Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Technik-Wechsel - ist quer verkehrt? - BMW 1er - alt gegen neu

auto motor und sport-Logo auto motor und sport 10.06.2019
© BMW

Der BMW 1er F40 wird jetzt nicht mehr wie seine Vorgänger über die Hinterräder, sondern über die Vorderräder angetrieben. Nie zuvor war ein Generationswechsel bei BMWs kompakter Baureihe von einer derart tiefgreifenden Änderungen geprägt. Und es gibt noch viele weitere.

Antrieb: Bekannte Motoren, anders angeordnet

Mit dem Wechsel der Antriebsform ändert sich auch die Ausrichtung der Motoren, die unter der Fronthaube nun quer eingebaut sind. Das soll vor allem der Raumökonomie zugutekommen, doch dazu später mehr. In den unteren Leistungsklassen bleiben die Triebwerke ansonsten unverändert. Los geht es beim neuen 1er mit den bekannten Dreizylinder-Motoren in 118i (jetzt mit vier PS mehr) und 116d. Weiter stehen der 118d und 120d als xDrive zur Auswahl – auch diese Motorvarianten sind bereits aus der Vorgänger-Generation F20 bekannt. Die Antriebsvarianten 116i, 120i, 125i und 125d sind – zumindest vorerst – nicht verfügbar.

Das interessiert andere MSN-Leser:

Achtung Autofahrer! Bei Hitze besser nicht volltanken

Jeep Renegade (2019) 1.3 T-GDI mit 180 PS: Neuer Motor für kleines SUV

Seltene Schmuckstücke: Oldtimer, die keiner missen will

Die größte Änderung der Antriebspalette betrifft das Top-Modell, das künftig wieder als M135i vom Band rollt, aber von einem Vierzylinder-Turbobenziner angetrieben wird. Und zwar ausschließlich über alle vier Räder – xDrive-Allradantrieb ist gesetzt. Das Zweiliter-Triebwerk ist mit dem des 120i verwandt, leistet aber 306 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Das Wettbewerbsumfeld ist also klar gesteckt: Mit dem neuen M135i xDrive zielt BMW mehr denn je auf die Allrad-Konkurrenten Audi S3 (300 PS), Mercedes-AMG A35 (306 PS) und VW Golf R (300 PS). Auf den potenteren Reihensechszylinder des auslaufenden BMW M140i (340 PS und 500 Nm Drehmoment) müssen die Münchner künftig verzichten, denn der lange 6-Zylinder ist nicht für den Quereinbau geeignet – nach dem Hinterradantrieb das zweite Alleinstellungsmerkmale, das der Kompaktbaureihe abhanden kommt.

Ein neues kommt dafür hinzu: die aktornahe Radschlupfbegrenzung (ARB). Bei diesem System übernimmt das Motorsteuergerät einen Teil der Traktionskontrolle direkt und umgeht so den bisherigen Signal-Austausch mit dem ABS-/ESP-Steuergerät. Ein Funktionsprinzip, das laut BMW eine bis zu zehnmal schnellere Regelungsgeschwindigkeit erlaubt.

Neu ist außerdem auch die Option auf eine dritte Getriebevariante. Bei der 7-Gang-Streptronic handelt es sich um einen Doppelkuppler von Getrag als Sonderausstattung für die Modell 116d und 118i. Mit seinem sehr lang übersetzten siebten Gang und einer Segelfunktion soll das Getriebe den Verbrauch im Vergleich zum serienmäßigen Handschalter weiter drücken.

Die bisher verfügbare 8-Gang-Steptronic nach dem Wandler-Prinzip bleibt für die Modelle 118d, 120d und den M135i erhalten. Allerdings stammt es nun vom japanischen Zulieferer Aisin, da sich das ZF-Modell nicht mit den quer eingebauten Motoren koppeln lässt.

Das neue Frontantriebskonzept des BMW 1er basiert auf der UKL2-Plattform, auf der auch schon die Tourer-Modelle des BMW 2er und die beiden SUV X1 und X2 basieren. Mit der neuen Basis ändert sich auch das Gewichtverhältnis, das bei Fronttrieblern typischerweise kopflastig ist. Beim auslaufenden 1er verteilt sich die Last noch gleichmäßig auf beide Achsen, beim neuen 1er liegt das Verhältnis bei 59:41.

Dafür ist der neue 1er insgesamt leichter geworden. Das Basismodell 118i bringt nun ein Leergewicht von 1.290 kg auf die Waage – nur 15 kg weniger als das Vorgängermodell mit Heckantrieb. Ausstattungsbereinigt sind es laut BMW 30 kg weniger. Das Allradmodell 120d mit serienmäßiger 8-Gang-Automatik ist nominell sogar 20 Kilogramm schwerer als der Vorgänger.

Karosserie: Von der Seite noch ein 1er?

Wohl wegen der eher bescheidenen Nachfrage verzichtet BMW beim neuen 1er auf eine schnittige Dreitürer-Variante. Den F40 wird es also nur noch als Fünftürer geben.

Und der bleibt in etwa so groß wie der Vorgänger. Einzig in der Breite legt der F40 mit einem Plus von 34 Millimetern nennenswert zu. Länge (minus 5 Millimeter) und Höhe (Plus 10 Millimeter) sind nahezu gleich.

Mit dem Generationswechsel verpasst BMW seinem kompakten natürlich auch die aktuelle Designsprache des Hauses. Der Neue trägt also einen imposanten, deutlich gewachsenen Nieren-Kühlergrill zur Schau. Wie schon beim neuen 3er (G20) ist die Doppelniere deutlich markanter ausgeformt und in der Mitte verbunden. Klar zu erkennen gibt sich der Neue außerdem mit dynamischer gestalteten Scheinwerfern und stärker konturierten Sicken und Kanten – Maßnahmen, die zu einem Generationswechsel heutzutage eben dazugehören.

Optisch besonders augenfällig wird das neue Bauprinzip beim Vergleich der Seitenprofile. Die absolut horizontal verlaufende Fensterlinie des Vorgängers als Verlängerung der langen Haube steigt beim Neuen in Richtung Heck immer weiter an. Dadurch wirkt der F40 nun keilförmiger, gleichzeitig aber auch viel höher als der alte 1er. Je nach Blickwinkel wirkt der Kompaktwagen jetzt fast wie der kleine Bruder des Vans 2er Active Tourer. Mit der ansteigenden Fensterlinie sind die Seitenscheiben im Fondbereich zudem deutlich schmaler. Ob das einen Nachteil bei der Übersicht mit sich bringt, wird erst der Test zeigen, aber bei der Sitzprobe ist geringere Höhe der Windschutzscheibe deutlich wahrnehmbar.

Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die Reduzierung der Farbauswahl: Estorilblau, Sparkling Brown, Seaside Blue und Sunset Orange sind aus dem Konfigurator verschwunden. Neu hinzugekommen sind Misano Blau und Storm Bay (nur für M135i).

Innenraum: Viel neue Technik, etwas mehr Platz

Was der Wechsel beim Antriebskonzept nun an Nutzwert bringt? Immerhin drei Zentimeter mehr Beinfreiheit verspricht BMW den Fondpassagieren im neuen 1er. Der Kofferraum schluckt nun 380 Liter und damit 20 Liter mehr als beim Vorgänger, wobei das maximal verfügbare Gepäckraumvolumen von 1.200 Litern unverändert bleibt. Das Plus an Raumgewinn scheint nominell eher gering, aber der 1er hat hier jetzt zum Klassenprimus VW Golf aufgeschlossen. Und wer im Fond Platz nimmt, wähnt sich im Vergleich zum Vorgänger eine Klasse höher: Ausreichend Knieraum und deutlich mehr Auflage für die Oberschenkel sowie eine besser gepolsterte Bank.

Bei der Cockpit-Gestaltung orientiert sich der neue 1er wie schon sein Vorgänger wieder stark am BMW 3er, der bereits im vergangenen Jahr neu aufgelegt wurde. Für den 1er sind nun also auch digitale Instrumente (BMW Live Cockpit als Option), und ein Infotainment-Bildschirm mit Touch-Funktion verfügbar. Das gab es im alten 1er F20 noch nicht. Hinzu kommen weitere Funktionen, wie etwa die neue Sprachbedienug oder die Gestensteuerung. Des Weiteren lassen sich Smartphones nun induktiv in einer Ladeschale aufladen und als digitaler Fahrzeugschlüssel verwenden.

Verbessert hat sich außerdem die Materialauswahl, der gesamte Innenraum wirkt nun hochwertiger als noch im alten 1er. Auf eine manuelle Feststellbremse müssen 1er-Fahrer nun allerdings verzichten. Die wurde wie schon im 3er durch eine elektronische Parkbremse ersetzt. Zumindest die Käufer des Top-Modells dürfen sich dafür über eine weitere Sitzoption freuen. Für einen Aufpreis von 500 sind jetzt M Sportsitze mit integrierte Kopfstütze und Stoff-Alcantara-Bezügen verfügbar.

Mehr auf MSN

Video wiedergeben

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Auto Motor und Sport

auto motor und sport
auto motor und sport
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon