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Bentley EXP 100 GT: Elektrisch angetriebener Gran Turismo der Zukunft

motor1-Logo motor1 17.07.2019 Stefan Leichsenring


Das 5,80 Meter lange Luxusmobil fährt natürlich auf Wunsch auch autonom.

Am gestrigen 10. Juli 2019 jährte sich Bentleys Gründung zum 100. Mal. Zu diesem Anlass zeigt die britische Nobelmarke die Designstudie EXP 100 GT. Der Gran Turismo fährt elektrisch und auf Wunsch auch autonom und soll zeigen, wie ein Luxusauto im Jahr 2035 aussehen könnte. 

Der Gran Turismo ist mit 5,80 Meter Länge und 2,40 Meter Breite eher für Überland-Reisen als für die oft zitierten Megacities der Zukunft geeignet. Die Leichtbau-Karosserie besteht aus Alu und Carbon. Die vier Türen sind zwei Meter breit und schwenken für das Ein- und Aussteigen nach außen und oben. Geöffnet erreichen sie eine Höhe von fast drei Metern, was beim Anmieten einer Garage zu bedenken ist.

Der Elektroantrieb besteht aus vier E-Maschinen, die zusammen 1.500 Newtonmeter Drehmoment produzieren. Damit gelingt der Sprint auf 100 km/h in weniger als 2,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 300 km/h. Ein Torque-Vectoring verbessert die Kurveneigenschaften. Die Akkus arbeiten mit Lithium-Luft-Technik und bieten eine fünfmal höhere Energiedichte als heutige Batterien. Damit wird ein Fahrzeuggewicht von 1,9 Tonnen ermöglicht. Die Reichweite soll 700 Kilometer betragen. Danach kann der Bentley in nur 15 Minuten auf 80 Prozent aufgeladen werden.

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Die „Active Aero“-Räder liefern je nach Wunsch entweder maximaler Effizienz oder höchste Leistung, die intelligente Reifen ändern ihre Aufstandsflächen je nach Witterung und Fahrerwunsch aus. Der Wagen fährt voll autonom, dazu lassen sich die Vordersitze nach hinten drehen und das Lenkrad fährt ein. Alternativ kann man das Fahrzeug aber auch selbst fahren.

Bentley EXP 100 GT Concept © Motor1.com/Hersteller Bentley EXP 100 GT Concept

Interessant sind Bentleys Ideen zur Interaktion der Insassen mit der Außenwelt. Es gibt fünf Modi: Enhance, Cocoon, Capture, Re-Live und Customise. Im Modus Enhance werden Licht, Geräusche und Gerüche von außen eingelassen; so soll sich ein Cabrio-Feeling ergeben. Der Modus Cocoon dagegen schließt die Insassen von der Außenwelt ab, indem beispielsweise die Glasflächen undurchsichtig werden. Capture zeichnet Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs auf, die im Modus Re-Live wiedergegeben werden. Im Customise-Modus können die Insassen einzelne Elemente individuell ausgewählt werden.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) wird von Bentley beackert. Dafür ist der Bentley Personal Assistant zuständig. Er wird durch illuminiertes Kristallglas im Fond und im Cockpit visualisiert. Die Interaktion mit dem Assistenten erfolgt durch Gesten vor diesen Kristallglas-Schnittstellen. Der Assistent kann die Bedürfnisse der Insassen vorausahnen. So passt er zum Beispiel die Sitze an die Vorlieben der Insassen an. 

Bentley EXP 100 GT Concept © Motor1.com Deutschland Bentley EXP 100 GT Concept

Die Studie wäre nicht von Bentley, wenn erlesene (je nach Geschmack kann man auch sagen: reichlich überkandidelte) Materialien fehlen würden. So wird für die Karosserielackierung ein Pigment aus der Asche von Reishülsen verwendet, einem Nebenprodukt der Reisproduktion, das ansonsten auf der Mülldeponie landen würde. Im Innenraum wird "Copper Infused Riverwood" verwendet, ein Holz von umgestürzten Bäumen, die 5.000 Jahre lang in Mooren, Seen und Flüssen lagen. Die Londoner Stickerei Hard and Lock liefert Stickmuster für die Türverkleidungen, Bridge of Weir Leather of Scotland hat für den Bentley ein weiches, natürliches Leder gegerbt. Und für die Beduftung der Innenraumluft hat der Parfümhersteller 12.29 einen Duft aus Sandelholz und frischem Moos kreiert. Außerdem finden sich im Innenraum noch eine Karaffe mit "veredeltem" Wasser samt Kristallgläsern und ein Fördersystem, das Gegenstände aus dem Stauraum unter der Motorhaube in die Fahrgastzelle transportiert.

Bentley EXP 100 GT Concept © Motor1.com Deutschland Bentley EXP 100 GT Concept

Wichtig ist Bentley auch das Thema Licht, der "Quelle des Lebens", wie die Marke pathetisch sagt. Wenn der Fahrer sich dem Auto nähert, läuft Licht durch die Kühlerfigur hindurch entlang der zentralen Linie der Motorhaube bis in den Innenraum hinein, was den Eindruck erwecken soll, das Fahrzeug erwache zum Leben. Tageslicht wird durch Prismen im Glasdach gebündelt und über Glasfasern ins Interieur geleitet. Zusätzliche Effekte werden durch Projektionen auf die Türinnenseiten erreicht.

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