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Spektakuläre Aussichten in Kroatiens Hinterland - Wohnmobil-Reise an die Westküste Istriens

Promobil-Logo Promobil 24.10.2020 Günter Ultes

Wer das ursprüngliche Kroatien erleben möchte, reist am besten an die Westküste Istriens. Die Region lockt mit schönen Städten und Dörfern, regionalen Spezialitäten und Panoramaaussichten, die am besten mit dem Fahrrad erkundet werden.

Nach Istrien fahren und nicht wenigstens einmal in Rovinj am alten Hafen stehen – das geht gar nicht. © Günter Ultes Nach Istrien fahren und nicht wenigstens einmal in Rovinj am alten Hafen stehen – das geht gar nicht.

Der rote Gleitschirm steigt nach einem kräftigen Impuls des Piloten an den Tragegurten über seinen Kopf. Ein kleiner Schubs durch den Starthelfer, und der Flieger gesellt sich zu seinen Kollegen, die bereits ein gutes Stück himmelwärts im beständig vom Meer hereinwehenden Hangaufwind schweben. Von der Abbruchkante des Startplatzes aus schauen wir über das Tal der Mirna Richtung Novigrad hinaus bis zum Meer und, wenn wir uns ein wenig drehen, weit hinein ins Hinterland der Küste.

Dies ist der letzte von unzähligen Aussichtsplätzen, die wir auf einer fast 90 Kilometer langen Fahrradtour im Hinterland des Städtchens Novigrad heute "eingesammelt" haben. Aber keine Angst – derartige Kraftakte sind zwar eine schöne Option für sportlich Aktive, aber eine Panoramarunde lässt sich auch weniger anstrengend gestalten.

Und es gibt auch andere Möglichkeiten, weitgehend abseits der Touristenströme die Schönheiten der Westküste von Istrien zu genießen. Entdecken wir also die kulinarischen Köstlichkeiten der Region an der Quelle – in den Weinbergen, den Trüffelwäldern und Olivenhainen des istrischen Hinterlandes. Und schließlich führt uns der Weg zu einigen der schönsten Städte und Dörfer an der Küste und in den Hügeln.

Endlose Panoramablicke zu Fuß und mit dem Fahrrad

Das Hinterland der Westküste von Istrien ist ein wahres Eldorado für Panoramatouren. Wanderer und vor allem Radfahrer – Letztere mit dem entscheidenden Vorteil des größeren Aktionsradius, vor allem mit dem E-Bike – finden hier ein gut strukturiertes und vielseitiges Wegenetz für ein regelrechtes "Panoramahopping" vor. Alle vorgestellten Aussichtspunkte lassen sich per Fahrrad oder E-Bike auf kleineren oder größeren Rund- oder Stichfahrten direkt von den vorgestellten Stell- und Campingplätzen aus erreichen. Natürlich kann man auch mit dem Roller, Pkw, Bus oder dem eigenen Reisemobil Punkte in der Nähe anfahren und beliebige Distanzen zu Fuß zurücklegen.

Vom Camping Bivillage bei Fažana aus bietet sich eine Rundfahrt an, die zuerst an der Küste entlang nach Barbariga, dann zum Fort Forno und zurück über Vodnjan führt. Dabei lassen sich tolle Ausblicke über Wald und Olivenhaine zu den Brijuni-Inseln genießen.

Eine Tour um den Limski-Kanal oder Limfjord herum bietet sich entweder vom Camping Veštar südlich von Rovinj oder vom Camping Valkanela bei Vrsar aus an. Neben schönen Aussichtspunkten am Kanal selbst offeriert diese Runde auch zahlreiche Ansichten von Vrsar und Rovinj.

Der Panorama-Superlativ schlechthin aber liegt östlich von Novigrad und kann – bei entsprechender Kondition – vom dortigen Camping Sirena aus erradelt werden. Rund um das 250 Meter hoch gelegene urwüchsige Bergdörfchen Groznjan reihen sich die Aussichtspunkte wie an einer Perlenschnur.

Vom Camping Stella Maris bei Umag aus führt unsere letzte Tour an der Küste hinauf bis zum nordwestlichsten Punkt von Istrien mit Blick nach Piran in Slowenien und Rückweg über Buje. Wer das Glück hatte, bei guter Sicht dort das Panorama nach Norden in sich aufnehmen zu dürfen, wird diesen Anblick sicher nicht mehr vergessen.

Ein Hinweis noch für Radfahrer – die Oberflächen der Wege sind von Asphalt bis grobem Schotter recht unterschiedlich und können auch abrupt wechseln. Wir sind alle Wege mit unseren Touren-E-Bikes gefahren, hätten uns aber gelegentlich Mountainbikes gewünscht. www.istria-bike.com/de/routen

Der besondere Tipp für Radfahrer

Die Parenzana ist eine schon lange aufgelassene ehemalige Schmalspur-Bahntrasse, die von Triest durch Slowenien bis Porec führt. Der istrische Abschnitt erschließt als Rad- und Wanderroute durch die schönsten Teile des Landes einige der eindrucksvollsten Panoramen in Istrien. Tipp: der Abschnitt von Buje über Groznjan nach Motovun und Vižinada; er überwindet auf rund 40 Kilometern Länge zweimal eine Höhendifferenz von mehr als 250 Metern. www.bahntrassenradwege.de

Trüffel, Wein, Oliven – Schlemmen an der Quelle

Ein vielfach noch gehegtes Vorurteil besagt, die istrische Küche beschränke sich überwiegend auf Hackfleischwürstchen, Fleischspieße und Spanferkel. Dabei steigt jährlich die Zahl von Gourmetköchen in der Region, die mit frischen heimischen Zutaten herrliche Gerichte zaubern. Die räumliche Nähe und geschichtliche Verbundenheit zu Italien tragen zum vielfach hohen kulinarischen Niveau bei. Man muss nur ein wenig abseits des touristischen Speiseangebotes die Augen offen halten.

Wir wollen uns hier aber auf das konzentrieren, was ein gutes Essen in Istrien abrundet: beste lokale Weine, hervorragendes Olivenöl und – eine istrische Spezialität – Trüffeln aus den heimischen Wäldern. Die vorher vorgestellten Wander- und Fahrradtouren führen oft mitten durch Weinberge, Olivenhaine und die istrische Trüffelregion. Entsprechend vielfältig sind die Gelegenheiten, gezielt oder "en passant" diese kulinarischen Köstlichkeiten kennen zu lernen.

Das Zentrum des istrischen Weinanbaus in der vorgestellten Region liegt auf der Achse Rovinj, Porec und Buje. Eine Vielzahl von Weingütern bietet hier die Möglichkeit der Besichtigung und Verkostung. Stellvertretend seien hier die Weingüter Franc Arman in Vižinada und Cattunar in Nova Vas bei Brtonigla genannt.

Oliven werden in der gesamten Region angebaut. Die Olivenbauern bieten ihre Öle häufig am Straßenrand an, aber auch auf ihren Höfen oder in der angeschlossenen Gastronomie. Entsprechende Schilder weisen den Weg – nicht selten zum besonderen ländlichen Einkaufserlebnis.

Seit Anfang des Jahrhunderts hat sich eine kostbare kulinarische Spezialität in Istrien zum Highlight entwickelt – die Trüffeln. Sowohl die schwarze Sommertrüffel als auch die weltberühmte weiße Edeltrüffel werden in den Wäldern zwischen Buzet und Livade gefunden – in exzellenter Qualität, wie das italienische Trüffelinstitut wissenschaftlich nachgewiesen hat. Im Herbst hat jedes Restaurant, das etwas auf sich hält, Trüffelgerichte im Angebot. www.coloursofistria.com/de

Der besondere Tipp für Trüffelliebhaber

Seit einigen Jahren finden jeweils von Ende September bis Mitte November im Dörfchen Livade bei Motovun die istrischen Trüffelwochenenden statt. Trüffelexperten und interessierte Gäste strömen hier zusammen, um die Geheimnisse der aromatischen Knolle zu erkunden. In einer kleinen Zeltstadt werden Ausstellungen und Messen zum Thema abgehalten. www.livadetartufi.com

Die schönsten Städte & Dörfer: Von ursprünglich bis glamourös

Rovinj, Vrsar, Porec – touristische Prägung hin oder her – die bekannten Städte an der istrischen Westküste dürfen hier natürlich nicht fehlen. Aber auch Umag, Novigrad und das kleine Städtchen Fažana weit im Süden wollen wir nicht unterschlagen. Und schließlich findet vor allem im Hinterland der Städtebummler eine große Zahl kleiner und größerer Ziele, die allesamt einen Besuch lohnen: vom verwinkelten, viel besuchten Groznjan über Brtonigla, Motovun mit seiner deutschen Kolonie bis hin zu Vižinada und Vodnjan. Für alle Geschmäcker ist etwas dabei, egal ob man es dicht gedrängt oder beschaulich mag. Am besten hat uns Buje gefallen.

Dicht gedrängt geht es – vor allem während der Saison – in Rovinj zu. Aber man muss die Stadt gesehen und erlebt haben. Der Spannungsbogen zwischen der von einer bewegten Geschichte geprägten Altstadt nebst Fischereihafen und dem mondänen Yachthafen mit seinen teils hypermodernen Hotelbauten ist faszinierend. Ob man auf dem viel beworbenen Markt – überdacht und mit ansprechend arrangiertem Angebot – unbedingt Trauben für elf Euro das Kilo kaufen muss, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Uns hat von den Küstenstädten Novigrad für sich eingenommen. Das Städtchen wirkt mit verträumten Gassen und Ecken sowie seinem urigen Fischereihafen im Vergleich geradezu gemütlich und romantisch – nicht zuletzt auch wegen seiner Lage auf einer kleinen vorgelagerten Insel. Eine besondere Attraktion fürs Auge sind bunte Regenschirme, die 2013 im Rahmen eines "Festivals der Straßenkünstler" aufgehängt wurden und seither das Bild der Altstadt prägen.

Der besondere Tipp: Buje

Die kleine Stadt Buje im Norden von Istrien und ihre verstreut auf steilen Hügeln thronenden Ortsteile atmen Geschichte und strahlen eine unverfälschte Atmosphäre aus. Hier gibt es noch zahlreiche sehr ursprüngliche Winkel, und das alte, bucklige Straßenpflaster versprüht einen besonderen Charme. Wer Glück hat, erhält eine Privatführung durch die Kirche des Heiligen Servul ganz oben auf der höchsten Erhebung. www.istra.hr/de/ reiseziele/buje

Stellplätze und Camping in der Region

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