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Strom für E-Autos wird teurer und teurer - Preiserhöhung an der Ladesäule

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 30.11.2022 Patrick Lang, Thomas Harloff

Die Energiepreise steigen stetig an. Das betrifft auch E-Auto-Ladesäulen. Nach Tesla und Shell Recharge dreht nun auch EnBW an der Preisschraube.

© Shell / Tesla / Patrick Lang

Vermutlich provoziert die Meldung "XYZ wird teurer" schon bald nicht mehr Reaktion als ein kraftloses Schulterzucken. Zu inflationär geht das Leben in den letzten Wochen und Monaten mit gestiegenen Kosten für zahlreiche Güter einher. Allen voran steht dabei die Energie und das bekommen längst auch die Elektroauto-Fahrer zu spüren. Die Zeiten von weniger als 40 Cent pro kWh sind – zumindest vorerst – Geschichte.

EnBW Hyper-Netz

Der Stromversorger EnBW konnte seine Stromtarife an Elektroauto-Ladesäulen lange Zeit auf einem konstanten und relativ günstigen Niveau halten. Seit Anfang Juli 2021 lagen die Preise für vergleichsweise langsame Wechselstrom-Ladungen (AC) bei maximal 45 Cent pro Kilowattstunde (kWh); für Gleichstrom-Schnellladungen (DC) wurden höchstens 55 Cent fällig. Doch diese Zeiten sind vorbei. Wer beim Betreiber der größten Schnellladenetze Deutschlands und Österreichs vom 17. Januar 2023 an sein Elektroauto lädt, zahlt bis zu 65 Cent pro kWh – und zwar unabhängig davon, ob der Stromer AC- oder DC-Strom tankt. Durchschnittlich steigen die kWh-Preise bei EnBW um 27 Prozent.

Gleichzeitig führt das Unternehmen aus Karlsruhe neue Ladetarife ein. Das bisher zweistufige Preismodell (Standard und Viellader) wird nun dreigeteilt. Am teuersten ist die kWh im S-Tarif, den EnBW für Kunden vorsieht, die bis zu dreimal im Monat an einem der mehr als 300.000 Ladepunkte des Versorgers oder seiner Partner laden. Beim Ladetarif M für Nutzer, die zwischen vier- und sechsmal monatlich an einer EnBW-Säule laden, wird die einzelne kWh zwar etwas günstiger, dafür fällt eine monatliche Grundgebühr von 5,99 Euro an. Diese beträgt im L-Tarif sogar 17,99 Euro; dafür sinkt der kWh-Preis an einem EnBW-Ladepunkt auf 39 Cent.

Tesla Supercharger

Deutlich öfter als EnBW hat Tesla in den vergangenen Monaten die Preise an den ganz am Anfang kostenfrei nutzbaren Superchargern angepasst. Im Oktober 2020 kostete eine kWh nur 33 Cent, im August 2021 zahlten Tesla-Kunden noch 37 Cent. In mehreren Stufen ging es bis Mai 2022 dann auf durchschnittlich 56 bis 58 Cent. Im Oktober und November rief Tesla an einigen seiner Schnellladepunkte in der Spitze sogar 74 bis 88 Cent auf. Seitdem sollen die Ladepreise wieder gesunken sein. Aus Medien- und Forenbeiträgen geht hervor, dass sich der Strompreis seit dem 23. November 2022 bei durchschnittlich 50 bis 55 Cent pro kWh eingependelt hat.

Dabei ist zu beachten, dass es – anders als bei den anderen Ladestromanbietern – keinen allgemeingültigen Supercharger-Preis gibt. Die Tarife variieren je nach Standort und Uhrzeit. Am teuersten ist die sogenannte "One Peak Rate" zwischen 16 und 20 Uhr, weil dann erfahrungsgemäß der Andrang an Teslas Schnellladern am größten ist. Dafür gibt es seit Oktober an mehreren Standorten auch einen zwischen 22 und sechs Uhr gültigen Nachttarif, der deutlich günstiger ist. Eine weitere Variable sind markenfremde Nutzer: Wer ein anderes Elektroauto an einem Supercharger lädt, zahlt grundsätzlich höhere Preise als Tesla-Fahrer.

Allego

In kurzer Folge hatte Allego im September und Oktober 2022 seine Preise für AC und DC-Laden angepasst. Für die Wechselstrom-Variante mit bis zu 22 kW Ladeleistung berechnet der Anbieter inzwischen 60 Cent pro Kilowattstunde; wenige Wochen zuvor stieg der Preis bereits von 43 auf 47 Cent. Den schnelleren Gleichstrom-Ladevorgang (DC mit bis zu 50 kW) bezahlen Sie seit Oktober pro kWh mit 75 Cent; wenige Wochen zuvor stieg der Preis von 65 auf 70 Cent. Verfügt der Ladepunkt über mehr als 50 kW Leistung, so sind fürs Gleichstrom-Schnellladen inzwischen 85 Cent pro kWh fällig; im September waren es noch zehn Cent weniger.

Shell Recharge

Wer sein Auto an den Festpreis-Schnellladesäulen von Shell Recharge aufladen möchte, muss seit dem 28. September 2022 dafür 64 statt 59 Cent pro kWh hinblättern. Bei den Roaming-Partnern klettert der Preis gar auf 74 Cent. Wer mit einem Shell-Vertrag die Ionity-Säulen nutzt, wird dagegen weiterhin mit 81 Cent pro kWh plus 35 Cent Transaktionsgebühr je Ladevorgang zur Kasse gebeten. Weitere Änderungen im Tarif-Konstrukt betreffen das Normallladen. Hier entfallen die Minutentarife; stattdessen sind pro kWh fix 49 Cent fällig (zuvor 46 Cent). Außerdem führt das Unternehmen eine Blockiergebühr von zehn Cent pro Minute ein, die ab einer Ladezeit von vier Stunden berechnet wird. Gedeckelt sind diese Extra-Kosten auf höchstens zwölf Euro. Zudem fallen sie zunächst nur im Roaming-Netz und nicht an den Ladepunkten von Shell selbst an.

Ionity

Das gemeinsame Ladenetz-Konsortium vieler Autohersteller (unter anderem die VW-Konzernmarken, BMW, Mercedes, Ford sowie Hyundai und Kia) trat einst mit Kampfpreisen an. Anfangs kostete eine Ladung immer acht Euro – egal, wie viel Energie nachgetankt wurde. Das änderte sich Ende Januar 2020: Mit einem Preis von 79 Cent pro kWh (regulärer Tarif ohne Kundenbindung) wurde Ionity auf einen Schlag zum teuersten Anbieter. Dieser Tarif gilt immer noch und wird nun durch die Preiserhöhungen der Wettbewerber relativiert. Im Vergleich sehr günstig sind Ionity-Säulen dagegen für Kunden mit Passport-Tarif: Laut Firmen-Website kostet die kWh für sie nur 35 Cent. Allerdings müssen sie sich für mindestens ein Jahr an den Anbieter binden und zahlen eine monatliche Grundgebühr von 17,99 Euro.

In unserer Fotoshow oben im Artikel erfahren Sie, bei welchen Supermärkten und Handels-Ketten aktuell Ladepunkte zur Verfügung stehen oder wo noch zusätzliche Infrastruktur geplant ist. Wo Sie derzeit sogar noch kostenlos laden können, erfahren Sie HIER.

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