja, diese Chance besteht.» Der fünffache Finalverlierer von Melbourne trifft zum Auftakt gleich auf den Spanier Roberto Bautista Agut, den Sieger von Doha.

«Ich brauche einen Endpunkt»

Murray leidet seit Jahren an Hüftproblemen. Diese akzentuierten sich nach einem Halbfinal 2017 in Paris, den er gegen Stan Wawrinka in fünf Sätzen verlor. «Seit etwa zwanzig Monaten quäle ich mich mit Schmerzen herum», erzählt er. «Dabei habe ich alles getan, was ich tun konnte, um die Hüfte zu verbessern. Zwar geht es mir besser als vor sechs Monaten, aber die Schmerzen sind immer noch da.» Seit der erwähnten Niederlage gegen Wawrinka hat Murray nur noch neun Turniere bestritten, momentan findet er sich noch auf Rang 230 der Weltrangliste.

Vor einem Jahr hatte der Vater zweier Mädchen die rechte Hüfte in Melbourne operiert, die Schmerzen aber blieben. «Ich kann zwar spielen – aber nicht auf einem Niveau, das mich befriedigt. Der Schmerz ist zu stark, auch im Training und während der Partien. So will ich nicht weitermachen, so macht es keinen Spass. Deshalb sagte ich im Herbst zu meinem Team: Ich brauche einen Endpunkt.»

Hüfte beeinträchtigt auch im Alltag

Eigentlich habe er gehofft, dass er 2019 noch bis Wimbledon durchspielen können, «aber ich bin nicht sicher, dass ich mit diesen Schmerzen noch drei, vier Monate weitermache». Die Hüfte beeinträchtigt ihn nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag: Es wäre schön, wenn er nur schon wieder schmerzfrei Socken oder Schuhe anziehen könnte, gibt der 45-fache Turniersieger zu, der 41 Wochen lang die Nummer 1 war.

Wahrscheinlich sei, dass er sich zu einer zweiten, komplizierten Operation durchringen werde, sagte Murray. «Aber ein Comeback danach wäre nicht realistisch. Es ginge mir mehr darum, den Alltag etwas erträglicher zu gestalten.» Die Hüfte und die Schmerzen seien das dominierende Thema, von allen werde er darauf angesprochen, und das mache die Lage noch schlimmer, sagt er. Auch psychologische Hilfe bringe ihm nichts: «Die Schmerzen gehen dadurch nicht weg.»

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