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Pfosten abgesägt - Beliebte Motorradkurve im Landkreis Lüneburg

MOTORRAD online-Logo MOTORRAD online 09.10.2019 Michael Schümann

Norddeutsche Behörde zwingt Fahrzeuge mit Pfostenaktion in den Gegenverkehr. Jetzt haben Unbekannte nachts die Pfosten einfach abgesägt. Die Polizei ermittelt.

© BVDM

Gefährliche Entschärfung. Im Landkreis Lüneburg gehen fast alle Straßen schnurgeradeaus. Eine Ausnahme macht nur die Kreisstraße K 24, die zwischen Alt Garge und Walmsburg unterhalb der Vieler Höhe doch sage und schreibe einen 180-Grad-Haken schlägt – eine einsame Spitzkehre im niedersächsischen Flachland.

Unfall gleich am ersten Tag

Wen wundert’s, dass die Strecke eine magische Anziehungskraft auf Motorradfahrer hat. Was Seven Bretthauer als Leiter des örtlichen Fachdienstes Straßenverkehr so formuliert: „Jahrelang gab es hier immer wieder illegale Motorrad-Events.“ Zwar bleibt unklar, was genau er damit meint. Aber die Behörde sah offenbar Handlungsbedarf und machte jetzt „Schluss mit der Raserei“, wie es in einer Presseinfo des Lüneburger Landratsamtes heißt. Nämlich, indem sie jeweils an Ein- und Ausgang der Spitzkehre eine klassische Schikane anbrachte, die den Verkehr jetzt seit September mal so eben auf die Gegenfahrbahn zwingt. Das Ganze nicht nur mittels auf den Asphalt aufgemalter Sperrflächen, sondern auch noch mithilfe von speziellen Kunststoffpfosten. Und als ob diese Vollpfosten-Aktion allein noch nicht genug wäre, wurde die weiße Mittelleitlinie, die zu überfahren jedes Fahrzeug jetzt gezwungen ist, dick mit dunklem Bitumen übermalt, damit’s bei Nässe auch schön rutscht.

„Nicht sinnvoll,“ findet der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) die Maßnahme und hat via Facebook angekündigt, sich für ihren Rückbau einzusetzen. Was dem BVDM argumentativ helfen könnte: Gleich am ersten Tag gab’s in der Schikane einen Unfall: Laut BVDM stießen ein Trecker und ein Auto zusammen.

Pfosten durch Unbekannte abgesägt

Offenbar hat nicht nur der BVDM Vorbehalte gegen die Zwangsmaßnahme. Denn die Pfosten standen nicht lange. In der Nacht des 5. Oktober 2019 haben sie Unbekannte einfach abgesägt (siehe Foto oben). Laut Polizei waren der oder die Täter zwischen 21 und 23.40 Uhr mit der Säge am Werk. Übrig blieben auf der Fahrbahn nur die Stumpen in ihren Metallfüßen, was die Polizei nun als Sachbeschädigung aber auch als Gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr wertet. Denn die Stumpen waren bei Dunkelheit schlecht zu sehen und hätten zu einem Unfall führen können.

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