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Jamie Oliver steht vor einer Pleite

Der Bund-Logo Der Bund vor 5 Tagen Caroline Freigang und Ernst Meier
Jamie Oliver steht vor einer Pleite © Bereitgestellt von Der Bund Jamie Oliver steht vor einer Pleite

Die Restaurantkette «Jamie's Italian» des Starkochs hat Millionenschulden angehäuft. 450 Jobs stehen auf dem Spiel.

«Und noch ein bisschen Olivenöl!» Jamie Olivers Kochshows sind weltberühmt, seine Bücher verkauften sich Millionenfach, das Restaurantimperium des Briten namens Jamie’s Italian spannt sich über den Globus, mit Franchiseverträgen von Australien und Kanada bis nach Russland und Singapur. Jetzt soll die Kette in Grossbritannien vor der Pleite stehen.

Wie britische Medien berichten, hat Jamie’s Italian Schulden in Höhe von 71,5 Millionen Pfund (rund 93 Millionen Franken) angehäuft. Der TV-Starkoch habe die Immobilienverwalter angebettelt, die Miete für seine Restaurants zu senken, schreibt die «Sun». So solle die Kette vor dem finanziellen Ruin gerettet werden. Im letzten Jahr hatte die Kette ein Minus von rund 10 Millionen Pfund eingefahren.

12 Filialen werden geschlossen

Um das Unternehmen zu retten, sollen die Gläubiger von Jamie’s Italian bei einem Treffen am Freitag beschlossen haben, die Miete bei einigen der Restaurants um 30 Prozent zu reduzieren. 12 von 25 Filialen im Vereinigten Königreich sollen geschlossen werden, 450 Jobs stehen auf dem Spiel. Betroffen sind demnach Restaurants in Bristol, Harrogate und Kingston.

Gerichtsdokumente sollen laut «Sun» zeigen, dass Jamie’s Italian Limited auch der Bank HSBC 30,2 Millionen Pfund (39 Millionen Franken) in Überziehungskrediten und Darlehen schuldet. Zudem soll Oliver Schulden bei Vermietern und Zulieferern sowie beim Finanzamt haben und im Rückstand mit Gehaltszahlungen sein.

150 Millionen Pfund Privatvermögen

Jamie Olivers persönliches Vermögen, das auf rund 150 Millionen Pfund geschätzt wird, soll Dokumenten zufolge nicht betroffen sein, sollten seine Restaurants pleitegehen. Oliver soll allerdings 3 Millionen Pfund seines Privatvermögens, sowie 6,5 Millionen Pfund eines anderen Businesses in die Kette gesteckt haben.

Der «Bild»-Zeitung gegenüber sagt ein Sprecher von Jamie Oliver, die genannten Zahlen seien irreführend. Die Schulden sollen sich laut der Zeitung nur auf 47,5 Millionen Pfund (circa 62 Millionen Franken) belaufen.

Der Sprecher sagt: «Wir sind sehr zufrieden, dass die Gläubiger uns in unserem Vorschlag unterstützen, die Jamie’s-Italian-Restaurants umzugestalten. Damit stellen wir sicher, dass die Angestellten und Zulieferer bezahlt werden können und dass 1800 Jobs gerettet werden.»

Pläne für die Schweiz

Jamie Oliver ist seit 2017 auch als Markenbotschafter für die Schweizer Küchengerätfirma Bauknecht aktiv. Eine Sprecherin sagt, er werde das auch künftig bleiben: «Daran ändert sich nichts, wir stehen hinter der Partnerschaft.» Wenn es bei seinen Restaurants nicht gut laufe, habe das keinen Einfluss auf Bauknecht.

Bei Coop gab es bis vor einigen Jahren verschiedene Lebensmittel mit dem Markennamen «Jamie Oliver» zu kaufen. Der Vertrieb wurde jedoch mittlerweile eingestellt. Im letzten Frühling startete der Detailhändler die Coop-Trophy-Aktion «Grillieren mit Jamie Oliver». Mit Sammelmarken konnte Grillierzubehör wie Servierplatten und Terrakottaschüsseln des englischen Starkochs vergünstigt gekauft werden. Die Aktion lief Ende Jahr aus.

Offenbar hatte Jamie Oliver vor einer Weile auch über eine Filiale von Jamie’s Italian in der Schweiz nachgedacht. «Wenn ich einen Partner finde, eröffne ich sofort ein Restaurant bei euch», sagte er 2016 der «Schweiz am Sonntag». Man habe einige spannende Anfragen von vielversprechenden Gastronomen erhalten, hiess es vonseiten seines Managements. Die meisten Anfragen seien aus Zürich und Genf gekommen. Daraus geworden ist bis dato nichts.

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