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„Tierversuchsindustrie ist ein Multimilliardengeschäft“

Es sind Aufnahmen, die schockieren: Labortiere, die unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden, die bei Testreihen als lebende Versuchsobjekte herhalten müssen. Zahlreiche Waren des täglichen Bedarfs wie Kosmetikprodukte und Arzneimittel werden an Tieren getestet - mit tödlichen Folgen. Tierversuche sei legalisierte Tierquälerei, sagte Friedrich Mülln vom Verein „SOKO Tierschutz“ . „Was man im Tierversuch machen darf, würde einen in anderen Gesellschaftsbereichen ins Gefängnis führen, wenn man das zum Beispiel mit seinem privaten Hund oder der Katze macht“, so Mülln. In einem norddeutschen Labor filmten die Tierschützer mit versteckter Kamera und dokumentierten Quälerei im Dienste der Industrie. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen des Verdachts von Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen. Den Behörden zufolge ist das Labor in den vergangenen Jahren mehrfach kontrolliert worden. Bis die Aufnahmen der Tierschützen auftauchten, seien dabei keine gravierenden Verstöße festgestellt worden, heißt es in einer Stellungnahme des Landkreises Harburg. Mülln: „Ob jetzt Farben, Chemikalien, selbst der Essig in der Küche sind an Tieren getestet, deswegen kommt man da kaum drumrum. Es gibt trotzdem Logos zum Beispiel im Handel bei kosmetischen Produkten, wo man sehen kann, dass die nicht an Tieren getestet worden sind. (...) Die Tierversuchsindustrie ist ein Multimilliardengeschäft. (...) Und das ist eine gigantische, starke Lobby, die natürlich Druck auf den Gesetzgeber macht, ihre Pfründe zu behalten.“ Die Versuche seien nicht nur grausam für die Labortiere, sondern gleichzeitig unzuverlässig und mitunter auch für den Verbraucher gefährlich. Sein Gegenmittel: Friedlicher Protest und im Zweifel mal auf ein nicht unbedingt notwendiges Medikament verzichten.
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