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«Ich wäre ein Porsche - klein, giftig und mit Style»

20 Minuten-Logo 20 Minuten 26.09.2017
© Bereitgestellt von 20 Minuten

Bligg, in «Cars 3» sprichst du den einzigen Schweizer Rennwagen. Was ist das für eine Rolle?

Die Geschichte geht so: Lightning McQueen ist noch immer hungrig aufs Rennfahren, spürt aber, dass er ein bisschen in die Jahre gekommen ist. Darum geht er in ein Trainingscamp und trifft dort auf einen seiner Sparringpartner, Ronald Steadfast, dem ich meine Stimme leihe.

Bligg als Rennauto - wie klingt das?

Jung, wild, ziemlich hysterisch und sehr schweizerisch.

Du bist die einzige Schweizer Figur im Film. Wie war das?

Als ich angefragt wurde, wusste ich - bis auf den Namen und ein Bild vom Auto - nichts über den Streifen. Dass ich meine Rolle Schweizerdeutsch spreche, wurde erst vor Ort im Synchronstudio entschieden. Weil der Film in Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft, mussten gewisse Worte etwas abgeändert werden, damit unsere Nachbarn auch alles verstehen.

Entspricht die Figur des Ronald Steadfast deinem Charakter?

Jung bin ich wahrscheinlich nicht mehr so (lacht). Der Rest passt aber ziemlich gut.

Wie viel Bligg konntest du in die Rolle einfliessen lassen?

Ganz ehrlich: So gross ist die Rolle nicht. Darum blieb auch nicht viel Zeit, meinem Auto wirklich Charakteristik zuzuordnen. Vom Künstler Bligg merkt man mit Ausnahme der Stimme nicht viel.

Wie viel haben dein Job als Musiker und das Sychronsprechen gemeinsam?

Mir ist es extrem leicht gefallen. Mein Job ist es ja, vor einem Mikrofon zu stehen, mich zu artikulieren und ein Timing an den Tag zu legen. Das ist beim Synchronsprechen genau dasselbe.

Muss man 40 Jahre alt werden, um einen Kinderfilm zu synchronisieren?

Vor zehn oder zwanzig Jahren hätte ich den Job genauso angenommen. Immerhin geht es um dicke Schlitten und Spass-– nicht sehr weit weg vom Rappen also.

Hatte dein Sohn Lio einen Einfluss auf den Entscheid?

Er war sicher auch mit ein Grund. Ich habe einen Sohn, der zweieinhalb Jahre alt ist, und ich bin ein grosser Fan von Animationsfilmen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht auf Autos stehe.

Was wärst du für ein Auto?

Wahrscheinlich ein Porsche 911. Er ist klein, giftig, schnittig und hat Style.

Du hast dich ein Jahr lang zurückgezogen. Was hast du in dieser Zeit gemacht?

Als ich die Pause angekündigt habe, sagten viele: «Musiker müsste man sein!» Natürlich habe ich nicht durchgehend Pause gemacht, sondern eigentlich immer an diversen Projekten gearbeitet. Die eine oder andere Woche Ferien habe ich mir aber gegönnt und bin zum Beispiel mit meinem Bruder Sam zwei Wochen nach Florida gereist. Zudem habe ich dem Leben gefrönt und viel Zeit mit meinem Kleinen verbracht.

Wie lange machst du noch Pause?

Sicher noch bis Ende Jahr, vielleicht auch länger. Wir werden sehen.

Was war das Beste an der Auszeit?

Es ist das erste Mal seit 15 Jahren, dass ich einfach mal ein ganz normales Leben führe.

Hat die Auszeit etwas in dir verändert?

Ich glaube nicht, dass man wegen einem Jahr Pause gleich ein anderer Mensch wird. Aber logisch hatte ich Zeit, viele Sachen aus der Vergangenheit zu verarbeiten.

Man konnte lesen, du hättest dich von deiner Freundin getrennt. Klär uns auf: Wie ist der Status? Bist du single?

Das geht dich nichts an.

Anderes giftiges Thema: Du wirst nächste Woche 41. Wie fühlt sich das an?

Wo ist das Gift in diesem Thema? Bis jetzt spüre ich keine Ansätze einer Midlife-Crisis. Schon als ich 30 wurde, hatte ich kein Problem mit dem Alter und bin in kein Loch gefallen. Mit 40 dachte ich dann schon, dass die Zeit verdammt schnell vergeht. Aber ich lasse mich nicht von Zahlen beeindrucken. Man ist immer so alt, wie man sich fühlt. Durch meine Arbeit fühle ich mich immer noch relativ jung. Rückblickend muss ich sagen: Ich hab es in den letzten 41 Jahren nicht ganz verkehrt gemacht.

Du hast also noch keinen Porsche gekauft?

Nein, da gebe ich das Geld lieber für etwas anderes aus.

«Cars 3» mit Bligg läuft am 28. September in den Deutschschweizer Kinos an.



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