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Heißer Achsschenkel - Yamaha GTS 1000 als Café Racer

MOTORRAD online-Logo MOTORRAD online 14.08.2022 Maik Schwarz

Vor 30 Jahren war die Yamaha GTS mit Achsschenkellenkung ein Hingucker, und jetzt ist sie es wieder – als Café Racer aus Finnland.

© Juho Vainonen/@juhovainonen

Aki Suokas hat es sich wirklich nicht leicht gemacht. Anstatt die "Güllepumpe" Honda CX 500 oder eine Zweiventilboxer-BMW als Basis für ein Cafe-Racer-Projekt herzunehmen, suchte er sich eine Yamaha GTS 1000 aus. Ausgerechnet dieses relativ seltene und umso exotischere Modell von Yamaha. Das einzige mit Achsschenkellenkung. Ein paar mehr Beispiele gibt es mit der ähnlichen und deswegen oft verwechselten Radnabenlenkung. Doch bei der GTS 1000 handelt es sich tatsächlich um eine echte, besonders aufwändig konstruierte Achsschenkellenkung. Zwei längs übereinander angeordnete Dreieckslenker übertragen die auftretenden Kräfte, über eine Welle mit zwei Gelenken und einem Schiebestück laufen die Lenkbewegungen. Zwischen dem unteren Längslenker und dem omegaförmigen Rahmen, ebenfalls aus Aluminiumguss, ist ein Federbein angeordnet.

Café Racer statt Sport-Tourer

Wie wir schon damals ahnten und inzwischen sicher wissen, hat sich die Achsschenkellenkung bei Motorrädern nicht durchgesetzt. Auf die Yamaha GTS 1000 folgte kein einziger weiterer Versuch. Umso spektakulärer hat der finnische Hobby-Schrauber Aki Suokas die GTS 1000 in Szene gesetzt. Als dunkelblauer Café Racer wirkt das außergewöhnliche Konzept eleganter als das nach wie vor klobig erscheinende Sport-Touring-Original aus den 1990er-Jahren.


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"Schokoladenseite" mit freier Sicht auf Räder

Doch Aki hat nicht nur in die Ästhetik investiert. Mit ziemlichem Aufwand hat er sogar die Achsschenkellenkung optimiert. Mit eigens angefertigten Teilen aus Chrom-Molybdän-Stahl und mit Kugelgelenken. Das reduziert die Massen und die Losbrechkräfte gleichermaßen, somit wird das als behäbig bekannte Lenkverhalten etwas agiler. Ein von einer Suzuki übernommenes und angepasstes Federbein ist an der Front im Einsatz. Am Heck hat Aki die Aluminium-Einarmschwinge von einer Honda VFR übernommen, komplett mit Federbein. So sind nun beide Radaufhängungen einarmig, mit freier Sicht auf beide Räder auf der rechten "Schokoladenseite" des Cafe Racers.

Aufwändig adaptierte Autoräder

Auch die Räder tragen wesentlich zum schönen Gesamtbild bei. Es handelt sich um 17-Zoll-Räder, die eigentlich für Pkw vorgesehen sind. Aki hat sie aufwändig adaptiert und hinten einen extrafetten 200er-Reifen von Mitas montiert. Des Handlings wegen fällt der Vorderreifen nicht überbreit aus, dafür ist das Autorad mit der Felge von einer Yamaha FZR 1000 verschraubt worden. Beibehalten hat Aki die Vorderradbremse der GTS 1000 mitsamt Sechskolben-Zange.

Passend ausgewählte Teilemischung

Damit die kompakteren Proportionen passen, ist der Benzintank eine Sonderanfertigung, bestehend aus dem ungefähr halbierten Originaltank und Teilen eines Suzuki GSX-R 1100-Tanks als obere Abdeckung. Einige weitere Teile wie der Kühler oder die Fußrasten stammen aus den Regalen von Yamaha und Suzuki. Doch für die Abgasanlage drehte Aki einen Schalldämpfer von einer Kawasaki Z 1000 um 90 Grad und hängte ihn vors Hinterrad. Umso erstaunlicher, wie gut diese wilde Mischung als Ganzes zusammenpasst.

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