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Bis zu 234 PS und 90.000 Euro teuer - Ducati Panigale V4 Superleggera

MOTORRAD online-Logo MOTORRAD online 15.01.2020 Uli Baumann

Der italienische Motorradhersteller Ducati arbeitet an einer neuen Extrem-Variante der Panigale V4. Die Superleggera, die unter dem Projektnamen 1708 entwickelt wird, wird noch über der V4R angesiedelt und kommt 2020.

© Ducati

Die Spitze der Panigale V4-Familie bildet derzeit die V4R, die auch als Homologationsmodell für die Superbike-WM dient. Mit 998 Kubik hat die V4R eine Leistung von 221 PS bei einem Gewicht von 193 Kilo (fahrfertig). Ihr Preis liegt bei 39.900 Euro. In der Panigale V4 steckt aber noch mehr Potenzial. Die V4R ist als Basismodell für den Rennsport durch das Reglement auf einen Preis von nicht mehr als 40.000 Euro limitiert. Entsprechend hat Ducati in dieses Modell nicht alles reingesteckt, was machbar, sondern nur, was für den Rennsport sinnvoll ist. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass Ducati-Kunden gerne auch ganz tief in die Tasche greifen, wenn sie ein absolut exklusives Modell der Roten erwerben können. Entsprechend wird Ducati eine Superleggera-Variante der Panigale V4 nachschieben, die alles tragen darf, was gut und teuer ist.

Als Erlkönig bereits gesichtet

Bereits im Sommer 2019 ist in Italien unserem Erlkönig-Jäger eine Ducati Panigale V4R auf Messfahrt vor die Linse gerollt. Auffällig waren an diesem Prototyp neben dem Mess-Equipment am Heck die offensichtlich aus Karbon bestehenden Räder mit ihren sternförmig angeordneten fünf Doppelspeichen. Es sind die gleichen wie 2017 an der mit fast 80.000 Euro sündhaft teuren 1299 Superleggera. Und neben der Verkleidung, die inklusive der vorn seitlich platzierten Flügel von der Panigale V4R stammt, sind offenbar auch die Einarmschwinge und Teile des Rahmens aus dem teuren, aber leichten Kohlenstoff gefertigt. Neu ist offenbar der hinten unterm V4 sitzende Titan-Schalldämpfer.

224 PS und 173 Kilogramm für die Straße

Im Herbst 2019 sind zudem erste Infos aus Homologations-Unterlagen für die neue Ducati Panigale V4 Superleggera aufgetaucht. Diese dokumentieren, dass auch die Superleggera den auf 998 cm³ reduzierten V4-Motor tragen wird. Der soll laut Datenlage satte 224 PS im Straßentrimm bei 15.250/min liefern – fast vier PS mehr als die V4R. Und wer Ducati kennt, darf zudem auf einen speziellen Rennauspuff, eine entsprechend abgestimmte Motorsteuerung und damit weitere Pferdchen setzen. Für die V4 Superleggera mit Akrapovic-Auspuff werden 234 PS bei 15.500 Touren genannt – so viel wie die V4R mit Rennkit leistet.

Beim Gewicht schlagen die vielen Leichtbauteile durch. In der Typprüfung werden 173 Kilogramm genannt, wobei nicht klar wird, welche exakten Rahmenbedingungen gelten. Als Bezugsgröße können die 184 Kilogramm der V4R in der Typprüfung gelten. Unter dem Strich dürfte die Superleggera damit elf Kilogramm abspecken.

Viel Titan und Karbon

Im Januar 2020 schiebt Ducati ein erstes Teaservideo zur Superleggera V4 nach, das weitere Details zum neuen Superbike offenbart und bekannte Informationen bestätigt. Der Heckrahmen wird wie auch die Schwinge aus Kohlefaser geformt, auch die Räder von BST treten in Karbon an. Bei den Federelementen kommen edelste Bauteile von Öhlins – hinten mit Titan-Feder – zum Einsatz, die Trockenkupplung liefert STM. Dazu gibt es jede Menge Schrauben aus Titan, Nockenwellen aus Titan sowie einen Titan-Auspuff von Akrapovic. Italienische Quellen zitieren zudem aus einem Schreiben von Ducati-Boss Domenicali, das er an potenzielle Kunden geschickt haben soll. Die Superleggera soll ab April 2020 gebaut und ab Mai 2020 ausgeliefert werden. Gebaut werden sollen lediglich 500 Exemplare – 5 am Tag. Als Preis werden 90.000 Euro genannt. Die 1299 Superleggera kostete seinerzeit rund 80.000 Euro. Das Trockengewicht der 1708 soll bei nur 152 Kilogramm liegen, der Abtrieb bei 270 km/h dank der Flügelelemente an der Verkleidung bei satten 50 Kilogramm.

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