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Exot soll rund zwei Millionen Dollar bringen - Auktion 1948er Tucker 48

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 28.11.2019 Thomas Harloff

Kaum ein Auto bringt die Oldtimer-Szene derzeit so sehr in Wallung wie der Tucker 48. Im Januar wird das nächste von insgesamt nur 50 Exemplaren versteigert.

© Gooding & Company

Wenn Hollywood das Leben eines Industriellen verfilmt, dann muss es entweder besonders spektakulär oder tragisch abgelaufen sein. Das Leben von Preston Tucker, dem Francis Ford Coppola 1988 einen Film widmete, in dem Jeff Bridges die Hauptrolle spielte, war beides. 1947 begann Tucker, eine Limousine zu fertigen, deren Form in nur wenigen Tagen entworfen und dessen Technik in Eigenregie konstruiert wurde. Der Tucker 48 war für die damalige Zeit extrem sicher sowie fortschrittlich designt und angetrieben.

Nur 50 Serienautos wurden produziert

Doch die Großen Drei General Motors, Ford und Chrysler sahen in dem Emporkömmling einen Konkurrenten, der ihnen gefährlich werden könnte, da ihre eigenen Produkte im Vergleich ziemlich rückständig waren. Also fuhren die Autobosse aus Detroit schwere Geschütze auf, um Tucker unten zu halten – und griffen dabei auch zu schmutzigen Mitteln. Etwa zu einer wohl ungerechtfertigten Klage wegen Steuerhinterziehung. Preston Tucker wurde vor Gericht zwar freigesprochen, doch mit der Autoproduktion war es für die Firma danach vorbei – und zwar bereits nach 50 produzierten Serienautos.

Nur 50 Exemplare des Tucker 48, besser bekannt unter seiner Marketing-Bezeichnung Torpedo, wurden bis 1948 gebaut. Eines davon wird Mitte Januar versteigert. In Scottsdale, US-Bundesstaat Arizona, kommt die Chassis-Nummer 1034 unter den Hammer. Es ist eines von nur zwölf Autos, das die Farbe „Waltz Blue Metallic“ trägt, für die das Lieblingskleid von Mrs. Tucker Vorbild gewesen sein soll. Das Auto soll sich im absoluten Originalzustand befinden, seit seiner Erstauslieferung nur 6.200 Meilen (knapp 10.000 Kilometer) gefahren sein und über eine vollständig dokumentierte Historie verfügen.

Wohl doppelt so teuer wie der Modellbruder

Entsprechend hoch ist der Schätzpreis: Das Auktionshaus Gooding & Company geht davon aus, dass der Tucker für 1,75 bis 2,25 Millionen Dollar (knapp 1,6 bis gut zwei Millionen Euro) den Besitzer wechseln wird. Das wäre in etwas das Doppelte dessen, was ein rotes Exemplar kürzlich bei der Auburn Fall-Auktion im US-Bundesstaat Indiana erzielte. 990.000 Dollar (aktuell etwa 896.000 Euro) spülte die Versteigerung im September in die Kassen eines amerikanischen Krebsforschungsprogrammes. Das wäre sicher in Preston Tuckers Sinne gewesen; der Firmengründer starb 1956 an Krebs.

Der rote Limousinen-Exot trug die Fahrgestellnummer 1052. Dabei handelte es sich um ein Test-Chassis, in dem Tucker sein selbstentwickeltes Automatikgetriebe ausprobierte. Eine Karosserie hatte es seinerzeit nicht, weshalb das Auto auch nicht zu den 50 originalen Tucker-Modellen gehörte. Diese erhielt es erst 2015, nachdem ein Tucker-Enthusiast eine aufbewahrte Original-Karosserie mit dem Chassis verheiratete. Das Auto wurde zwischenzeitlich aufwändig von den Experten von Classic & Exotic Service restauriert und schien sich in einem Topzustand zu befinden. Dem Auktionshaus Worldwide Auctioneers zufolge gewann das Exemplar bereits Preise bei mehreren Concours d'Elegance-Wettbewerben.

Hubschraubermotor und Sicherheits-Features

Ansonsten zeichnen beide Tucker 48 jene technischen Eigenheiten aus, die auch in den Modellgeschwistern zum Einsatz kamen. Zum Beispiel der flüssigkeitsgekühlte, im Heck installierte und 168 PS starke Sechszylinder-Boxer mit 5,5 Litern Hubraum, der auf einem Hubschrauber-Motor basiert. Oder die vielen Sicherheitssysteme, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg keineswegs Standard waren. Zum Beispiel Sicherheitsgurte, die beim Crash nach außen fallende Windschutzscheibe, die drei Scheinwerfer samt mittigem Kurvenlicht und Scheibenbremsen rundum.

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