Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Übernachten auf dem Land - Landvergnügen-Stellplatzführer 2021

Promobil-Logo Promobil 19.10.2020 Stefan Weidenfeld, Franz Güntner, Judith Jenner

Die Stadt, die Hektik, der Lärm und die Abgase stinken Ihnen? Dann nichts wie los aufs Land! Mit dem Landvergnügen-Stellplatzführer übernachten Wohnmobilisten bei Erzeugern in ganz Deutschland – kulinarische Duft-Erlebnisse inklusive.

Landvergnügen: Mit dem Stellplatzführer und der App kann man bei Landwirten kostenlos übernachten. Ein Beispiel ist das Weingut Graf von Weyher im Pfälzer Wald. Hier hat man einen weiten Ausblick schon beim Frühstück. © Thomas Kujat Landvergnügen: Mit dem Stellplatzführer und der App kann man bei Landwirten kostenlos übernachten. Ein Beispiel ist das Weingut Graf von Weyher im Pfälzer Wald. Hier hat man einen weiten Ausblick schon beim Frühstück.

Mit Landvergnügen können Sie besonders schöne Erlebnisse bei Bauernhöfen, Erzeugern und auf Weingütern erleben. Wie das funktioniert, erklären wir hier. Außerdem haben wir verschiedene Gastgeber und Stellplätze für Sie ausprobiert und waren an verschiedenen Orten für Sie unterwegs.

+++ Hier gelangen Sie zu unserem Shop! +++

Schon jetzt können Sie hier den Landvergnügen Stellplatzführer 2021 reservieren. Buch und Jahresvignette, gültig vom 31. März 2021 bis 31. März 2022, werden wir für 34,90 Euro anbieten. Der erneut erweiterte Führer wird rund 1000 ländliche Gastgeber benennen, bei denen Sie als Vignetteninhaber kostenlos übernachten können.

Pfälzer Wald: Weingut Graf von Weyher

Wo man mit der weiten Aussicht über die Weinberge aufwacht, muss man sich einfach wohlfühlen. Das Weingut Graf von Weyher, Landvergnügen-Gastgeber mit Platz für drei Freizeitfahrzeuge, liegt vier Kilometer südwestlich von Edenkoben zwischen Pfälzer Wald und Rhein. Der Blick schweift in die Ebene über Weinstöcke, Wiesen und Dörfer hinweg bis hin zum Schwarzwald. Wander- und Mountainbike-Routen beginnen direkt vor der Tür.

Hinter der Tür hat Kellermeister Peter Graf das Sagen. 2017 zum zweitbesten Jungwinzer Deutschlands gekürt, verarbeitet er die überwiegend von Hand gelesenen Trauben durch die richtige Fermentierung und einen kontrollierten Gärungsprozess zu besten Weinen.

"Die Qualität eines Jahrgangs entscheidet sich zu 80 Prozent im Weinberg", erläutert sein Bruder Jürgen Graf, der sich um Marketing und Vertrieb kümmert. "Doch im Keller legt der Winzer die Eigenschaften der Trauben frei. Letztlich ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die sich wie ein Mosaik zusammensetzen."

Dass die Qualität bei den Weinen der "Grafen" stimmt, bestätigen regelmäßig Auszeichnungen wie der erste Platz beim internationalen Wettbewerb "Best of Riesling", bei dem sich Graf von Weyher gegen 2000 Weine aus aller Welt durchsetzte. Auch ihr Muskateller erhielt vom Deutschen Weininstitut die Auszeichnung als Bester seiner Art.

Das Talent für gute Weine liegt Peter und Jürgen Graf im Blut. Seit neun Generationen betreibt ihre Familie Weinbau, 1706 ist der erste Winzer in der Familie aktenkundig.

In "Graf’s Winzercafé" können sich Besucher von Mai bis November durch die Vielfalt der Weine in Kombination mit regionalen und saisonalen Spezialitäten probieren. Die kanadisch-philippinische Küchenchefin überrascht in uriger Atmosphäre mit Fusion-Gerichten wie einem Pfälzer Saumagen mit mexikanischer Salsa und anderen Kreationen.

Unabhängig von den gastronomischen Öffnungszeiten bietet Jürgen Graf Weinproben, -seminare und -wanderungen an. Ein Höhepunkt sind die Weinfeste am ersten Mai- und am zweiten September-Wochenende, wenn auch die anderen Weingüter in der Umgebung ihre Pforten öffnen.

Wenn es etwas ruhiger auf seinem Weingut zugeht, zieht Jürgen Graf selbst mit seinem Reisemobil los und erkundet die Welt auf vier Rädern. Zu dem weiten Blick über die Pfälzer Weinberge kehrt er aber immer wieder gerne zurück.

Nordhessen: Kirschhof Kindervatter an der Werra

Dick, prall und saftig, so sieht die perfekte Kirsche aus. Armin Kindervatter weiß, wovon er spricht. Als ungekrönter Kirschenkönig von Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis kennt er die Frucht wie kaum ein anderer. 6.500 Bäume stehen auf seiner Plantage, insgesamt 15.000 auf seinem Grund und Boden.

Was nach bäuerlicher Idylle aussieht, ist in Wirklichkeit Hightech: Eine Tröpfchenanlage bewässert jeden Baum einzeln. 35 unterschiedliche Kirschsorten werden weitgehend nacheinander reif, so dass von Juni bis August Erntezeit ist. Dank der guten Bodenqualität, der natürlichen Hanglage und der ruhig dahinplätschernden Werra im Tal finden die Kirschen beste Bedingungen vor. "Das wussten auch schon die Mönche, die im 14. Jahrhundert den Kirschanbau hier in die Gegend brachten", sagt Armin Kindervatter und beißt in eine der süßen Früchte. "Wenn Sie dieselbe Sorte im Alten Land oder im Fränkischen anbauen, gibt es nicht das Aroma."

Landwirtschaft in Deutschland hautnah mitzuerleben, das ermöglicht der Stellplatzführer Landvergnügen. Nur einen Steinwurf von Kindervatters Kirschgarten entfernt befindet sich neben der alten Scheune der sauber gemähte Stellplatz mit allem, was das Herz begehrt: Stromanschluss, Frischwasserversorgung – und wunderschöne Natur. Nur ganz wenige Reisemobile haben auf der Fläche Platz. "Wir wollen keine Massenabfertigung, sondern den persönlichen Kontakt zu den Gästen", sagt Kindervatter.

Vom Aroma seiner Kirschen können sich die Gäste im Hofladen überzeugen. Dort gehen nicht nur körbeweise Kirschen über den Tresen, sondern auch alles, was sich aus den Früchten herstellen lässt, vom Saft über Kirschwein und -bier bis hin zu Bonbons und Konfitüre.

Im Hofrestaurant schwingt Tobias Kindervatter den Kochlöffel. Die Speisekarte klingt eher nach Sternegastronomie als nach rustikaler Hofwirtschaft: Parmesanschaumsüppchen, Rumpsteak oder feinen Zander serviert der Koch, gerne mit einer gegrillten Kirsche als Dekoration. Nachmittags gibt es hausgemachten Kuchen. Kinder tollen auf dem Spielplatz vor der Terrasse.

Ein Besuch lohnt auch zur Kirschblüte, wenn die Bäume in weißer Pracht stehen. 2018 eröffnete in Zusammenarbeit mit dem "Geo-Naturpark Frau-Holle-Land" ein Kirschblütenwanderweg mit Infotafeln entlang der Plantagen.

Schwäbische Alb: Familienbetrieb "Hohensteiner Hofkäserei"

"Und, riecht das unangenehm für Sie?" Helmut Rauscher ist mit einem Dutzend Gästen am hinteren Teil des Aussiedlerhofes angelangt, dort, wo in einer großen, runden Lege aus Beton all das zwischengelagert wird, was beim Ausmisten der Ställe eben anfällt.

Zwölf Nasen wenden sich sorgenvoll dem Misthaufen zu, erschnüffeln aber lediglich milde Heunoten mit leicht tierischem Einschlag – keineswegs jene säuerlich-strengen Ausdünstungen, die ein landerfahrener Besucher wohl erwartet hätte. Das liege, doziert Rauscher, am Verzicht auf Silage: Das andernorts gerne eingesetzte Gärfutter sei für den üblen Mist-Geruch verantwortlich. In seinem Familienbetrieb "Hohensteiner Hofkäserei" auf der Schwäbischen Alb werde feiner Rohmilchkäse produziert, und statt Silage bekomme sein Vieh würziges Heu von den eigenen Wiesen serviert.

Während Rauscher schwärmt, wie bekömmlich dieses Heu sei, wie hingegen in der Silage ganze Horden von schädlichen Bazillen ihr Unwesen trieben, wie Heuwirtschaft zur Artenvielfalt und zur Landschaftspflege beitrage und dass Käse aus Heumilch dank deren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren der menschlichen Gesundheit enorm zuträglich sei, bewegt er sich samt Zuhörerschaft weiter zu den Kälbchen im Stall, den Rindern und Wasserbüffeln auf der Weide und biegt schließlich in den Hofladen mit seiner großen Käsetheke ein.

Büffelkäse, das ist eine Spezialität, die Rauschers Betrieb seit etwa zehn Jahren anbieten kann. Sein "Albzarella" steht dem Vorbild Mozzarella nicht nach. Völlig sorgenfrei dürfen sich die zwölf Besuchernasen aber auch Rauschers weiteren Käsesorten zuwenden, solchen aus Kuhmilch oder aus einer Mischung von Kuh- und Büffelmilch, milden wie auch würzigen Sorten, Weich- und Hartkäsen in schöner Auswahl.

Mit etwas Glück und auf Voranmeldung kann dann vor Ort eine ausgiebige Käseverkostung vorgenommen werden, untermauert mit frischem Bauernbrot aus der Region. Die Käseauswahl wurde ohne vorherige Verkostung erstanden, allein der Geldbeutel und die mobilen Kühlschrankkapazitäten setzten dem lustvollen Großeinkauf Grenzen.

Die Hohensteiner Hofkäserei ist einer von mittlerweile 585 Landvergnügen-Partnerbetrieben und von Anfang an dabei. Wer hier mit der aktuellen Landvergnügen-Vignette aus dem Stellplatzführer vorfährt, darf 24 Stunden lang kostenfrei am Hof stehen bleiben und ist eingeladen, sich ein Bild davon zu machen, wie Landwirtschaft und Käseproduktion auf diesem Bio-Betrieb funktionieren. Ein Einkauf im Hofladen ist ein Gebot der Fairness und die einzige Gegenleistung, die der Betreiber für seine Gastfreundschaft erhält.

Viele weitere Empfehlungen

So oder so ähnlich funktioniert Landvergnügen auch bei allen übrigen Partnerbetrieben. Freunden ländlicher Kulinarik hat die Mehrzahl von ihnen Leckeres zu bieten, seien es Käser, Obstbauern, Schnapsbrenner, Winzer, Brauer, Imker, Bäcker, Kaffeeröster, Ölmüller oder Fischer. Hier einige Beispiele:

  • Bodensee: Die schönsten Früchte zum Beispiel prangen je nach Jahreszeit im Hofladen von Knolls Obstbau & Brennerei in Überlingen am Bodensee; auch Nüsse, Nussöle und Obstbrände aus der eigenen Brennerei genießen die mobilen Gäste hier.
  • Schwarzwald: Hühner, Rinder wie auch Schweine leben gleichfalls auf dem Hof & Edelbrennerei Gerhard Wössner, gelegen zwischen Schwarzwald und Baar. Wössners vielfach prämierter Parade-Tropfen ist sein feines "Pfirsichwasser".
  • Sauerland: Mitten im Rothaargebirge im Sauerland liegt Bad Berleburg. Hier, auf einer Anhöhe in Wingeshausen in der Nähe des Rothaarsteigs, empfängt der Sonnenhof mobile Landvergnügen-Gäste. Silke und Mirko Sonneborn widmen sich der Tierhaltung, betreiben ihren vielfältig bestückten Hofladen und ein Café-Restaurant, in dem sie von Mittwoch bis Sonntag unter anderem selbst gebackene Kuchen servieren.

So funktioniert Landvergnügen

Mehr als ein dickes Buch: Wer den Landvergnügen-Stellplatzführer kauft, erhält nicht nur ein exklusives Verzeichnis ländlicher Gastgeber mit bis zu drei Stellplätzen, sondern zugleich auch eine Vignette, die zur gebührenfreien Nächtigung dort berechtigt. Mehr als 800 solche Gastgeber in ganz Deutschland sind derzeit Partner von Landvergnügen. Ergänzend gibt es eine App.

Was finde ich auf den Stellplätzen? Meist sind Hunde erlaubt, individuell werden Stromanschluss und sanitäre Anlagen vorgehalten. Häufig ist eine Bewirtung möglich, und in aller Regel können die vor Ort erzeugten Produkte direkt und günstig erworben werden. Die Gastgeber freuen sich, wen die Gäste bei Ihnen einkaufen. Caravan-Gespanne sind auf einigen Höfen ebenfalls zugelassen.

Wer sind die Gastgeber? Im Landvergnügen-Verzeichnis finden Sie Obst- und Gemüsebauern, Winzer, Braumeister, Imker, Kaffeeröster, Bäcker, Ölmüller, Käser, Fischer, Schaf-, Alpaka-, Ziegen-, Wasserbüffel- und Galloway-Züchter und Betreiber von Pferdehöfen.

Zur Bestellung: Der Stellplatzführer Landvergnügen erscheint jährlich. Sie erhalten ihn zum Preis von 34,90 Euro beim promobil-Bestellservice, 70138 Stuttgart, Tel. 07 11/89 22 52 00, Fax 07 11/182-25 50, E-Mail bestellservice@promobil.de, oder direkt im promobil Online-Shop. Ihr Bonus: zügige Lieferung, in Deutschland kostenfrei.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Promobil

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon