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Formel 1 mit Spikes, Oldtimer mit Skiern - GP Ice Race in Zell am See

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 03.02.2020 Michael Orth

Bei der zweiten Auflage des GP Ice Race in Zell am See war es zwar längst nicht so kalt wie bei der Premiere im vergangenen Jahr. Aber es war mindestens so unterhaltsam, für die Fahrer wie für die Massen an Zuschauern.

Um ein Haar wäre Julian Wagner der Schnellste gewesen beim GP Ice Race. Auf dem Eiskurs in Zell am See musste sich der österreichische Rallye-Vizemeister im Skoda Fabia nur seinem Werkskollegen, dem deutschen Champion Fabian Kreim, geschlagen geben. © punkteins Um ein Haar wäre Julian Wagner der Schnellste gewesen beim GP Ice Race. Auf dem Eiskurs in Zell am See musste sich der österreichische Rallye-Vizemeister im Skoda Fabia nur seinem Werkskollegen, dem deutschen Champion Fabian Kreim, geschlagen geben.

Eisrennen hatten eine lange Tradition in Zell am See. Ab 1937 zählte es zu den absoluten sportlichen Highlights, wenn auf dem zugefrorenen See erst Pferde, später dann Motorräder und Autos an meterlangen Leinen Skifahrer hinter sich her schleppten. Dann aber kam Mitte der 1970er das Aus für die Eisrennen und über die Jahre schlief die Erinnerung daran fast ein. Nur um im vergangenen Jahr ein umso spektakuläreres Comeback zu feiern.

Am Rande einer Rennveranstaltung hatten Ferdinand Porsche, Urenkel des Firmengründers, und sein Studienfreund Vinzenz Greger neben einem Stapel Spikereifen gestanden und den gleichen Gedanken geteilt: „Wieso gibt es das Eisrennen eigentlich nicht mehr? Wäre doch eine geile Nummer.“ Mit Hans-Joachim Stuck zusammen schmiedeten sie vor drei Jahren in dessen Küche in Elmau einen Plan: Wir führen die Rennen zurück aufs Glatteis.

Der erste Anlauf im vergangenen Jahr war eingeschlagen wie eine Bombe. Und dieses Jahr sollte es am ersten Wochenende im Februar noch besser werden. Über Wochen hatte man dem eher warmen Wetter zum Trotz mit Schneekanonen und immer wieder aufgebrachtem Wasser einen 600 Meter langen und zehn Meter breiten Dreieckskurs auf dem alten Flughafen von Zell am See präpariert.

Motorsport-Verrückte ziehen Skifahrer mit dem Auto

„Es sind so viele Verrückte da“, sagt Ferdinand Porsche, „davon lebt das hier.“ Das bringt den Spirit des GP Ice Race ganz gut auf den Punkt. „Wir wollen den Leuten Motorsport zum Anfassen und eine schöne Bandbreite von dem zeigen, was der Motorsport zu bieten hat.“ Das ist den Machern des GP Ice Race nicht eben schlecht gelungen: Hans Joachim Stuck selbst fuhr auf dem Eis einen March Cosworth Formel 1 aus der Sammlung von Eckhard und Oliver Schimpf, VW hatte nicht nur einen Salzburg-Käfer am Start, sondern zeigte bei Showfahrten auch, was mit dem aktuellen T-Roc R so möglich ist – zumindest wenn man so gut fährt wie Jasmin Preisig. American Rallycross-Champion Tanner Foust jagte seinen ARX-Beetle um den Kurs, Benny Leuchter den Elektrorenner eR1, ein TCR-Golf mit ID.R Technik. Für Audi bewegte Rallye-Weltmeister Stig Blomqvist – ganz passend – einen Sport quattro S1 E2, während DTM-Racer Benoît Tréluyer in einem DKW F91 den früheren Slalom-Weltmeister Frank Wörndl auf Skiern hinter sich her zog.

Im Schlepptau von Daniel Abt im Formel E Audi e-tron FE 06: Freestyler Benedikt Mayr. Keine schlechtere Figur beim Ski-Jöring gab Aksel Lund Svindal ab, mehrfacher Ski-Weltmeister, Olympiasieger, Weltcup-Gewinner. Sein Zugfahrzeug: der Porsche Carrera 3.2 4 x 4, der 1984 die Dakar gewonnen hatte. Übers Eis lenkten den Timo Bernhard und Jörg Bergmeister. Während im Siegerauto der 2012er Dakar, dem hochbeinigen Mini All 4 Racing, Christian Menzel zeigte, was so geht, zeigte Marcel Hirscher im Rallycross-Audi EKS RX S1 008, dass er nicht nur auf Skiern den Bogen raus hat. „Das Auto fordert einen sehr“, sagt er nach den ersten Runden. „Es ist unglaublich, wie schnell man reagieren und wie konzentriert man sein muss. Mit einem Straßenauto hat das null zu tun.“

15.000 Zuschauer sehen 140 Starter

Auch sonst hat das GP Ice Race mit dem Gewohnten wenig zu tun. Es verbindet Spaß und Show und ein bisschen Sport zu einem extrem unterhaltsamen Mix, der mehr als 140 Starter und weit über 15.000 Zuschauer nach Zell am See zog. Von denen wirkte keiner auch nur im Ansatz unterkühlt. Wen wundert’s, es war nicht wirklich kalt beim GP Ice Race. Es war heiß.

Wo sonst bekommt man schon einen historischen Formel 1 Renner auf Zwillings-Spikereifen in Aktion zu sehen, historische und aktuelle Rallye-Fahrzeuge, einen hochgebockten Bentley Continental, Eigenbauten, speziell präparierte VW Käfer, Rennbuggys, jede Menge heißer Elfer und 356er Porsche? Sogar eine klassische Preziose wie den Alfa Romeo 8C 2300 hatten die Organisatoren des GP Ice Race 2020, Vinzenz Greger, Ferdinand Porsche und Hans-Joachim Stuck, aufs Glatteis führen können.

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