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Offroad-Kombis im Vergleichstest

AutoNEWS-Logo AutoNEWS 03.07.2017 AutoNEWS

Haar, 29. Juni 2017 - Sie hätten gerne ein Fahrzeug, mit dem Sie am Wochenende verwegen den einen oder anderen Feldweg meistern können? Und jede Menge Freizeitgepäck muss auch in den Kofferraum passen? Trotzdem soll der Wagen nicht zu hoch sein und auf langen sowie häufigen Geschäftsreisen müssen Komfort und Prestige stimmen? Dann ist die Klasse der Offroad-Kombis perfekt für Sie. Also: Willkommen zu unserem Vergleichstest von Mercedes E 220 d All-Terrain und Volvo V90 Cross Country D4.

Basiswissen

Als Basis für die unrasierten Freizeitbegleiter dienen jeweils die entsprechenden Großraum-Kombis der oberen Mittelklasse. Beide Modelle wurden dann mit den typischen Offroad-Stilelementen ausgestattet: Beim Benz sind diese neben dem raubeinigen Plastik an den Radläufen der Kühlergrill im Mercedes-SUV-Look und die silberfarbenen Elemente an Front und Heck. Beim Volvo sind die Änderungen etwas subtiler: In der Heckschürze ist das Cross-Country-Logo eingedruckt und die Front wurde etwas verändert. Eine obligatorische Höherlegung zeichnet beide Wagen aus. Und gut sehen auch beide aus. Der Volvo hat mehr pepp, die steile Schnauze macht Eindruck. Der Benz ist eher klassisch, rundlich und unaufgeregt.

Im Vergleichstest: Der Mercedes E 220 d 4Matic All-Terrain gegen den Volvo V90 Cross Country D4 AWD Offroad-Kombis im Vergleichstest

Größenverhältnisse

Beide Kombis sind riesig. Der V90 wirkt zwar größer, doch der Benz ist am Ende ein paar Zentimeter länger. So kommt es, dass die Sitze in der ersten Reihe bei beiden Fahrzeugen sehr komfortabel sind - aber ein wenig zu straff. Das Gestühl im Volvo kann mit Sitzheizung, Sitzkühlung und Massage punkten, das im Benz prinzipiell auch (unser Testwagen konnte aber nur heizen). Im Fond kann die Klimaanlage bei beiden Autos separat geregelt werden. Bein- und Kopffreiheit sind massig vorhanden. Im Volvo fühlt man sich als ausgewachsener Mensch aber noch einen ticken wohler. Das Volumen und die Variabilität der Kofferräume geht bei beiden Autos gegen unendlich.

Fahrwerkskunde

Das konventionelle Fahrwerk im V90 ist komfortabel, aber etwas straffer und agiler als das plüschige Luft-System im Benz. Im All-Terrain erlebt man deshalb Reisekomfort vom Feinsten. Und gerade auf schlechten Straßen ist das satte Abrollverhalten unerreicht. Dazu kommt, dass der Unterbau des Volvo bei hohen Geschwindigkeiten etwas nervöser wirkt. Trotzdem werden wahrscheinlich mit beiden Fahrwerken Ihre höchsten Komfort-Ansprüche zufriedengestellt.

Antriebs-ABC

Die Daten der Diesel-Motorisierungen sind nahezu identisch: Hinter "D4" versteckt sich ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 190 PS und 400 Newtonmeter. Der "220 d" ist ebenfalls ein 2,0-Liter-Vierzylinder. Mit den gleichen 400 Newtonmeter - allerdings mit 194 PS. Gekoppelt werden die Aggregate jeweils mit einem Automatikgetriebe, das serienmäßig ist und tadellos arbeitet - genau wie die beiden variablen Allradantriebe. Beim Mercedes ist eine Gangbox mit neun Fahrstufen verbaut, der Volvo muss mit acht Gängen zurechtkommen. Was er tut. Die E-Klasse nutzt ihren neunten Gang nämlich auch nur bei hohen Geschwindigkeiten auf flachen Autobahnstücken.

Fahrleistungen

Aber zurück zu den Selbstzünder-Motoren, die beide durch sanfte Nagelgeräusche auffallen. Das Aggregat im Volvo wirkt etwas schwächer, was daran liegt, dass Drehmoment und Leistung im Benz früher anliegen. Im normalen Fahrbetrieb merkt man davon zwar wenig, beim Blick auf die 0-100-km/h-Zeit wird dann aber der Unterschied deutlich: Der Volvo benötigt für den Standardsprint 8,8 Sekunden, der Mercedes ist 0,8 Sekunden schneller. Und auch bei hohem Tempo geht dem Volvo schneller die Puste aus. So kann der lebendigere Mercedes dem zähen Volvo ab 160 km/h langsam aber sicher davonfahren.

Lenkungsvergleich

Auch wenn beide mit einem Leergewicht von rund 1,9 bis 2,0 Tonnen niemals Kurvenräuber werden können, fällt besonders die Volvo-Lenkung positiv auf. Der V90 lässt sich nämlich deutlich präziser steuern als der Benz, die Rückstellkräfte sind höher und man bekommt eine bessere Vorstellung über die Straßenverhältnisse an der Vorderachse. Beim All-Terrain wirkt alles etwas unverbindlicher, die Mittellage ist undefinierter und die Komfort-Attitüde wird er selbst im Sport-Modus nicht los.

Modus-Möglichkeiten

Apropos Modus: Beide Kontrahenten verfügen über ein Eco-Programm. Am wichtigsten ist aber "Comfort", hier werden Lenkung, Gasannahme und Dämpfer (beim Luftfahrwerk des Mercedes auch Fahrwerkshöhe) auf den im Alltag sinnvollsten Mix kalibriert. Der Dynamic- (Volvo) und der Sport-Modus (Mercedes) sind nett gemeint, den Sportwagen per Knopfdruck gibt es in dieser Klasse jedoch noch nicht. Und weil wir hier mit unrasierten Feldweg-Kraftwagen unterwegs sind, gibt es jeweils einen Offroad-Modus. Viele gestandene SUVs oder Crossover haben so etwas nicht. Auch nicht gegen Aufpreis.

Interieur-Internierung

Zum Innenraum: Verarbeitung und Materialwahl sind bei beiden Fahrzeugen auf einem sehr hohen Niveau. Das Design ist jeweils Geschmackssache. Uns gefällt das wuchtige Volvo-Armaturenbrett fast besser als das etwas barock wirkende im Mercedes. Dafür punktet die E-Klasse aber mit den IMAX-Kinoleinwand-artigen Bildschirmen, die klarer aufgelöst sind und die Instrumente und das Infotainmentsystem schöner visualisieren. Im Gegenzug liegt der Volvo beim Bedienkonzept vorne.

Starke Schwächen, schwache Stärken

Die Konnektivität, das Infotainmentangebot und die Assistenzsysteme sind bei beiden Offroad-Kombis so zahlreich vorhanden, dass es einen eigenen Artikel bräuchte, um alles ausreichend zu erklären. Deshalb kurz: Alle Systeme, die der Benz hat, hat auch der Volvo und umgekehrt. Trotzdem haben beide Modelle bei den einen oder anderen Features ihre Schwächen. Wenn im Mercedes beispielsweise Apple CarPlay aktiviert ist, funktioniert das normale Navi nicht mehr und man muss über die Kartenfunktion im Handy navigieren. Außerdem kann man nicht gleichzeitig das Telefon laden und mit dem gleichen Gerät über Bluetooth Musik hören. Will man laden und gleichzeitig Musik hören, muss man wieder über Apple CarPlay verbinden und dann wären wir wieder bei Problem Nummer eins. Wie auch der Mercedes verfügt der V90 Cross Country über zahlreiche Fahrhelfer, die einem auf der Autobahn die gröbste Arbeit in Sachen Lenken, Bremsen und Beschleunigen abnehmen. Hier ist der Stuttgarter in zwei Punkten besser: Erstens kann er per Blinkerbetätigung die Spur wechseln und zweitens (was noch wichtiger ist) funktionieren die Systeme insgesamt zuverlässiger und flüssiger als bei dem Kombi aus Göteburg.

Preispolitik

Den günstigsten Einstiegspreis bietet der Volvo mit 56.350 Euro. Der Mercedes ist mit einem Basispreis von 58.102 Euro nur knapp 2.000 Euro teurer. Beim Umfang der Aufpreisliste sind beide Hersteller ebenfalls ziemlich identisch. Sie sind lang und beinhalten viele vierstellig bepreiste Optionen. So müssen für gut ausgestattete Offroad-Kombi-Exemplare noch ein paar Euros investiert werden. Und am Ende kommt man hier mit dem Volvo günstiger weg. Während ein sinnvoll ausgestatteter Schwede bei etwas mehr als 70.000 Euro rangiert, sind für einen Wunschlos-glücklich-Benz locker mehr als 80.000 Euro nötig. Fair, oder? Denn damit ist das rundum etwas bessere Produkt ein bisschen teurer.

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