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Fuhrpark-Management: Das Fahrtenbuch hat ausgedient

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 20.06.2018 Brillen, Anke

Technische Fahrzeugdaten wie etwa Betriebsmittelfüllstand, Zustand von Batterien und Bremsbelägen, Reifendruck, Kilometerleistungen und Sicherheitssysteme werden automatisch erfasst, gespeichert und an einen zentralen Server übermittelt. Foto: Reuters © Reuters Technische Fahrzeugdaten wie etwa Betriebsmittelfüllstand, Zustand von Batterien und Bremsbelägen, Reifendruck, Kilometerleistungen und Sicherheitssysteme werden automatisch erfasst, gespeichert und an einen zentralen Server übermittelt. Foto: Reuters

Digitale Telematikdienste bestimmen mehr und mehr das Flottenmanagement. Das bietet Leasingspezialisten neue Geschäftsmöglichkeiten.

Das traditionelle Fuhrparkmanagement wandelt sich: Anstelle von Excel-Tabellen und vollen Regalen mit Ordnern abgehefteter Tankbelegen bestimmen mehr und mehr digitale Dienste den Arbeitsalltag der Flottenchefs. Telematiksysteme trimmen Firmenflotten auf Effizienz.

Eine optimierte Routenführung spart nicht nur Sprit, auch der Kundenservice kann besser getaktet werden. Sogar die Besuchs- oder Ladezeiten bei Kunden lassen sich automatisch ermitteln und einkalkulieren anhand der erfassten Anfahrts- und Abfahrtszeiten.

„Die Digitalisierung eröffnet unseren Kunden ganz neue Möglichkeiten“, so Christian Schüßler, Commercial Director bei der Fuhrparkleasinggesellschaft Arval Deutschland, die Telematik-Dienste entwickelt und vertreibt. Handschriftliche Fahrtenbücher waren gestern. Heute reicht ein einfacher Wisch mit der Handfläche und schon hat die Web-Oberfläche der Telematik-Box registriert, ob es sich um eine private oder dienstliche Fahrt handelt, und wertet die Daten differenziert aus.

Doch Telematik bietet noch mehr: Technische Fahrzeugdaten wie etwa Betriebsmittelfüllstand, Zustand von Batterien und Bremsbelägen, Reifendruck, Kilometerleistungen und Sicherheitssysteme werden automatisch erfasst, gespeichert und an einen zentralen Server übermittelt. Die Rundumüberwachung macht den Zustand der Fahrzeuge im Bestand transparent, erspart Flottenbetreibern und deren Finanzierungspartnern - häufig sind das die Leasingunternehmen - teure Reparaturen und reduziert so den Wertverlust der Fahrzeuge.

Service darf ruhig kosten Laut dem Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Dataforce haben 26 Prozent der Unternehmen mit zehn bis 49 Fahrzeugen und über 45 Prozent der Unternehmen mit einem Fuhrpark mit mehr als hundert Fahrzeugen Telematik und oder Fuhrparkmanagement-Software im Einsatz. Digitale Fahrtenschreiber und GPS-Ortungssysteme sind nach wie vor die am häufigsten eingesetzten Lösungen, gefolgt von elektronischen Fahrtenbüchern und Systemen zur Routenoptimierung.

Die Bereitschaft, für digitale Dienste zu bezahlen, ist hoch: Egal ob Pkw, Transporter oder Lkw - über alle Fahrzeugarten hinweg sind die meisten Flottenverantwortlichen bereit, zwischen 20 und 49 Euro pro Fahrzeug im Monat für Service, Telematikbetrieb und Reportings zu zahlen. Der ab diesem Jahr verbindlich vorgeschriebene Einbau des Notrufsystems E-Call in alle Neufahrzeuge wird die digitalen Türen im Flottenmanagement weiter öffnen. Die Leasinggesellschaften stehen solchen und anderen Mehrwerten traditionell offen gegenüber. Sie haben ein vitales Eigeninteresse daran, solche Technologien als dauerhaftes Kundenbindungsinstrument zu etablieren.

Einige Anbieter haben schon sehr früh Kooperationen mit Telematik-Anbietern geschlossen. Aktuell kooperiert die Neusser Gesellschaft Leaseplan mit Tom Tom Telematics - laut Dataforce die Nummer eins im Telematik-Markt. Insgesamt gibt es etwa tausend Anbieter. Sie alle treten mit dem gleichen Versprechen an: den Fuhrpark zu optimieren.

„Telematik bedient das traditionell eindimensionale Selbstverständnis von Fuhrparkmanagement als Einkaufscontrolling“, sagt René Roeder, Geschäftsführer Fleet Innovation. Roeder plädiert jedoch für einen Paradigmenwechsel: „Weg von der Kostenersparnis, hin zum Erkenntnisgewinn. Dazu muss sich die Fuhrparkverwaltung zum Innovationsmanagement wandeln.“

Entscheidend sei vielmehr, die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu kennen. So wollen immer mehr Mitarbeiter für den Weg zur Arbeit lieber ein Dienstrad leasen, statt den Pkw zu nutzen. Doch 40 Prozent der Flottenbetreiber haben von der Möglichkeit des Fahrradleasings Dataforce zufolge noch nie gehört. Dabei lassen sich gerade mit solchen Angeboten Fuhrparkkosten optimieren. Denn der Treibstoffverbrauch beim Fahrrad ist gleich null.

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