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Ist das die Zukunft der Formel 1?

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 20.04.2017

Shanghai, 19. April 2017 - Renault nutzt die Shanghai Motor Show 2017 für einen tiefen Blick in die Kristallkugel. Und was die Franzosen dort sehen, ist das Formel-1-Auto des Jahres 2027. Das Rennauto der Zukunft also. Oder zumindest das, was sich Renault darunter vorstellt. Und das Ergebnis namens R.S. Vision 2027 ist überaus beeindruckend. Extrem sicher, unglaublich leicht, wahnsinnig stark und mit sehr informativer LED-Beleuchtung gesegnet. Ach ja, ganz nebenbei: Das hier ist kein computeranimiertes Hirngespinst. Dieses Auto steht tatsächlich so auf chinesischem Messe-Teppich.

Ein Megawatt Leistung
Wie wird sich die Formel 1 also verändert haben, wenn wir einen kleinen Zehn-Jahres-Zeitsprung einlegen? Nun, zuerst einmal wird sie wohl deutlich schneller. Der R.S. Vision 2027 nutzt einen Turbo-V6 und ein KERS-System mit 680 PS Leistung (also fast das Fünffache eines aktuellen F1-Renners). Das Rückgewinnungssystem verfügt hier über gleich zwei Einheiten (eine an der Front, eine im Heck). Diese bestehen aus Hochleistungsbatterien, die die doppelte Leistungsdichte einer aktuellen F1-Batterie haben und zwei 250 kW starken Elektromotoren an der Vorderachse. Das macht diesen Formel-1-Renner zu einem waschechten Allradler. Einem Allradler mit einem Megawatt Leistung. Jawohl, der Gesamt-Output des R.S. Vision 2027 liegt bei 1.360 PS.

R.S. Vision 2027: So sieht Renault die Zukunft der Formel 1 Ist das die Zukunft der Formel 1?

Nur 600 Kilo
Mit seinem langen, schlanken und ziemlich minimalistischen Design sowie den vier freistehenden Rädern ist Renaults Studie ohne große Schwierigkeiten als gestandenes Formel-1-Auto zu erkennen. Ein Formel-1-Auto, das so gut wie nichts wiegt, wohlgemerkt. Trotz der massiven Batterien soll der Vision 2027 gerade mal 600 Kilo auf die Waage bringen. Einen kleinen Anteil hat der Kraftstofftank, der nur 60 anstatt der heute üblichen 105 Kilo trägt. Desweiteren verfügt Renaults Scifi-Rennwagen über aktive Aerodynamik (in Form eines ziemlich gewaltigen, ausfahrbaren Heckflügels) sowie über ein aktives Fahrwerk, das auch Anpassungen im Rennen zulässt.

Mehr Sicherheit
Besonders wichtig für Renault: Eine Verbesserung der Sicherheit. Dafür hat man das Cockpit zugemacht und eine extrem einschlag- und feuerfeste Kuppel aus Polycarbonat entwickelt, die den Fahrer vor umherfliegenden Teilen schützt. Außerdem gibt es zwei Titan-Überrollbügel, die innerhalb von Millisekunden ausfahren, wenn ein Überschlag droht. So soll der Fahrer ohne fremde Hilfe aussteigen können, selbst wenn das Auto auf dem Kopf steht. Außerdem - Sie ahnen es - fährt dieses Rennauto auch autonom, beispielsweise wenn sich ein Unfall ereignet und das Safety Car ausrückt oder die gelbe Flagge gezeigt wird. Eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander lässt den Piloten zu jeder Zeit wissen, wo genau sich seine Konkurrenten auf der Strecke oder in der Boxengasse befinden. Außerdem sollen Informationen an ein Kollisionswarnsystem in der Boxengasse gehen, damit Teams daran gehindert werden, einen Fahrer nach dem Stopp direkt in die Front eines anderen Fahrers zu entlassen.

Der Fahrer wird transparent
Weiterhin träumt Renault von größerer Transparenz und einer direkteren Kommunikation mit den Fans. Außerdem soll der Fahrer wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Erste Maßnahme: ein durchsichtiges Cockpit aus dem 3D-Drucker. Zweite Maßnahme: ein transparenter Helm. Sprich: Wenn Ihr Lieblingsfahrer mal wieder kapital geschnitten oder ausgebremst wurde, können Sie jetzt genau beobachten, wie sauer er ist. Der Rennverlauf soll ebenfalls besser nachvollziehbar werden. LED-Lichter in den Rädern zeigen die aktuelle Platzierung, die vorhandene Restenergie oder - wenn das Team mal wieder Geld braucht - ein schickes Werbebanner. Der Frontflügel wird ebenfalls beleuchtet. Die C-förmigen LED-Lichter wechseln von Weiß auf Blau, wenn das Auto - beispielsweise bei Safety-Car-Runden oder in der Boxeneinfahrt in den rein elektrischen Modus wechselt.

Fans bestimmen Rennausgang mit
Das Formel-1-Auto der Zukunft fährt also rein elektrisch, autonom und leuchtet stark. Aber natürlich ist es auch massiv social-media-mäßig eingebunden. Und zwar so massiv, dass dadurch der Rennausgang bestimmt werden kann. So erfährt der Fahrer über ein Display im Lenkrad seine aktuelle Position im Fan-Ranking. Wer in der Publikumsgunst ganz oben rangiert, erhält ähnlich wie bereits heute in der Formel E in den letzten Runden einen extra Power-Boost. Glorreiche Aktionen könnten also belohnt werden, dämliche oder hinterhältige Manöver jedoch direkt bestraft. Klingt also alles relativ spannend. Aber ist sowas tatsächlich auch umsetzbar? Und würde der Fan all den Wahnsinn tatsächlich goutieren? Wir werden es abwarten müssen. Zehn Jahre haben wir dafür ja noch Zeit.

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