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Sprinter- und Vito-Modelle betroffen - Mercedes Rückrufaktionen 2019

Promobil-Logo Promobil 05.12.2019 Sophia Pfisterer

Derzeit werden Mercedes Sprinter zurückgerufen, da es Probleme im Bereich des Kabelbaums und der Blattfedern geben könnte. Beim Vito muss die Sitzkastenabdeckung nachgerüstet werden.

© Karl-Heinz Augustin

Bei den Transportern aus dem Hause Mercedes gibt es derzeit mehrere Rückrufe. Die betroffenen Sprinter- und Vito-Besitzer werden vom KBA schriftlich kontaktiert.

Rückruf bei V-Klasse (2019)

Beim kleinen Transporter V-Klasse muss eine Sitzkastenabdeckung ergänzt werden. Einige Fahrzeuge der Baureihe sind wohl ohne diese Abdeckung unter dem rechten Vordersitz ausgeliefert worden. Dort befindet sich die integrierte Stützbatterie. Im Falle, dass der offene Sitzkasten nicht ganz sachgemäß als Ablage genutzt wird, könnte das zu einem Kurzschluss führen.

Das könnte beispielsweise dann geschehen, wenn ein stromleitender Gegenstand eine Verbindung zwischen den beiden Batteriepolen schafft. Dann droht sogar Brandgefahr. Betroffen sind bestimmte Mercedes-Benz Vito und Metris Fahrzeuge (VS20) der Baureihe 447 aus den Produktionszeiträumen April 2014 bis Mai 2017 (Kombi) sowie bis September 2019 (Kastenwagen).

Es soll Mercedes noch kein Personen- oder Sachschaden bekannt sein, der dadurch entstand. Dennoch rüstet der Autohersteller vorsorglich bei den betroffenen Fahrzeugen einen Deckel für den Sitzkasten nach. Der Werkstattaufenthalt dafür soll weniger als 30 Minuten dauern.

Rückrufe beim Sprinter (2019)

Der neuesten Rückrufe bei den Sprinter-Transportern sind auf zwei Probleme bei der Federung zurückzuführen. In beiden Fällen liegt das Problem bei den Blattfedern der Hinterachse, bei der es zu einem Fertigungsfehler kam. Bei einigen Sprintern mit Vorderrad-Antrieb könnten die Stahlblattfedern hinten im schlimmsten Fall brechen. Geschieht das, könnte das Fahrverhalten des Sprinters kritisch werden, sprich die Führung der Hinterachse ist nicht mehr exakt möglich – und erhöht so das Unfallrisiko.

Rückruf-Aktion Nummer eins betrifft in Deutschland 1.309 Einheiten. Die betroffene Baureihe des Sprinter trägt die Kennziffer 910 (VS30). Sie wurden zwischen 29. März 2018 und 14. Januar 2019 gebaut. Die Werkstatt muss die Blattfedern prüfen und gegebenenfalls austauschen. Dafür werden zirka zwei Stunden veranschlagt.

Rückruf-Aktion Nummer zwei betrifft 16 Fahrzeuge in Deutschland. Sie stammen aus dem Bauzeitraum 19. September 2018 bis 20. August 2019. Hier muss eine Einblatt-Stahlfeder gegen eine Zweiblatt-Stahlfeder getauscht werden.Darüber hinaus erhält das ESP-Steuergerät eine neue Codierung. Der Vorgang in der Werkstatt soll etwa drei Stunden in Anspruch nehmen.

Bereits Anfang des Jahres 2019 wurde bekannt, dass es beim Sprinter ein Problem im Kabelbaum gibt. Aufgrund eines falsch verlegten Kabels könnte es bei einigen aktuellen Sprinter-Modellen im Bereich des Bremspedals zu Störungen kommen. Bei den betroffenen Fahrzeugen besteht die Gefahr, dass ein verrutschtes Kabel den Bremslichtschalter auslöst. Das wiederum hat zur Folge, dass das Bremslicht die ganze Zeit über betätigt wird und von der Sensorik als Defekt interpretiert wird.

Das schlimmste, was in solch einem Fall passieren könnte ist laut Mercedes, dass das ESP auf die Grundeinstellung zurückgesetzt wird. Das bedeutet wiederum, dass der Seitenwindassistent nicht komplett umfänglich funktioniert und eingreift. Sollte das der Fall sein, leuchtet eine Warnleuchte auf und informiert die Fahrer über den Defekt.

Außerdem könne man nicht komplett ausschließen, dass das Fahrzeug wegrollt. Zu solch dramatischen Szenen soll es allerdings bislang nicht gekommen sein. Auch der Fehler mit dem ESP wurde bislang noch nicht von Kunden gemeldet, sondern nur werksseitig festgestellt, so ein Sprecher von Mercedes.

Die 4000 potenziell betroffenen Fahrzeugen stammen aus dem Bauzeitraum 13. Dezember 2017 bis 1. August 2018. Mit einem kurzen Besuch in der Vertragswerkstatt kann der Fehler in der Kabelführung innerhalb einer Stunde behoben werden.

Bei wie vielen der 1.423 in Deutschland betroffenen Sprinter-Modelle es sich um Reisemobile handelt, konnte Mercedes nicht genau sagen. Die Halter der Fahrzeuge werden vom KBA kontaktiert und bekommen den Service kostenlos zur Verfügung gestellt.

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