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Im Test: Renault Mégane GT Grandtour

AutoNEWS-Logo AutoNEWS vor 5 Tagen AutoNEWS

Haar, 15. Februar 2017 -

Renault hat mit dem Mégane GT einen echten Konkurrenten zum VW Golf GTI im Angebot. Und auch, wenn der Franzose mit "nur" 205 PS den mittlerweile 230 Pferden des GTI nominell unterlegen ist, hat Renault ein Ass im Ärmel: die Grandtour-Version des Mégane. Denn einen Golf GTI als Kombi gibt es nicht. Wir fahren den Mégane GT Grandtour und finden heraus, ob sich der Blick nach Frankreich lohnt.

Außen: hui

Gut sieht er aus, der Kombi-GT. Lackiert im exklusiven Farbton "Iron-Blau", das sehr an die Farbe legendärer Alpine- und Gordini-Renaults erinnert. Dazu die breitere GT-Frontschürze mit vergrößerten Lufteinlässen und dezenter Spoilerlippe - der GT weiß mit subtilen Reizen zu locken, ohne zu dick aufzutragen. Die Heckschürze mit Doppelauspuff und angedeutetem Diffusor macht auch nachfolgenden Autos klar: Hier fährt kein 130-PS-Mégane. Schick sind außerdem die Voll-LED-Scheinwerfer sowie die LED-Rückleuchten, die dem Auto eine sehr moderne Optik verleihen - wenn doch nur diese gigantische Rhombe an der Front nicht wäre.

Innen: auch hui

Öffnet man die Fahrertür, fällt der Blick sofort auf die gleichermaßen schönen wie bequemen Sportsitze mit integrierter Kopfstütze. Zusammen mit dem optionalen Alcantara-Paket für 1.250 Euro kommt hier echte Sportwagen-Atmosphäre auf. So etwas sucht man bei Golf GTI oder Ford Focus ST Turnier vergebens. Ebenfalls sehr schön anzusehen und auch anzufassen - letzteres scheinen viele Hersteller oft zu vergessen - ist das Sportlenkrad mit den großen feststehenden Schaltwippen. Es liegt sehr gut in der Hand und ist weder zu groß noch zu klein.

Sehr gutes Infotainment

Der Renault Mégane GT Grandtour ist ein wirklich feiner Kombi Im Test: Renault Mégane GT Grandtour

Hat man einmal in den straffen und unterstützenden Sportsitzen Platz genommen, wandert der Blick schnell zum Navi-Bildschirm. Dieser ist - bestellt man das Navigationspaket für 690 Euro - 8,7 Zoll groß und vertikal in der Mittelkonsole angebracht. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass konventionelle Lautstärke- und Heizungsregler wegfallen und die Parameter nur über den Touchscreen gesteuert werden können. Die Bedienung funktioniert zwar einwandfrei, aber ein Griff zum Knopf ist immer noch intuitiver als das Wischen über einen Bildschirm - besonders im Verkehr oder bei höheren Geschwindigkeiten. Praktisch dagegen ist das Head-up-Display, das wichtige Fahr-Informationen auf eine kleine Plastikscheibe vor dem Fahrer projiziert.

Viel Platz im Innenraum

Da niemand einen Kombi kauft, ohne das zusätzlichen Platzangebot zu schätzen, haben wir uns natürlich auch die zweite Sitzreihe und den Kofferraum des GT Grandtour angeschaut. Im Fond - auch hier nimmt man auf schicken Alcantara-Sitzen Platz - gibt es genügend Raum für zwei durchschnittliche Erwachsene. Im Notfall passt auch ein dritter Passagier in die Mitte. Der Kofferraum punktet mit einer ebenen Ladekante und 521 Liter Ladevolumen. Damit bietet der Renault rund 30 Liter mehr als beispielsweise ein Ford Focus ST Turnier, aber 65 Liter weniger als ein Seat Leon Cupra ST. Legt man die Rücksitzbank um, passen 1.504 Liter in den Mégane Grandtour - einen flachen Ladeboden gibt es mit umgelegter Bank allerdings nicht.

Fahrwerk und Lenkung

Doch bei all der schönen Ausstattung, dem vielen Platz und dem geschmackvollen Äußeren: Irgendwie muss sich der Mégane GT ja den "Renault Sport"-Schriftzug verdienen, der die Leiste auf dem Armaturenbrett ziert. Die Sport-Abteilung der Franzosen ist bekannt für spritzige Motoren, hervorragende Fahrwerke und ein harmonisches Gesamt-Setup. Sind diese Werte auch in den GT Grandtour geflossen? Definitiv. Besonders die Abstimmung der Aufhängung und der Lenkung sind gelungen. Kurven nimmt der GT sportlich straff, ohne jedoch zu hart abzufedern.

Allradlenkung: Genial

Das eigentliche Highlight ist jedoch die Allradlenkung "4Control", die bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h - im Sport-Modus bis 80 km/h - die Hinterräder entgegengesetzt der Vorderräder einschlägt und den Wendekreis so deutlich verringert. Oberhalb der Tempo-Grenzen werden die Hinterräder parallel zur Vorderachse eingeschlagen und sorgen so für mehr Stabilität in schnellen Kurven. Und wo wir schon mal bei verschiedenen Fahrmodi sind: Im Comfort-Modus legt der GT alle Sport-Gene ab und wird zum sehr relaxten Gleiter. Das hat auch Einfluss auf die Zwischensprint-Qualitäten, die stark gegen null tendieren. Im Sport-Modus hingegen selbst mit extrem gefühlvollem Gasfuß ein Anfahren an der Ampel nicht ohne durchdrehende Räder möglich - bei feuchter Straße und Winterreifen wohlgemerkt. Da sollte Renault eventuell noch einmal an der Spreizung der Fahrmodi arbeiten.

Der Motor ist etwas schwach

Der 1,6-Liter-Turbobenziner im Mégane GT leistet 205 PS und stemmt 280 Newtonmeter auf die Vorderachse. Geschaltet wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Sowohl für den Motor als auch für das Getriebe können wir keine Bestnoten verteilen. Das Aggregat dürfte ruhig die 220 PS des Clio R.S. Trophy haben, um im Vergleich zu Focus ST und Co. nicht ganz so schwach dazustehen. Und das EDC-Getriebe schaltet zwar meistens recht souverän und in annehmbarem Tempo, manchmal wünschen wir uns aber doch eine etwas ausgereiftere Version wie aus dem VW-Konzern. Immerhin: Der Sprintwert von 7,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h gehen in Ordnung.

Attraktiver Preis

Kommen wir nun zum letzten Punkt, der für den Renault Mégane GT Grandtour spricht: der Preis. Los geht es für 30.190 Euro. Mit an Bord sind da schon die grandiose Allradlenkung, die hervorragenden Sportsitze und das gute Multimedia-System R-Link. Unser Testwagen stand mit dem großen Navi, dem Alcantara-Paket, und der schönen Farbe "Iron-Blau" für 34.770 Euro vor der Redaktion. Das Konkurrenzumfeld? Der Golf GTI startet bei ebenfalls knapp 30.000 Euro, ist aber kein Kombi. Der Focus ST Turnier kostet 30.550 Euro, kommt aber mit einem kleineren Kofferraum - dafür aber auch mit 250 PS. Und einen Mégane GT sieht man auch nicht an jeder Ecke. Also: kaufen!

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