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Die 7 wichtigsten Ferrari aller Zeiten - 70 Jahre Ferrari

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 02.05.2017 Marcus Peters
Ferrari 125S - LaFerrari Aperta: Ferrari 125 S und LaFerrari Aperta: Der 125 S war das erste Auto, das den Namen des berühmten Enzo Ferrari trug. Am 12. März 1947 weckte Ferrari den Zwölfzylinder im Sportwagen zum Leben. Die 7 wichtigsten Ferrari aller Zeiten - 70 Jahre Ferrari

Ferrari, das ist die aufregendste Automarke der Welt. 2017 wird das berühmte Cavallino Rampante 70 Jahre alt. Wir tragen die bedeutendsten Ferrari-Straßenmodelle aus sieben Jahrzehnten zusammen.

Seit Enzo Ferrari 1947 den 125 C auf den Asphalt brachte und damit das Fundament für viele Legenden betonierte, kamen zahlreiche anbetungswürdige Modelle auf die Straße. Doch nicht alle erwiesen sich als wegweisend. Manche waren schlicht schön, andere abwegig. Manche taugen nur zur weinseligen Verklärung, andere wiederum wurden respektable Sportwagen. In jedem Jahrzehnt verließ allerdings mindestens eine Ikone die Werkstore; wir haben hier die wichtigsten Straßen-Modelle jeder Dekade zusammengestellt – natürlich mit der Begründung, warum sie die wichtigsten ihrer Zeit sind. In Klammer steht der ungefähre Wert des jeweiligen Modell, wobei gute Autos im Originalzustand teils erheblich darüber liegen.

Fünfziger Jahre: Ferrari 250 GT Berlinetta Competizione (1955-1959)

Grund: Ferraris erster Seriensportwagen mit Wettbewerbs-Ambitionen

In den frühen Jahren entstanden vorwiegend Rennsportwagen oder hemdsärmelige Straßenversionen von Rennwagen. Erst in den Fünfzigerjahren dachte Enzo Ferrari ernsthaft über eine Serienfertigung nach und brachte 1953 den 250 Europa als Grundstein der 250er-Familie. Zwei Jahre später kam der 250 GT Berlinetta Competizione, auch Tour de France oder TdF genannt (daher bezieht auch der F12 tdf seine Bezeichnung).

Der Beiname ist eine Auszeichnung, denn der 250 GT holte sich einige Siege bei französischen GT-Rennen. Er war so etwas wie der erste Gentleman-Rennwagen von Ferrari: ein Straßenfahrzeug, mit dem Kunden auf Achse zum Rennen fuhren, daran teilnahmen und wieder abreisten. Im gleichen Sinne erfolgreich war auch der spätere 250 GT Berlinetta, genannt SWB, also short wheel base für kurzen Radstand – aus ihm ging der 250 GTO hervor, heute eines der gesuchtesten und teuersten Ferrari-Modelle überhaupt.

(Wert 2017: ca. 12 Millionen Euro)

Sechziger Jahre: Ferrari Dino 206 GT (1968–1969)

Grund: Basis der erfolgreichen Mittelmotor-Achtzylinder

Streng genommen ist der Dino 206 GT kein Ferrari, sondern eben ein Dino – benannt nach dem verstorbenen Sohn von Enzo Ferrari. Deshalb prangt auf der Front des 206 GT kein Pferdchen, sondern ein eigenes Emblem (der Name Dino). Das Ferrari-Wappen wurde dem 206 GT verwehrt, weil der Dino nur einen Zweiliter-Sechszylinder mit vergleichsweise wenig Leistung hinter den beiden Vordersitzen hatte. Das galt wohl nicht als standesgemäß genug für einen Ferrari.

Gleichwohl begründete der Dino die bis heute erfolgreiche Reihe der Mittelmotor-Modelle: Auf dem 246 GT, dem Modellpflege-Nachfolger des 206 GT, basiert der 308 GTB – der erste Zweisitzer mit Mittelmotor-Achtzylinder, dem Urvater des heutigen 488 GTB. Ohne diese Bestseller unterhalb der sündteuren Zwölfzylinder-Modelle würde Ferrari heute nicht mehr existieren. Sie brachten die Stückzahlen, welche das Unternehmen erst liquide machten.

(Wert 2017: ca. 450.000 Euro)

Siebziger Jahre: Ferrari 365 GT4 BB (1973-1984)

Grund: Mittelmotor-Prinzip mit seltenem 180-Grad-V12.

Bis zum 365 GTB/4 hatte Enzo Ferrari noch darauf gepocht, dass die Zwölfzylinder der Straßensportwagen unter der Fronthaube eingebaut werden müssten – ganz in der Tradition der 250er-Baureihe. Beim Nachfolger 365 GT4 BB ließ er endlich seinen Technikern die Freiheiten, auf den Zeitgeist zu reagieren: Der Zwölfzylinder durfte, wie auch in der Formel 1 üblich, vor der Hinterachse Platz nehmen. BB steht für Berlinetta Boxer, was bedeutet, dass es sich um ein Coupé (Berlinetta) handelt, in dem ein Boxermotor steckt.

Technisch gesehen ist das allerdings Unsinn, denn der angebliche Boxer ist ein V12, dessen Zylinderbänke im Winkel von 180 Grad zueinander stehen. Mit dem V12 des fast gleichnamigen 365 GTB/4 hat das moderne Triebwerk nichts gemeinsam. Vielmehr ist sein Grundprinzip dem Formel-1-Rennwagen 312B entlehnt und stellt damit eine Verbindung zwischen Rennsport und Straßensportwagen her. Die Karosserieform des 365 GT/4 BB gibt die Vorlage für das Design der 1975 vorgestellten Achtzylinder-Baureihe 308 (später 328) – die bis dahin erfolgreichste Modellreihe von Ferrari überhaupt.

(Wert 2017: ca. 500.000 Euro)

Achtziger Jahre: Ferrari F40 (1988-1992)

Grund: Er ist der erste Ferrari-Supersportwagen

Viele bezeichnen den GTO von 1984 als den ersten Supersportwagen von Ferrari. Doch er ist eher ein super Sportwagen – erst der F40 fällt wirklich in die neue Kategorisierung. Zwar basiert der F40 auf dem GTO Evoluzione, der Rennversion des GTO. Doch die Änderungen sind so eklatant, dass außer dem Triebwerk und der Position des Lenkrads wenig Bezug zum ursprünglichen GTO herzustellen ist.

Der F40 sieht aus wie ein Rennwagen mit Straßenzulassung und er fährt auch so. Das liegt vor allem an seinem steifen Monocoque mit Kevlar, Kohlefaser und Fiberglas verstärktem Kunststoff: Es gibt dem F40 jenes direkte und unmissverständliche Einlenkverhalten, das nur Rennwagen besitzen. Selbst aus heutiger Sicht ist das Fahrverhalten des F40 spektakulär, was nicht nur an der explosiven Leistungsentfaltung seines Biturbo-V8 liegt; es ist vielmehr Folge der erbarmungslosen Unmittelbarkeit, mit welcher der F40 auf Kommandos des Fahrers reagiert. Kein zweites Serienmodell der Achtziger kommt dem Fahrverhalten eines Tourenwagens so nahe. Entsprechend ist das karge Interieur nur mit dem Notwendigen ausgestattet: Lenkrad, Pedale, Schalthebel, Startknopf und Schalensitze.

(Wert 2017: ca. 1,0 Millionen Euro)

Neunziger Jahre: Ferrari F355 (1994-1999)

Grund: Erster Sportwagen mit F1-Schaltung (zur Modell-Überarbeitung).

Bis in die Neunziger sind Ferraris immer begehrenswert, meistens schön, aber nur selten konkurrenzfähige Sportwagen. Diese für Fans schwer erträgliche Wahrheit galt bis zum F355. Eigentlich ist der Mittelmotor-Zweisitzer nur eine Weiterentwicklung des 348; doch die Überarbeitung geriet so umfangreich, dass ein völlig neues Fahrgefühl entsteht – und vor allem der erste Serien-Ferrari, der es mit einem vergleichbaren Porsche aufnehmen konnte (grenzt man den F40 als Konkurrenten des 959 einmal aus).

Das Fahrverhalten war erstmals state of the art, zumal der F355 mit Verstell-Stoßdämpfern samt zweier Kennlinien auf den Markt kam; diese lösten den Zielkonflikt aus Komfort und Sportlichkeit zu einem Zeitpunkt auf, als die Konkurrenten noch auf eindimensionale Härte setzten, um schnell um die Kurve fahren zu können. Sein 3,5-Liter-V8 mit Fünfventiltechnik (daher der Name 355 als Zusammensetzung aus 3,5 Liter und 5 Ventilen) und 180-Grad-Kurbelwelle dreht irre 8.500/min. Er entwickelt dabei, durch eine Engstelle in der Auspuff-Verrohrung hervorgerufen, das typische Heulen eines Formel-1-V12 der Neunziger. Und: Der F355 ist der erste Straßensportwagen mit sequenzieller, von Lenkradpaddeln aus, schaltbarem Getriebe (auch wenn kurioserweise heute die Handschalter-Modelle gesuchter sind).

(Wert 2017: ca. 80.000 Euro)

Zweitausender Jahre: Ferrari 430 Scuderia (2007-2009)

Grund: Er fühlt sich wie ein Rennwagen an

Fährt man einen Sportwagen zehn Jahre nach Erscheinen, macht sich meist Ernüchterung breit: Der Fortschritt lässt das einstige Faszinosum hoffnungslos alt aussehen. Nicht den Ferrari 430 Scuderia. Er ist eine Art Straßenversion des Rennwagens auf F430-Basis und konkurriert mit dem Porsche GT3 sowie dem Lamborghini Superleggera. 100 Kilogramm will Ferrari im Scuderia offiziell aus dem F430 herausgespart haben; doch obwohl die raue Realität schwerer wiegt als der offizielle Optimismus, fühlt sich der Scuderia tatsächlich so leichtfüßig wie ein Tourenwagen an.

Das liegt auch am neuen Feder-Dämpfer-Setup, an den schnelleren Schaltzeiten des F1-Getriebes und der kärglicheren Schalldämpfung – letztere lässt den V8-Sauger wie einen Rennmotor giften. Er leistet nun 510 PS, 20 mehr als der F430, und scheint noch besessener zu drehen. In dieser Kombination nimmt es der Scuderia auf der Teststrecke von Fiorano sogar mit dem Extremsportwagen Enzo Ferrari auf, ist dabei allerdings leichter zu fahren. Spätere Ferrari-Modelle werden hier noch schneller sein, aber bislang transportierte keines diesen Rennwagen-Charakter glaubhafter – bei gleichzeitig kaum eingeschränkter Alltagstauglichkeit.

(Wert 2017: ca. 150.000 Euro)

Zweitausendzehner Jahre: Ferrari F12 (2012-2017)

Grund: Erstes Modell, das kleiner als sein Vorgänger wurde

Wachstum, Wachstum, Wachstum. So wie in der Wirtschaft, ist es auch in der Automobil-Industrie: Jedes Modell wird größer als sein Vorgänger, dadurch behäbiger und zum Ausgleich natürlich immer stärker – es entfremdet sich somit vom Ideal eines Sportwagens. Dass sich diese angeblich unausweichliche Entwicklung sehr wohl umkehren lässt, beweist gerade Ferrari – und verteilt damit den wirkmächtigen Automobil-Giganten eine klatschende Watsche.

Die F12 Berlinetta unterragt ihren Vorgänger, den 599 GTB Fiorano um 4,7 Zentimeter in der Länge, um zwei in der Breite und um 6,3 in der Höhe. Motorseitig gibt es allerdings einen Superlativ: Der F12 ist mit 740 PS (also dem Niveau der damaligen F1-Triebwerke) der stärkste Straßen-Ferrari aller Zeiten (bei seiner Premiere). Trotz seines großen Hubraums von 6,3 Liter dreht der V12-Sauger bis 8.700/min und reagiert feinnervig wie ein Rennmotor auf Modulation des Gaspedals. Auf der Teststrecke in Fiorano ledert der frontmotorige F12 in seinem Erscheinungsjahr 2012 alles ab, was die Kombination aus Ferrari-Emblem und Nummernschild trägt. Dabei ist er verglichen mit den Mittelmotor-Boliden im Grenzbereich relativ einfach beherrschbar.

(Wert 2017: ca. 200.000 Euro)

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