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Fabrik seit Mittwoch geschlossen - Racing Point macht Corona-Pause

auto motor und sport-Logo auto motor und sport vor 2 Tagen Tobias Grüner
© Motorsport Images

Die Formel 1 befindet sich aktuell im Ausnahmeszustand. Überall in den Fabriken der Teams muss der Arbeitsalltag an die Corona-Krise angepasst werden. Kaum eine Industrienation blieb vom Virus verschont. In einer globalen Welt stehen die Firmen überall auf dem europäischen Kontinent vor ähnlichen Herausforderungen. Da sind Formel-1-Rennställe natürlich nicht ausgenommen.

Auch England blieb vom Virus nicht verschont. Bis ins Herz des britischen Motorsports in Silverstone sind die Folgen der Corona-Krise zu spüren. Hier hat das Racing Point F1-Team seine Zentrale. Otmar Szafnauer, der Boss des Rennstalls, gab nun erstmals ein paar offizielle Statements ab, wie seine Truppe auf die besondere Situation reagiert.

"Unsere erste Sorge in diesen Zeiten ist natürlich, dass unsere Teammitglieder, ihre Familien und Freunde, körperlich und geistig gesund bleiben. Alle sind nun wieder zurück in Großbritannien und versuchen sich an die neuen Gegebenheiten anzupasssen. Das ist nicht so einfach", erklärt der gebürtige Rumäne.

Obwohl das Auto bei den Wintertests einen starken Eindruck hinterlassen hatte, gab es aus dem Racing-Point-Lager keinen Einspruch gegen die Absage der ersten sieben Rennen. "Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nun erstmal keine Rennen mehr fahren werden. Aber wir können das in dieser Situation natürlich nachvollziehen. Die Entscheidungen waren absolut richtig", so Szafnauer.

Der 55-Jährige Rennsportmanager hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Doch die Corona-Krise stellt auch den erfahrenen Racer vor ganz neue Herausforderungen. "So etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen", gibt Szafnauer zu.

Racing Point macht dicht

Weil es aktuell keine Rennveranstaltungen gibt, wurde die Sommerpause vom August ins Frühjahr vorgezogen. Die italienischen Teams haben sich bereits letzte Woche in den Zwangsurlaub verabschiedet. Jetzt ziehen so langsam auch die Rennställe nach, die ihren Sitz auf der britischen Insel haben.

"Nach den letzten Ansagen der Regierung haben wir die Fabrik am Mittwochabend geschlossen", verrät Szafnauer. "Die Türen bleiben nun für mindestens drei Wochen zu. Nach jetzigem Stand sollten wir also am Donnerstag, den 16. April wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren."

Aber schon in der Zeit vor dem Shutdown herrschte bei Racing Point kein Normalzustand. "Wir haben in den letzten Wochen große Anstrengungen unternommen, damit alle Mitarbeiter, die von Zuhause arbeiten können auch das nötige Equipment erhalten um sich im Home Office einzurichten."

Situation außer Kontrolle

Das Problem für die Teams besteht darin, dass es keinen Stichtag gibt, an dem es weitergeht. Wenn die Fabriken wieder öffnen, müssen die Ingenieure auf ein bewegliches Ziel hinarbeiten. "Solch eine Situation hat es noch nie gegeben", klagt Szafnauer. "Und sie ändert sich jeden Tag. Es gibt so viele Faktoren, die außerhalb unserer Kontrolle liegen."

Zum Glück haben alle zehn Teams den Ernst der Lage erkannt. Alle ziehen an einem Strang. Szafnauer begrüßt vor allem die Entscheidung, das kommende Reglement um ein Jahr auf 2022 zu verschieben: "Dieser Schritt ist sowohl aus logistischer als auch aus finanzieller Sicht absolut sinnvoll. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass wir uns es jetzt leisten können, die Arbeit auf die leichte Schulter zu nehmen. Sobald es wieder auf die Rennstrecke geht, müssen wir bereit sein."

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