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10 Tipps gegen Hitze im Wohnmobil - Schutz gegen hohe Temperaturen

Promobil-Logo Promobil 14.07.2017 Jörn Ebberg, Ingo Wagner
Ratgeber: Schutz gegen Sommerhitze: Endlich Urlaub, endlich Sonne: Sie hebt die Laune, bräunt die Haut - und heizt das Wohnmobil auf. Wir verraten die 10 besten Tipps und Tricks, wie der Wagen kühl bleibt und wie Sie sich wohlfühlen. 10 Tipps gegen Hitze im Wohnmobil - Schutz gegen hohe Temperaturen

Endlich Urlaub, endlich Sonne: Sie hebt die Laune, bräunt die Haut - und heizt das Reisemobil auf. Wir verraten die 10 besten Tipps und Tricks, wie der Wagen kühl bleibt und wie Sie sich wohlfühlen.

Die Südeuropäer machen es uns vor: Sie lüften dann, wenn es draußen kühler ist als drin. Das ist von spätabends bis frühmorgens.

Tipp 1: Richtig Lüften für größeres Wohlbefinden

Sobald die ersten Sonnenstrahlen die Luft aufheizen, werden die Schotten dicht gemacht. Im Reisemobil bedeutet das: Fenster und Luken zu. Wer denkt, auch das Schließen aller Rollos würde dem rasanten Temperaturanstieg entgegenwirken, liegt nicht ganz richtig. Zwar versprechen die silber folierten Rollo-Außenseiten eine gewisse Abschirmung, doch wenn das Sonnenlicht auf die Rollos trifft, ist die Wärme schon hinter den Fenstern - also im Fahrzeug. Lüften mittels Dachluken und Fenster hat dann nur noch Sinn, wenn draußen Wind geht. Dadurch entsteht auch drinnen ein Luftstrom, der zwar die Temperatur real nicht senkt, sie jedoch erträglicher macht. Kastenwagen heizen sich stärker auf, weshalb hier offene Fenster und Türen auch tagsüber Linderung bringen können.

Tipp 2: Ventilator-Dachhauben

Dem Luftzug auf die Sprünge helfen Ventilator-Dachhauben. Bei Fiamma heißen sie Turbo Vent und Turbo Vent Premium, passen in Dachlukenausschnitte von 36 mal 36 und 40 mal 40 Zentimeter Größe und verfügen über zwei Laufrichtungen sowie stufenlose Drehzahlregelung. Damit kann kühle Außenluft zu- oder heiße Innenluft abgeführt werden. Beim Luftverkehr von drinnen nach draußen dienen sich Ventilator-Dachhauben je nach Einbaulage auch als Dunstabzug für Küche oder Bad an.

Ebenfalls erhältlich ist der Universal-Ventilator Fritz Berger Turbo-Kit, 65 Euro, der mit Querstreben unter herkömmlichen Dachhauben montiert werden kann. Seinen Strom bezieht er über eine handwerklich aufwendige Verkabelung mit dem Bordnetz oder acht 1,5-Volt-Batterien. Natürlich funktioniert auch jeder normale Tischventilator. Dagegen sprechen jedoch der Platzbedarf, den er im Mobil und beim Transport beansprucht, und dass ein Kabel durch den Raum führt.

Tipp 3: Air-Quad

Die passive Variante des Deckenventilators heißt Dometic Seitz Air-Quad. Die 40 mal 40 Zentimeter große Dachhaube soll mehr Wind einfangen als jede andere Dachhaube. Ein Strömungsleitelement in der Klargaskuppel lenkt den Wind aus jeder Himmelsrichtung gezielt nach innen. Um die Luftzufuhr zu regeln, ist die Kuppel höhenverstellbar. Geschlossen hält sie selbstverständlich dicht. Auch ein Fliegengitter und ein Verdunkelungsrollo sind in den Rahmen integriert wie bei jeder anderen Dachhaube.

Tipp 4: Schatten suchen

Effektiver Hitzeschutz fängt außen an. Die simpelste Lösung heißt: Einen schattigen Stellplatz unter Bäumen suchen. In die dunkle Röhre schaut dann nur der, der seine Satellitenschüssel fest auf dem Dach montiert hat. Wer häufig heiße Regionen aufsucht und trotzdem nicht aufs Fernsehen verzichten mag, greift besser zu transportablen Sat-Schüsseln. Aber auch das Bier bleibt auf Schattenplätzen länger kühl, weil Absorberkühlschränke systembedingt nur 30 Grad Celsius unter die Außentemperatur kommen. Knallt die Sonne durch die Abluftgitter auf die Kühlschrankrückseite, kann es kritisch werden. Spezielle 12-Volt-Kühlschrankventilatoren mildern oder beheben dieses Problem. Sowohl Dometic als auch Thetford haben einbaufertige Ventilator-Sets für rund 45 bzw. 53 Euro im Programm. Erhältlich sind sie im Campingfachhandel.

Tipp 5: Markise

Selbst auf dem lauschigsten Schattenplatz scheint irgendwann die Sonne. Dann schlägt die Stunde von Markise und Sonnendach. Planen mit UV-Blocker schützen Haut und Fahrzeug. Eine vom textilen Vordach beschattete Seitenwand bleibt deutlich kühler als eine direkt bestrahlte. Das Angebot an Markisen ist enorm. Es reicht vom einfachen Sonnensegel (ab ca. 180 Euro) über in die Kederleiste eingezogene Sackmarkisen, die von Hand entrollt und aufgestellt werden müssen, bis zu klassischen Kassettenmarkisen, die per Handkurbel oder elektrisch ausfahren. Viele Sack- und Kassettenmarkisen lassen sich durch Front- und Seitenteile zu Windfängen und geschlossenen Vorzelten erweitern - eine variable Lösung für die meisten Einsätze mit Ausnahme von extremem Wintercamping.

Tipp 6: Fensterschutz

Fenster, Luken und Türen sind die eigentlichen Hitzeschleusen. Für Dachhauben und Seitenfenster haben die Hersteller Dometic und Hindermann maßgeschneiderte Sonnenschutz-Überzüge im Programm. Die Funktionstextilien mit Pilzschutzbehandlung entwickeln die größte Wirksamkeit in Kombination mit geschlossenen Rollos innen. Bleiben diese offen, dringt durch die Dometic „Sunshades“ aber immer noch ein wenig Tageslicht, die Hindermann Thermomatte ist dagegen komplett undurchsichtig.

Tipp 7: Cockpitschutz

Das Cockpit, egal ob es sich um einen Integrierten oder ein Fahrzeug mit Original-Fahrerhaus handelt, sollte bei großer Hitze ebenfalls von außen gedämmt werden. Der Zubehörhandel hat eine Vielzahl maßgeschneiderter silber bedampfter Dämmmatten im Angebot. Die Preisspannen sind enorm. Je nach technischer Finesse und Ausstattung kosten sie zwischen 100 und 900 Euro.

Tipp 8: Schutzfarbe

Der Aufbau bleibt durch einen Cooldry UV-Schutzanstrich auf dem Dach kühler. Die Dispersionsfarbe enthält Reflexionskomponenten, die bis zu 90 Prozent der Sonnenenergie reflektieren sollen. Des Weiteren gibt der Hersteller an, dass sich die Oberflächentemperatur des nach dem Anstrich mattweißen oder -beigen Dachs bei direkter Sonnenbestrahlung bei Tests von 45,4 auf 31,4 Grad reduziert. Die Schutzfarbe kann direkt auf das lackierte Blech bzw. GfK aufgetragen werden. Der Originallack kann, muss aber nicht angeschliffen werden. Laut Hersteller genügt ein Liter Cooldry für ca. 1,5 m² bei zwei Schichten. Das heißt: zehn Liter reichen für ca. 15 m², der Literpreis liegt aktuell bei rund 17,20 Euro. Nach rund einer Stunde klebt der Schutzanstrich nicht mehr, nach zwölf bis 16 Stunden kann eine zweite Schicht aufgetragen werden.

Tipp 9: Kühlmatten

Gehen die Temperaturen auch nachts nicht in den Keller, könnte die Freshmat von Wiegel für Linderung sorgen. Die Kühlkissen, die es als 30 mal 40 Zentimeter (25 Euro) große Sitz- sowie als 90 mal 90 Zentimeter große faltbare Matratzenauflage (80 Euro) gibt, haben einen Gelkern, der bei Druck Kühle erzeugt. Sobald Druck fehlt, regeneriert sich das Gel ohne Strom- oder Kältezufuhr.

Tipp 10: Klimaanlagen

Klimaanlagen sind die Hightech-Geräte gegen Hitze. Die Anlagen unterscheiden sich durch ihre Wirkungsweise und den Einbauort. Die effektivste Kühlung, jedoch unter intensivem Einsatz von 230-Volt-Strom, versprechen Kompressor-Klimaanlagen. Diese gibt es für die Montage auf dem Dach in einem Dachlukenausschnitt von 40 mal 40 Zentimeter Größe.

Die wichtigsten Hersteller von Dachklimaanlagen mit 1100 bis 3200 Watt Kühlleistung sind Dometic, Truma, Telair und Coleman. Eine Sonderform der Kompressor-Anlage ist die Saphir-Baureihe von Truma für den Einbau im Fahrzeug. Sie findet Platz im Doppelboden oder in einem anderen Staufach. Alle Kompressor-Klimaanlagen haben ähnliche Nachteile: Geräuschloser Betrieb ist nicht möglich - sowohl innen als auch außen ist stets ein leichtes Brummen vernehmbar. Außerdem wiegen die Geräte zwischen 18 und 24 Kilogramm und brauchen Landstrom. Wer autark stehen möchte, muss einen Generator an Bord haben, der ebenfalls teuer ist, Energie verbraucht und Geräusche emittiert. Ohne Kompressor und deshalb mit 12 Volt kommt die Verdunster-Klimaanlage Ebercool von Eberspächer zurecht. Das 25 Kilogramm schwere Dachgerät verdampft zwischen einem und drei Liter Wasser pro Stunde, um die Luft um etwas mehr als zehn Grad Celsius im Verhältnis zur Außentemperatur abzukühlen und in den Innenraum zu blasen. Grundsätzlich sind Dachklimaanlagen leichter nachzurüsten als Exemplare für den Einbau innen.

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