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Scharniere, Schlösser und Beschläge - Möbelbeschlag im Reisemobil

Promobil-Logo Promobil 01.08.2020 Ingo Wagner
Wann immer sich am Mobiliar etwas absichtlich bewegen lässt, sind Beschläge im Spiel. Zu ihnen gehören auch Scharniere und Schlösser. Eine kleine Typenkunde der wichtigsten Bauformen. © Ingo Wagner Wann immer sich am Mobiliar etwas absichtlich bewegen lässt, sind Beschläge im Spiel. Zu ihnen gehören auch Scharniere und Schlösser. Eine kleine Typenkunde der wichtigsten Bauformen.

Beschläge sind Funktionsteile, die überwiegend aus Metall bestehen und Möbelteile beweglich machen. Beschläge für Türen und Klappen kann man in Bänder und Scharniere sowie Griffe und Verriegelungen aufteilen. Die im Mobil selteneren Bänder bestehen stets aus zwei voneinander trennbaren Teilen (wie bei den Türen zu Hause), die beiden Seiten eines Scharniers hingegen sind untrennbar miteinander verbunden. Auch Türgriffe gehören zu den Beschlägen. Der Fachmann spricht von Drückern. Die Drückergarnitur besteht aus dem Drückerpaar sowie dem Schließblech, das in die Zarge, sprich Türrahmen, eingelassen wird. Schlossfalle und der Schlossriegel rasten darin ein.

In Reisemobilen kommen zwei Arten von Scharnieren vor: schlichtere, nicht verstellbare dort, wo sich eine Tür nur aus ihrem Ruhepunkt herausdreht oder eine Klappe nach unten öffnet, aufwendigere Scharniere mit integrierten Federaufstellern, sogenannte Federband- oder Hochklappscharniere, samt teils aufwendigen Hebeleien dort, wo Klappen zusätzlich einen Weg um Möbelprofile herum beschreiben müssen. Damit das bewegliche Möbelteil auch exakt vor dem Möbelkorpus sitzt, sind sie einstellbar. Besonders hochwertige Scharniere schließen federunterstützt selbst. Man nennt diese Funktion Soft-Close.

Scharniere aller Art

Eine häufig verbaute Scharnierart sind die Topfscharniere. Sie verankern sich in einem ausgefrästen Loch (Topf) in Tür oder Klappe. Zu ihnen gehören die weit verbreiteten Kurzarmscharniere, die für leichte Türen eingesetzt werden. Türscharniere verzichten auf Aufsteller. Unterschiede ergeben sich hier bei den Öffnungswinkeln.

Die Zuhaltekraft der im Scharnier mit Aufsteller integrierten Federn würde nur ausreichen, um sehr leichtes Gepäck zurückzuhalten. Etwas mehr Widerstand gegen ungewolltes Öffnen versprechen Möbel- und Rollenschnäpper beziehungsweise Magnetverschlüsse. Technisch gesehen arbeiten sie mit Kraftschluss, während Riegel und Haken, die hinter ein Schließblech oder ein entsprechendes Profil greifen, Formschluss erzeugen. In Reisemobilen gehören diese formschlüssigen Schlösser, die bewusst entriegelt werden müssen, zum Standard.

Ebenfalls kommen Federschnäpper/Federschnappverschlüsse, bei denen die Tür zum Öffnen und Schließen gegen eine Feder gedrückt wird, zum Einsatz. Sie sind die optisch dezenteste Riegelversion, weil weder Griff noch Knopf zu sehen sind.

Pushlocks besonders beliebt

Quasi der Golf unter den Riegeln sind Pushlocks, also Druckknopfverriegelungen, wobei die Knöpfe rund und eckig sein können. Runde Knöpfe sind meist aufgeschraubt, wodurch sie auch justiert werden können. In verriegeltem Zustand sind sie oberflächenbündig, durch Fingerdruck ausgerastet dienen sie gleichzeitig als Zuggriff – und als Kontrolle, ob die Klappe/Tür verriegelt ist.

Lange Fingernägel kommen hingegen besser mit einer Drucktasten-Hakenverriegelung klar, bei der Fingerdruck einen Haken vom Schließblech hebt. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Qualitäten. Wichtig ist, dass der Formschluss zuverlässig ist. Das heißt, dass Haken oder Riegel in jeder Situation hinter das passende Gegenstück greifen. Wenn Küchenschubladen schwer beladen sind, kann dies dazu führen, dass sie absacken und der Haken in der Folge aus dem Schließprofil ausklinkt. Dem kann entweder mit einer zusätzlichen seitlichen Verriegelung mittels Drehstangenschloss (Dreipunktverriegelung) vorgebeugt werden oder mit anderen stützenden Bauteilen, die das Durchsacken der Schublade verhindern. Zum Beispiel eine Art Fangkorb rund um das Schließblech.

Drehstangenschlösser finden sich häufig an Kleiderschrank- und Badtüren. Doch bei der Badtür geht der Trend eindeutig zu hochwertigen Fallenschlössern mit Drückergarnituren aus Metall oder sogar Türschlössern mit Magnetfalle. Die verschwindet bei offener Tür komplett im Schlosskasten. Bei geschlossener Tür wird die Falle vom Magneten berührungslos ins Schließblech gezogen. Eine elegante Lösung.

Scharniere ohne Aufsteller

Kurzarmscharnier

(+) Tür/Klappe justierbar

(+) technisch simpel und damit zuverlässig

Klavierband/Stangenscharnier

(+) sehr solide Konstruktion

(-) braucht an Klappen separate Aufsteller, nicht justierbar

Klappenscharnier

(+) sehr einfache, leichte Konstruktion

(-) nicht verstellbar, verbiegt leicht (bei falscher Belastung, z.B. Drauftreten)

Riegel und Haken

Pushlock oder Drucktastenschloss

(+) mechanische, zuverlässige Verriegelung

(+) Schloss und Zuggriff in einem

(+) leichte optische Kontrolle, ob verriegelt oder offen

(-) unkomfortabel mit langen Fingernägeln

(-) Pushlocks können hakeln

(-) Aufschraubknöpfe können sich rausdrehen

(-) weniger ergonomisch als ein breiter Griff

Drucktasten-Hakenverriegelung

(+) mechanische, zuverlässige Verriegelung

(+) intuitive, komfortable Bedienung

(+) leichtgängiger Riegel

(+) Selbstverriegelung in Verbindung mit Soft-Close-Scharnieren möglich

(+) mit Zunge und Korb zusätzlich zu sichern

(-) optische Verschlusskontrolle nicht möglich

Möbelschnäpper (Rollenschnäpper/Gummischnäpper)

(+) keine Löcher/Ausfräsungen in Klappen- oder Türoberfläche nötig

(+) immer noch besser als keine Verriegelung

(-) verminderte Zuhaltekraft wegen Kraft- statt Formschluss

Drehstangenschloss mit Schließbolzen

(+) Verriegelung an drei Punkten bei einfacher Schlosskonstruktion als Pushlock oder Drehknauf

(-) kann hakelig sein und klappern

Drückergarnituren

(+) Magnet-Sperrriegel (Bild) bleiben bei offener Tür in der Schlossfalle. Vermindert das Verletzungsrisiko in engen Räumen

(+) sichere, intuitive Verschlussart

(-) Funktion und Stabilität stark von Material und Ausführung und Türdicke abhängig

Scharnier mit Aufsteller

Federband-/Hochklappscharnier

(+) vielfältig justierbar

(+) aufwendig geformte Klappen möglich

(+) integrierte Aufsteller

(+) Soft-Close möglich

(-) Justierung nicht einfach, Gefahr des Verstellens relativ groß


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