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So steigt das Unfallrisiko - Ablenkung im Straßenverkehr

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 18.07.2019 Patrick Lang
© pexels

Smartphone, Navi, Formel 1-Besuch – viele Aspekte wirken sich negativ auf das Unfallrisiko im Straßenverkehr aus. Wo liegt das Problem?

Sie stehen an der Ampel, das Teil springt auf Grün und der Fahrer vor Ihnen bleibt unbeeindruckt stehen. Selbst von hinten erkennen Sie den Grund für die verpennte Grün-Phase genau: Statt den Blick auf den Verkehr zu richten, wird am Smartphone rumgedaddelt.

Fast jeder Autofahrer kennt solche Situationen, die im besten Fall nur für Zornesröte sorgen, im schlimmsten Fall allerdings zu Unfällen mit Blech- oder gar Personenschaden. Unsere Welt nimmt beinahe monatlich an Komplexität zu, entsprechend viele Ablenkungsfaktoren gibt es heutzutage im Straßenverkehr. Wissenschaftler der Universität Virginia veröffentlichten 2016 eine Studie, nachdem drei Jahre lang das Fahrverhalten von 3.500 Autofahrern mittels Tonband, Videoaufnahmen und Fahrtenschreibern beobachtet wurde.

Den Erkenntnissen zufolge steigert der Griff zum Handy während der Fahrt die Unfallgefahr um das 5-fache. Das Lesen oder Tippen einer SMS hebt es auf das 6-fache, die Eingabe einer Telefonnummer sogar auf das 12-fache. Allerdings müssen wir auch festhalten: Eine Gefährdung geht hier nicht nur von Autofahrern aus. Auch Radfahrer oder Fußgänger gehen mit dem Smartphone in der Hand erhebliche Risiken ein – und bei Unfällen ziehen sie ohnehin meist den Kürzeren.

Eine Sekunde sind 36 Meter Blindflug

Laut einer repräsentativen Studie des Allianz Zentrums für Technik ist Ablenkung am Steuer bei zehn Prozent alles Unfälle mit Personenschaden die Hauptursache, bei rund 30 Prozent spielt sie zumindest eine Rolle. Um Ihnen das mal vor Augen zu führen: Wenn Sie nur eine Sekunde nicht auf die Straße schauen, sind das 14 Meter Blindfahrt bei 50 km/h, 28 Meter bei 100 km/h und 36 Meter bei Tempo 130.

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Weitere Faktoren für die Ablenkung am Steuer sind Essen, Trinken, Rauchen, Infotainment-Bedienung oder emotionale Gespräche mit Passagieren. Alles in allem waren die beobachteten Fahrer alarmierende 52 Prozent ihrer Zeit im Straßenverkehr abgelenkt. Dazu kommen Begleitumstände, die sich nachteilig auf die Konzentration auswirken können – etwa laute Musik, schlechte Sicht, unangepasste Geschwindigkeit oder ein hohes Verkehrsaufkommen.

Der Grad der kognitiven Belastung hängt dabei natürlich von der Komplexität der nebenher ausgeführten Tätigkeiten ab. Nun würden Sie vielleicht argumentieren, dass sich ein modernes Infotainment auch per Sprache bedienen lässt, und die Augen somit auf der Straße bleiben. Doch selbst hierbei konnten Forscher noch bis zu 27 Sekunden nach einer durchgeführten Sprachbedienung eine verminderte Reaktionsgeschwindigkeit messen.

Mehr Unfälle durch Formel 1

Geschwindigkeit war auch das Thema einer Untersuchung in Großbritannien. Dort haben Forscher einen Zusammenhang zwischen TV-Übertragungen von Motorsport-Events und Unfällen durch überhöhtes Tempo festgestellt. So stieg die Zahl der Unfälle durch Raserei nach einem Formel 1-Rennen im Fernsehen um bis zu 6,3 Prozent. Besonders die Rennsport-Enthusiasten liefen der Studie zufolge Gefahr, das Verhalten der Rennfahrer zu simulieren und dadurch Unfälle zu verursachen. Als Ursache dafür sehen die Forscher das Entstehen einer Verknüpfung im Hirn zwischen schnellem Fahren und einer Belohnung.

Oft sind es nur die vermeintlich kleinen Dinge, wie der Schluck aus dem Kaffeebecher, das Einstellen der Spiegel während der Fahrt oder eben der schnelle Blick auf’s Handy – doch jede Sekunde, die ein Verkehrsteilnehmer nicht bei der Sache ist, erhöht das Risiko für einen Unfall. Zudem ist die Aufnahmekapazität eines Menschen begrenzt. Wie der deutsche Verkehrssicherheitsrat publiziert, können wir maximal sieben bis acht Sachverhalte gleichzeitig erfassen. Ein Überangebot erzeugt demnach Stress und führt dazu, dass das Gehirn eine Auswahl trifft. Und die kann im Zweifel fatale Folgen haben.

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